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       # taz.de -- Demokratische Vorwahlen in New York: Mamdanis Risikospiel geht auf
       
       > New Yorks linker Bürgermeister Zohran Mamdani hat sich im demokratischen
       > Vorwahlkampf klar positioniert. Am Dienstag gewinnen seine KandidatInnen.
       
   IMG Bild: Unterstützung von zwei linken Ikonen: Bernie Sanders (M.) und Zohran Mamdani (2.v.r.) mit den drei linken New Yorker KandidatInnen
       
       Zohran Mamdani stand am Dienstag nicht auf den Wahlzetteln in New York,
       jedenfalls nicht ausdrücklich. Und doch war der Bürgermeister, dessen
       Beliebtheitswerte nach sechs Monaten im Amt auf einem Höchststand liegen,
       in der vergangenen Woche unermüdlich im Wahlkampfmodus. Mamdani drehte für
       den demokratischen Vorwahlkampf Videos mit den KongresskandidatInnen seiner
       Wahl, er ging selbst mit Freiwilligen von Tür zu Tür und machte bei
       Galadinners mit Prominenten aus der Unterhaltungsbranche Gelder locker.
       
       Mamdani hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, um sich hinter KandidatInnen
       der demokratischen Sozialisten zu stellen, junge PolitikerInnen wie
       Darializa Chevalier und Claire Valdez. Beide Frauen waren AußenseiterInnen,
       auf die sich nicht einmal der progressive Flügel der demokratischen Partei
       einigen konnte, und so war Mamdanis Engagement [1][trotz seiner
       Beliebtheit] ein enormes Risiko. Mamdani setzte sein politisches Spielgeld
       auf einen Linksruck in der demokratischen Partei. „Wenn das schiefgeht“,
       sorgte sich sein Parteifreund Michael Lange, „dann kommen die Messer raus“.
       
       Die Messer bleiben vorerst stecken. Mamdanis Spiel ging auf. In gleich drei
       New Yorker Wahlbezirken gewannen seine KandidatInnen gegen etabliertere
       BewerberInnen und deuteten auf einen möglichen Linksruck der demokratischen
       Partei auch im Repräsentantenhaus in Washington hin.
       
       Als zentrales Thema kristallisierte sich dabei die Annahme von
       Spendengeldern von politischen und wirtschaftlichen Interessengruppen
       heraus. So stellte sich Mamdani im Wahlbezirk 13 im Norden von Manhattan
       und Teilen der Bronx hinter die erst 32 Jahre alte Darializa Chevalier,
       eine Afrolatina aus einfachen Verhältnissen und Doktorandin der Soziologie.
       
       ## Israellobbyorganisation Aipac im Visier von Mamdani
       
       Ihr Gegner Adriano Espaillat, Leiter der hispanischen Fraktion im
       Abgeordnetenhaus, hatte Wahlkampfmittel von Interessengruppen wie
       [2][Aipac] angenommen, der einflussreichen Israellobbyorganisation in den
       USA, die im vergangenen Wahlzyklus mehr als 126 Millionen Dollar in
       Wahlkämpfe gepumpt hatte. In einer Wahlkampfrede in der vergangenen Woche
       hatte Mamdani Aipac als „Monster“ bezeichnet, für das „das Einzige, was
       schlimmer ist, als der Demokratie ihren Lauf zu lassen, ein Ende von
       Netanjahus Genozid“ sei.
       
       In Mamdanis Heimatbezirk Queens und Nordbrooklyn, von politischen Gegnern
       auch als „Kommunistenkorridor“ bezeichnet, gewann die 36 Jahre alte
       demokratische Sozialistin Claire Valdez. Ihr Gegner, Antonio Reynoso, war
       im Bürgermeisterwahlkampf ein entschiedener Unterstützer von Mamdani
       gewesen. Die Entscheidung Mamdanis, sich gegen ihn zu stellen, rief
       Befürchtungen einer Zersplitterung seiner linken Koalition in New York
       hervor.
       
       Die Auswirkung des Dienstagabends auf die nationale Politik war es Mamdani
       jedoch wert, möglicherweise im eigenen Lager einige Verbündete zu
       brüskieren. Zur Zwischenwahl stehen nun drei linke KandidatInnen auf dem
       Stimmzettel, die im demokratischen New York mit einiger Sicherheit nach
       Washington entsandt werden. Und sie sind dort nicht allein. Die Gruppe
       möglicher linksprogressiver Abgeordneter scheint mit jeder Vorwahl zu
       steigen.
       
       Zuletzt gewann in Maine der [3][Senatskandidat Graham Platner]. Zuvor waren
       es Julie Gonzalez in Colorado, Peggy Flanagan aus Minnesota, Jasmine Clark
       aus Georgia und Randy Villegas in Kalifornien. Sie alle werden von linken
       Netzwerken wie Indivisible unterstützt, die es sich zum obersten Ziel
       gesetzt haben, nur Leute zu fördern, die keine Gelder von mächtigen
       Lobbygruppen annehmen. Das alte demokratische Establishment ist abgemahnt.
       
       Einige Washingtoner Demokraten freuen sich derweil darüber, dass der
       Mamdani-Effekt nun ganz direkt in die Hauptstadt schwappt. „Ich freue mich
       auf eine Fraktion, die wirklich bereit ist, gegen Trump zu kämpfen“, sagte
       der Senator aus New Jersey [4][Cory Booker]. Bislang habe er sich bisweilen
       verloren gefühlt. Doch die Verstärkung ist unterwegs.
       
       24 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Zwischenbilanz-Buergermeister-New-York/!6165832
   DIR [2] https://www.aipac.org/
   DIR [3] /US-Senatskandidat-Graham-Platner/!6186517
   DIR [4] /Filibuster-im-US-Senat/!6076410
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Sebastian Moll
       
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