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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: 20 Millionen Barrel Öl passieren Straße von Hormus 
       
       > Mehr als 20 Millionen Barrel Rohöl haben die Straße von Hormus passiert.
       > Rohöl ist erstmals günstiger als vor Kriegsbeginn.
       
   IMG Bild: Handelsschiffe in der Nähe von al-Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus am 20. Juni
       
       ## Ölpreis sinkt erstmals unter Schlusskurs vor dem Irankrieg
       
       Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent ist erstmals unter sein
       Schlusskursniveau vor Beginn des Irankriegs gesunken. Für ein Barrel Brent
       bei Lieferung im August wurden am Donnerstag 72,44 Dollar (63,73 Euro)
       aufgerufen. Dies war weniger als der Schlusskurs von 72,48 Dollar am 27.
       Februar – dem Vorabend des Beginns des Irankriegs durch US-israelische
       Angriffe auf das Land.
       
       [1][Die Ölpreise] sinken schon seit Tagen. Grund dafür ist, dass immer mehr
       Schiffe die Straße von Hormus durchqueren können. Iran hatte die für den
       Welthandel wichtige Meerenge kurz nach Beginn der Angriffe der USA und
       Israels blockiert, wochenlang kamen de facto keine Schiffe durch die
       Meerenge. Der Brent-Preis stieg dadurch zwischenzeitlich auf bis zu 119
       Dollar pro Barrel. (afp)
       
       ## Iran warnt Schiffe vor Durchfahrt ohne Genehmigung
       
       Iran hat Schiffe davor gewarnt, ohne seine Genehmigung [2][die Straße von
       Hormus] zu passieren. Die „einzige zulässige Route“ durch die für den
       Welthandel wichtige Meerenge werde „von der Islamischen Republik Iran
       bekanntgegeben“, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Donnerstag.
       Eine Durchfahrt ohne Genehmigung sei „inakzeptabel und gefährlich“ und
       werde „angemessene Maßnahmen“ nach sich ziehen.
       
       Iran hatte die Straße von Hormus kurz nach Beginn der Angriffe der USA und
       Israels Ende Februar blockiert. Wochenlang kamen praktisch keine Schiffe
       durch die für den Transport von Rohöl und Flüssiggas wichtige Meerenge, was
       weltweit zu einem starken Anstieg der Energiepreise führte.
       
       In der vergangenen Woche vereinbarten Washington und Teheran ein
       Rahmenabkommen und nahmen Verhandlungen auf, die binnen 60 Tagen zum
       Abschluss einer endgültigen Vereinbarung zur Beendigung des Kriegs führen
       sollen. Einer der Knackpunkte dabei ist die Straße von Hormus. (afp)
       
       ## Iranische Revolutionsgarden: Neue Route in Straße von Hormus
       inakzeptabel
       
       Die iranischen Revolutionsgarden bezeichnen eine ohne Abstimmung mit Iran
       angekündigte neue Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus als
       inakzeptabel und gefährlich. Eine sichere Durchfahrt sei nur auf ‌den von
       Iran festgelegten Routen möglich, teilt die Eliteeinheit mit. Zudem sei
       eine Abstimmung mit der Marine der Revolutionsgarden über Funk zwingend
       erforderlich. Gegen Schiffe, die sich nicht an diese Vorgaben halten,
       kündigte die iranische Eliteeinheit Maßnahmen an. (rtr)
       
       ## Trump will 88 Milliarden Dollar – „hauptsächlich“ für Irankrieg
       
       Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat beim Kongress die Freigabe
       von zusätzlichen 88 Milliarden Dollar (77,5 Milliarden Euro) beantragt –
       „hauptsächlich“ für die Finanzierung des Irankriegs. In dem am Mittwoch
       eingereichten „wichtigen und dringenden“ Antrag für eine Budgeterweiterung
       forderte das Weiße Haus allein 67 Milliarden Dollar für das
       Verteidigungsministerium. Das restliche Geld ist unter anderem für Hilfen
       für Bauern und Agrarunternehmen sowie Infrastrukturprojekte vorgesehen.
       
