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       # taz.de -- Funkstörung bei der Bahn: Nicht mal die Informationen kamen an
       
       > Am Dienstagabend brach Deutschlands Zugverkehr plötzlich zusammen. Wie
       > haben Fahrgäste das Chaos erlebt?
       
   IMG Bild: Immerhin die Koffer rollen: ein gestrandeter Fahrgast in Stuttgart
       
       Im Informationsschalter des Magdeburger Hauptbahnhofes versucht eine
       Bahnmitarbeiterin einen weiteren Gutschein zu drucken. Aber der Drucker
       streikt. „Ich will doch nur nach Hause“, murmelt sie. Es ist kurz nach
       Mitternacht. „Täglich bis 22:30 Uhr“ steht draußen an dem kleinen Häuschen
       direkt neben dem Eingang des Bahnhofs.
       
       Nach Hause ging es an diesem Abend auch für viele Passagiere erst verspätet
       oder gar nicht. Am Dienstagabend standen bundesweit die Züge still,
       [1][Grund war eine Störung im digitalen Funknetz]. Doch diese Information
       sickerte nicht zu allen Gästen durch. In den Apps und auf der Website der
       [2][Deutschen Bahn] habe es an entscheidenden Informationen gefehlt, sagten
       die Vertreter des Fahrgastverbands Pro Bahn, Michael Koch und Detlef Beuß,
       der taz.
       
       Der DB-Navigator habe „keine wirklich brauchbaren Informationen angezeigt“,
       so Beuß. Grund sei, dass die Informationen dort händisch eingepflegt werden
       und dadurch nicht immer aktuell sind. Beuß kritisiert das:
       „Fahrgastinformation ist in einer solchen Situation das allerwichtigste.“
       
       Bei einem Zug von Magdeburg nach Leipzig hieß es anfangs etwa, er verspäte
       sich um eine Stunde. Daraus wurden anderthalb Stunden, zwei Stunden, drei
       Stunden, berichtet ein taz-Reporter. Erst der Blick in die
       Nachrichtenmedien verriet schließlich: Es geht wirklich gar nichts mehr.
       
       ## Gutscheine und Wasser für die Gäste
       
       Es habe Wasser für die Gäste gegeben, auch Taxi- oder Hotelgutscheine
       konnten beantragt werden, berichtet der Pro-Bahn-Funktionär Koch. „Leider
       können wir Sie heute nicht mit dem Zug zu Ihrem Ziel bringen“, steht auf
       dem Gutschein unseres taz-Reporters. Dafür trage die DB die Kosten für eine
       Nacht im Hotel, inklusive Frühstück. Doch in einigen Fällen, etwa in
       Frankfurt am Main, waren die Hotels ausgebucht. Viele Gäste blieben auch
       einfach im Zug oder am Bahnsteig sitzen, weil niemand wusste, wann es
       weitergehen würde, so Pressesprecher Beuß.
       
       Auf dem Vorplatz in Magdeburg hält ein Taxi, sofort laufen mehrere Personen
       hin, offenbar mit Gutscheinen der Bahn ausgestattet, und reden auf den
       Fahrer ein. Immerhin ist es nicht Winter. Eine Gruppe mit großen Koffern
       diskutiert, wie sie trotz des Bahnchaos noch an ihr Reiseziel kommt. „Aber
       da fährt dann doch auch nichts“, sagt ein Mann verzweifelt.
       
       Die Züge seien an geeigneten Bahnhöfen zurückgehalten worden, so der
       stellvertretende Bundesvorsitzende von Pro Bahn, Michael Koch. Die
       Kommunikation sei dabei von Zug zu Zug unterschiedlich gewesen: „Mehr als
       ‚Es dauert länger‘ lässt sich dann schwer sagen.“ Auch das Personal wisse
       in solchen Fällen oft nicht mehr, ergänzt Beuß und führt das auf die
       Kommunikation innerhalb des Konzerns DB zurück. Diese „lässt zu wünschen
       übrig“.
       
       Die Unwissenheit führte am Magdeburger Bahnhof zu erhitzten Gemütern. Mit
       energischen Schritten drängelt sich ein Mann an den Wartenden vor dem
       Info-Schalter vorbei. „Fährt die S-Bahn nach Schönebeck noch?“, fragt er
       die zwei Mitarbeiterinnen laut durch die gelöcherte Plexiglasscheibe.
       „Nein, es fährt gar nichts“, antwortet eine. Der Mann dreht sich um und
       brüllt „Scheißverein!“ in die Bahnhofshalle. Die Mitarbeiterin schaut ihm
       hinterher und schüttelt den Kopf.
       
       24 Jun 2026
       
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