# taz.de -- 140 Tage Hungerstreik: Wem gehört Athen?
> Aristos Chantzis riskierte sein Leben – für den Erhalt des autonomen
> Wohnprojekts Prosfygika. Ist in Griechenland noch Platz für alternative
> Lebenskonzepte?
Seit Anfang Februar befand sich der griechische [1][Aktivist Aristotelis
„Aristos“ Chantzis] im Hungerstreik, nahm nur Wasser, Tee, Vitamine,
Mineralstoffe und etwas Zucker zu sich. Inzwischen wiegt er [2][nur noch 35
Kilogramm]. Am Montag wurde er in kritischem Zustand in Athen in ein
Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwochabend wurde bekanntgegeben, dass der
Hungerstreik beendet sei.
Chantzis protestiert gegen die Räumung eines autonomen Wohnprojekts in der
griechischen Hauptstadt: [3][der Prosfygika], der „Flüchtlingsbauten“. In
dem Ensemble im Bauhausstil lebten einst Vertriebene aus dem
griechisch-türkischen Krieg (1919–1922). Heute wird die Anlage von rund 400
ehemaligen Wohnungslosen, Migrant:innen und politischen
Aktivist:innen verwaltet.
Aktuell will die konservativ geführte Regionalverwaltung Attika den Komplex
räumen und attraktiv „neu gestalten“. Offiziell sollen dort Sozialwohnungen
entstehen. Die Aktivist:innen vermuten jedoch, dass das Grundstück in
bester Lage gewinnbringend verkauft werden soll.
Immer mehr ausländische Investoren blicken heute auf Athen. Gentrifizierung
und Tourismus treiben die Immobilienpreise in der einst krisengebeutelten
Metropole in die Höhe und verschärfen die Wohnungsnot in Griechenlands
Hauptstadt, während langjährige Bewohner:innen immer stärker unter
Druck geraten.
Wem gehört Athen nach der Schuldenkrise? Ist Prosfygika ein Relikt
vergangener Kämpfe oder doch ein Modell für die Zukunft? Über diese Fragen
sprechen in der aktuellen Folge der Fernverbindung taz-Auslandsredakteur
[4][Fabian Schroer] und Griechenlandkorrespondent [5][Ferry Batzoglou].
Diese Folge wurde aufgezeichnet am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 11 Uhr MEZ.
Am Mittwochabend gab die Gemeinschaft der Prosfygika bekannt, dass der
Streik im Einvernehmen mit den beiden Hungerstreikenden beendet werde. Der
Kampf gehe mit anderen Mitteln weiter. Kurz zuvor hatte der Stadtrat von
Athen dafür gestimmt, dass ein Dialog zwischen der Regionalverwaltung und
der Gemeinschaft eingeleitet wird. Das geschah nach unserer Aufnahme, daher
kommen diese Informationen im Podcast nicht vor.
[6][Fernverbindung] – Der Auslands-Podcast der taz erscheint jede Woche auf
taz.de und überall, wo es Podcasts gibt.
25 Jun 2026
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Ferry Batzoglou
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