       Von den beantragten 67 Milliarden Dollar für das Pentagon sind allein 21
       Milliarden für Munition und sonstige militärische Ausrüstung vorgesehen.
       Weitere 17,3 Milliarden Dollar sind für Operationskosten und 12,1
       Milliarden Dollar für nicht näher benannte Geheimprogramme eingeplant.
       
       Zudem fordert das Weiße Haus knapp 768 Millionen Dollar für das
       Energieministerium, um Maßnahmen zur Nuklear- und Energiesicherheit mit
       Bezug zum Irankrieg zu finanzieren. Rund 300 Millionen Dollar sollen an das
       Außenministerium gehen, sie sind für Sicherheitsvorkehrungen an Botschaften
       in Ländern rings um Iran gedacht.
       
       Der Antrag auf die zusätzlichen Milliarden erfolgte nur einen Tag nachdem
       der US-Senat für ein Ende des Irankriegs gestimmt hatte. Die sogenannte
       Kriegsbefugnis-Entschließung (War Powers Resolution) ist ein Ausdruck für
       den wachsenden Unmut im Kongress. Trump hatte den Militäreinsatz gegen Iran
       Ende Februar ohne parlamentarische Zustimmung befohlen. Laut US-Verfassung
       hat aber der Kongress „die Befugnis […], Krieg zu erklären“. (afp)
       
       ## Teheran wirft der Nato eine „Mitschuld“ im Irankrieg vor
       
       Teheran hat der Nato eine „Mitschuld“ im US-israelischen Krieg gegen Iran
       vorgeworfen. Nachdem Nato-Generalsekretär Mark Rutte in einem Interview die
       Unterstützung des Bündnisses für die USA in dem Konflikt hervorgehoben
       hatte, verurteilte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil
       Bakaei, dies am Donnerstag im Onlinedienst X als ein „eindeutiges und
       vernichtendes Eingeständnis der aktiven Mitschuld der Nato an einem
       rechtswidrigen Angriffskrieg gegen einen souveränen UN-Mitgliedstaat.“
       US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor bei einem Treffen mit Rutte in
       Washington über mangelnde Unterstützung der Bündnispartner beklagt.
       
       Rutte sagte nach dem Treffen mit Trump am Mittwoch im US-Sender Fox News,
       Hunderte US-Flugzeuge seien während des Krieges von Luftwaffenstützpunkten
       in Italien gestartet und Rumänien habe den zivilen Luftverkehr
       eingeschränkt, um Flugplätze zum Auftanken zu nutzen. Er sprach von bis zu
       5.000 Starts von US-Flugzeugen aus Europa während des Konflikts. „Land für
       Land, Verbündeter für Verbündeter haben ihre Stützpunkte für ‚Epischer
       Zorn‘ zur Verfügung gestellt“, sagte Rutte mit Bezug auf die US-Bezeichnung
       für den Militäreinsatz in Iran.
       
       Irans Außenamtssprecher Bakaei forderte, dass Italien und Rumänien, „wie
       auch alle anderen europäischen Länder, die der amerikanisch-israelischen
       Aggression gegen Iran Unterstützung geleistet haben, ihrer Bevölkerung und
       der ganzen Welt erklären“ müssten, warum sie sich für eine „Mitschuld“
       entschieden hätten an „diesem eklatanten Akt der Aggression und der
       massenhaften Verübung von Gräueltaten gegen das iranische Volk“.
       
       Italien wies Ruttes Aussagen indes zurück. Laut dem
       Verteidigungsministerium in Rom vermittelten sie „eine völlig irreführende
       Botschaft“. Italien habe im Einklang mit bestehenden Vereinbarungen mit den
       USA lediglich „technische und logistische“ US-Flüge genehmigt, aber keine
       Kampfeinsätze.
       
