URI: 
       # taz.de -- Kürzungen beim Wohngeld: Förderprogramm für Wohnungslosigkeit
       
       > Die geplanten Kürzungen beim Wohngeld treiben viele Rentner und
       > Familien in Armut. Statt bei den Ärmsten zu sparen, braucht es ein
       > radikales Umdenken.
       
   IMG Bild: Düstere Aussichten: Die Mieten steigen, Sozialwohnungen werden weniger statt mehr und das Wohngeld soll gekürzt werden
       
       Wohnen ist in den vergangenen Jahren zunehmend zum Armutsrisiko geworden.
       Jede:r, der in Städten schon mal auf Wohnungssuche war, weiß, dass es ohne
       Vitamin B unmöglich ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. In der Folge
       [1][gelten 5,4 Millionen Menschen als wohnarm], weil sie nach Abzug von
       Miete und Heizkosten unter die Armutsgrenze rutschen. Das Problem
       verschärft sich zunehmend: Während die Mieten auf historischem Höchststand
       sind und der Bedarf an Sozialwohnungen steigt, [2][sinkt die Anzahl
       mietpreisgebundener Wohnungen] Jahr für Jahr, allein 2025 um 20.000.
       
       Doch anstatt das Problem zu lösen und für ausreichend bezahlbaren Wohnraum
       zu sorgen, konterkariert die Bundesregierung ihr eigenes Ziel,
       [3][Wohnungslosigkeit bis 2030 abzuschaffen] und Armut zu bekämpfen. Die
       aktuellen Kürzungspläne von CDU und SPD sehen künftig nur noch drei statt
       fünf Milliarden Euro für Wohngeld vor. Das trifft laut Bundesbauministerin
       Verena Hubertz (SPD) [4][ein Drittel der über 1,2 Millionen
       Wohngeld-Empfänger:innen] – also rund 400.000 Menschen.
       
       Gespart wird bei denen, die ohnehin schon am wenigsten haben:
       Alleinerziehende, Familien und Rentner:innen. Die Armutsquote in diesen
       Gruppen ist [5][signifikant höher als im Durchschnitt]. Die Kürzungen beim
       Wohngeld werden diese Situation noch verschärfen und das Risiko für
       Wohnungslosigkeit drastisch erhöhen.
       
       Nun ist das Wohngeld zu Recht ein umstrittenes Instrument, schließlich
       sorgt es für höhere Mieten und ist eine Umverteilung von Steuergeldern in
       die Taschen privater Immobilieneigentümer:innen. Hier einfach zu kürzen,
       greift jedoch zu kurz und ist sozialpolitischer Sprengstoff.
       
       Stattdessen muss dafür gesorgt werden, dass Menschen gar nicht erst auf
       Wohngeld angewiesen sind. Eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sorgt
       automatisch für sinkende Ausgaben beim Wohngeld, ohne die Menschen in Armut
       und Wohnungslosigkeit zu treiben. Die Instrumente dafür liegen auf der
       Hand: Neben dem Ausbau von Sozialwohnungen braucht es sehr viel längere
       Mietpreisbindungen, die [6][Vergesellschaftung großer
       Immobilienunternehmen] und einen Mietendeckel.
       
       23 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Studie-zu-Wohnarmut/!6136651
   DIR [2] /Studie-zu-Wohnungsmangel/!6145930
   DIR [3] /Berliner-Senat/!6101888
   DIR [4] /Kuerzungen-beim-Wohngeld-geplant/!6189386
   DIR [5] /Bericht-des-Paritaetischen-Wohlfahrtsverbands-161-Prozent-einkommensarm/!6183220
   DIR [6] /Berliner-Wohnungsmarkt/!6130435
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Marie Frank
       
       ## TAGS
       
   DIR Reden wir darüber
   DIR Wohngeld
   DIR Schwerpunkt Armut
   DIR Wohnungslosigkeit
   DIR Verena Hubertz
   DIR Rentner
   DIR Alleinerziehende
   DIR Bundesregierung
   DIR Kürzungen
   DIR Altersarmut
   DIR Social-Auswahl
   DIR Wohngeld
   DIR Kürzungen
   DIR Reden wir darüber
   DIR Wohnkosten
   DIR Wien
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Kürzungen beim Wohngeld: NRW-SPD protestiert gegen Klingbeil
       
       Schwarz-Rot will beim Wohngeld kürzen. Die GenossInnen an Rhein und Ruhr
       befürchten deshalb eine „vertiefte soziale Spaltung“.
       
   DIR Sommer, Sonne, Sozialabbau: „Nur Arschgeigen kürzen Sozialleistungen“
       
       Mit drastischen Reformen soll der Sozialstaat auf Bundesebene weiter
       eingeschränkt werden. Das Bündnis Soziales Berlin nimmt das nicht einfach
       so hin.
       
   DIR Sozialversicherungen: It’s the Solidarität, stupid
       
       Die geplanten Kürzungen bei den Sozialversicherungen würden mehr
       Altersarmut bedeuten. Dabei gibt es Alternativen – man muss sie nur wollen.
       
   DIR Millionär attackiert Arme: Merz und die Mieten
       
       Was passiert, wenn Bürgergeldberechtigten die Wohnkosten gekürzt werden?
       Welche Kosten verursachen die Einsparungen? Und was würde wirklich helfen?
       
   DIR Debatte Enteignungen von Immobilien: Wie Wien Spekulanten ausbremst
       
       Immobilienkonzerne enteignen ist das eine. Noch besser wäre eine
       ordentliche Wohnungsbaupolitik. Wie das geht, zeigt die Stadt Wien.