URI: 
       # taz.de -- Trump-Regierung gegen „Antifa“: Drakonische Strafen im Kreuzzug gegen linken Aktivismus
       
       > In den USA führt ein aus dem Ruder gelaufener Protest gegen
       > ICE-Abschiebungen zu Haftstrafen für „Antifa-Terrorismus“ von 30 bis 100
       > Jahren.
       
   IMG Bild: Protest gegen die Beamten des ICE in den USA wird brutal bestraft
       
       Im Prozess gegen acht junge Aktivist*innen, die am 4. Juli 2025 in Alvarado
       (Texas) vor einem Haftzentrum der US-Länderbehörde ICE demonstriert hatten,
       haben zwei Richter drastische Haftstrafen zwischen 30 und 100 Jahren Haft
       verhängt. Dabei wurde der Hauptangeklagte Benjam Hanil Song als
       mutmaßlicher Kopf der Aktion vor dem Abschiebegefängnis zu 100 Jahren
       Gefängnis verurteilt. Er hatte tatsächlich im Laufe einer sich zuspitzenden
       Auseinandersetzung mit der Polizei an dem Tag aus seinem AR-15-Gewehr
       gefeuert und einen Polizisten im Schulter- und Nackenbereich verletzt, was
       als versuchter Mord gewertet wurde.
       
       Während die Angeklagten stets beteuerten, sie hätten lediglich friedlich
       vor dem Abschiebegefängnis demonstrieren und lautstark ihre Solidarität mit
       den Inhaftierten ausdrücken wollen, warf ihnen die Staatsanwaltschaft ganz
       im Einklang mit der Regierungslinie ein terroristisches Antifa-Komplott
       vor. Die Anklagen umfassten Aufstand, materielle Unterstützung von
       Terroristen und die Benutzung von Sprengstoff – Feuerwerkskörper, die
       während es Protestes abgebrannt wurden.
       
       Die Verteidigung hatte die Chat-Verläufe der Gruppe vorgelegt, aus denen
       deutlich wurde, dass lediglich ein lauter, aber friedlicher Protest geplant
       gewesen sei. „Die Strafe muss zu den begangenen Straftaten passen – nicht
       zu Schlagzeilen, zur Politik oder zu den Ängsten, die in diesem Fall
       geschürt wurden“, sagte Christopher Weinbel dem zuständigen Richter.
       Weinbel ist der Verteidiger von Daniel Sanchez Estrada, der nicht einmal an
       dem Protest beteiligt war. Ihm wurde vorgeworfen, eine Kiste mit
       persönlichen Gegenständen, darunter politische Zeitschriften, an einen
       anderen Ort gebracht zu haben. Urteil: 30 Jahre Haft.
       
       „Es ist das erste Urteil gegen zur Antifa gehörige Angeklagte aufgrund von
       Präsident Donald J. Trumps Anordnung vom September 2025, die Gruppe als
       einheimische Terrororganisation einzustufen“, erklärte die
       Staatsanwaltschaft vom Norther District of Texas. Damals, nach dem Mord am
       rechten Aktivisten Charlie Kirk, [1][hatte Trump „der Antifa“ und damit
       etlichen linken aktivistischen Strukturen den Kampf angesagt].
       
       ## Höhere Strafen als die Kapitolstürmer
       
       Die drakonischen Strafen, die jetzt verhängt wurden, tragen ganz
       offensichtlich eher dieser politischen Vorgabe Rechnung als dem
       tatsächlichen Geschehen. FBI-Direktor [2][Kash Patel] ließ verlauten: „Die
       heutigen Urteile zeigen, dass das FBI weiterhin alles tut, um die Antifa
       und ihre finanziellen Unterstützungsnetzwerke im ganzen Land zu
       identifizieren, aufzuspüren und zu zerschlagen.“
       
       Die Verteidiger der acht Angeklagten erinnerten daran, dass kein einziger
       derjenigen, die am 6. Januar 2021 gewaltsam das Kapitol in Washington
       gestürmt hatten, zu derart hohen Haftstrafen verurteilt worden war. Damals
       war die Höchststraße 20 Jahre gewesen, verhängt gegen den Chef der
       Proud-Boys-Miliz. Alle wurden später von Donald Trump begnadigt.
       
       Jetzt kündigte die Verteidigung umgehend an, in Berufung zu gehen. [3][In
       Minneapolis] sind noch weitere Verfahren gegen Protestierende anhängig.
       
       24 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Nach-Tod-von-Charlie-Kirk/!6114832
   DIR [2] /Entlassungswelle-im-US-Kabinett/!6172601
   DIR [3] /Widerstand-in-Minneapolis/!6148146
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Bernd Pickert
       
       ## TAGS
       
   DIR Schwerpunkt USA unter Trump
   DIR US-Justiz
   DIR Schwerpunkt Antifa
   DIR Texas
   DIR Protest
   DIR ICE
   DIR Reden wir darüber
   DIR Social-Auswahl
   DIR Schwerpunkt Antifa
   DIR USA
   DIR Charlie Kirk
   DIR wochentaz
   DIR Schwerpunkt USA unter Trump
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Vorwürfe gegen „Antifa Ost“: Mit allen Mitteln?
       
       Bei den Blockaden des AfD-Parteitags werden einige Linke fehlen – weil sie
       in Haft sitzen. Auch die Szene diskutiert über Angriffe auf Neonazis.
       
   DIR US-Einwanderungsbehörde ICE: Trump nominiert neue Spitze
       
       ICE fiel in jüngerer Vergangenheit mit brutalen Abschieberazzien auf. Jetzt
       soll ein Neuer die Behörde führen. Wer ist der Nominierte Lance Schroyer?
       
   DIR Nach dem Attentat auf Charlie Kirk: Antifa-Forscher flieht nach Morddrohungen aus den USA
       
       Der US-Professor und Experte für die linke Antifa-Bewegung, Mark Bray, ist
       mit seiner Familie nach Spanien geflohen. Rechte Aktivisten hatten ihn
       attackiert.
       
   DIR Trumps Kulturkampf gegen die Linke: Hier spricht die Antifa
       
       Per Dekret will der US-Präsident nun gegen seine Gegner vorgehen. Eine
       Einordnung und Stimmen aus US-amerikanischen Antifa-Gruppen.
       
   DIR Nach Tod von Charlie Kirk: US-Regierung stuft „Antifa“ als Terrorgruppe ein
       
       Nach dem Tod von Charlie Kirk drohte US-Präsident Trump damit, „die Antifa“
       zu verbieten. Nun lässt er Taten folgen – und kündigt Ermittlungen an.