       Das Verhältnis zwischen den USA und den anderen Nato-Verbündeten ist seit
       Längerem angespannt. Trump hatte Länder wie Italien und Deutschland dafür
       kritisiert, die USA im Irankrieg nicht ausreichend unterstützt zu haben,
       und er drohte wiederholt damit, sie im Ernstfall nicht zu verteidigen. Der
       als „Trump-Flüsterer“ bekannte Rutte war in Washington darauf bedacht, die
       Wogen vor dem bevorstehenden Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara zu
       glätten. (afp)
       
       ## Israels Armee: Soldat im Süden des Libanons getötet
       
       Bei einem Einsatz im Süden Libanons ist nach Angaben der israelischen Armee
       ein weiterer israelischer Soldat getötet worden. Der 32-jährige Armeefahrer
       sei am Mittwoch bei „Einsatzaktivitäten gefallen“, teilte die Armee am
       Donnerstag mit. Nach Angaben eines Sprechers überschlug sich das Fahrzeug
       des Soldaten. Die Zahl der seit Anfang März in Libanon getöteten Israelis
       stieg damit nach Armeeangaben auf 27, darunter 26 Soldaten und ein ziviler
       Beschäftigter.
       
       Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte Libanon Anfang März mit
       Angriffen auf Israel in den Irankrieg hineingezogen. Israel reagierte mit
       Luftangriffen auf Ziele in Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im
       Süden des Landes vor.
       
       Vergangene Woche unterzeichneten Iran und die USA ein Rahmenabkommen, das
       eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich Libanons vorsieht. Es
       gibt jedoch weiterhin Gefechte zwischen der israelischen Armee und der
       Hisbollah. (dpa)
       
       ## Israel will vorerst nicht aus Libanon abziehen
       
       Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat einen Verbleib israelischer
       Truppen in Libanon angekündigt. Die USA hätten Israel nicht aufgefordert,
       sich aus dem Nachbarland zurückzuziehen, sagte Katz. Israel werde dort
       bleiben, solange die libanesische Hisbollah eine Bedrohung für die eigenen
       Soldaten und die Einwohner im Grenzgebiet darstelle. „Wir ziehen uns nicht
       zurück, und im Moment gibt es – und das ist ein diplomatischer Erfolg –
       keine amerikanische Forderung an Israel, sich aus Libanon zurückzuziehen“,
       sagte Katz.
       
       Nach einem israelischen Luftangriff, bei dem am Mittwoch nach Angaben der
       staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zwei Menschen getötet
       wurden, kündigte Iran an, die Straße von Hormus erneut zu sperren, durch
       die zu Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls
       verschifft wird, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und
       Düngemittel. Teheran hatte einen solchen Schritt am Wochenende schon einmal
       angekündigt. (ap)
       
       ## 20 Millionen Barrel Öl passieren Straße von Hormus
       
       In ‌den vergangenen 24 Stunden haben laut US-Angaben rund 72 Schiffe mit
       ‌insgesamt etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus passiert.
       Die Rückkehr zu normalen Öltransporten verzögere sich jedoch wegen
       iranischer Minen in der Meerenge, sagt US-Energieminister Chris Wright auf
       dem Reuters Global Energy Forum in New York. Iran werde künftig nicht mehr
       in der Lage sein, die Straße von Hormus zu blockieren, betont Wright.
       Selbst ohne ein Abkommen mit Iran würden die USA den Ölfluss durch die
       Meerenge sicherstellen. (rtr)
       
       ## US-Rohöllagerbestände fallen auf tiefsten Stand seit 1984
       
       Die gesamten US-Rohöllagerbestände einschließlich der strategischen Reserve
       SPR fielen in ‌der Woche zum 19. Juni um mehr als 15 Millionen Barrel auf
       743,3 Millionen Barrel. Das ist der niedrigste Stand seit Oktober 1984, wie
       aus Daten der US-Energiebehörde EIA hervorgeht. Die Bestände am wichtigen
       Öllager Cushing im Bundesstaat Oklahoma sinken demnach auf etwa 19
       Millionen Barrel und damit auf den tiefsten Wert seit Oktober 2014. Die USA
       haben angesichts der Sperrung der Straße von Hormus auf die Vorräte
       zurückgegriffen. (rtr)
       
       25 Jun 2026
       
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