# taz.de -- Abgeordnetenhauswahl Berlin in Grafiken: Das Rennen der fünf Großen
> Bei der Neuwahl in Berlin liegen CDU, SPD, AfD, Linke und Grüne liegen so
> nah beieinander, dass alle am Ende vorn liegen könnten. Alle Grafiken zur
> Wahl.
IMG Bild: Wer soll hier künftig sitzen? Blick in den Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhauses
Die Neuwahl des Berliner Abgeordnetenhauses findet am 20. September statt.
Am selben Tag wird [1][in Mecklenburg-Vorpommern] gewählt. Zwei Wochen
zuvor [2][in Sachsen-Anhalt]. Doch anders als in den beiden ostdeutschen
Flächenländern, wo Umfragen die AfD mit großem Vorsprung vorne sehen,
zeichnet sich in der Hauptstadt ein knappes Rennen ab. Dabei geht es nicht
nur um die Frage, wer stärkste Partei wird, sondern auch, wer in einer
möglichen Dreierkoalition als stärkste Kraft die Regierende
Bürgermeister:in stellen darf.
Wichtig ist: Umfragen sind immer nur Momentaufnahmen. Die Grafiken hier
zeigen immer die Daten der zuletzt veröffentlichten Umfrage. Die vorherigen
werden per Mausklick in den Grafiken sichtbar. Auch für Berlin hat das
recht extreme Medienportal Nius Umfragen beim Institut Insa in Auftrag
gegeben. Man darf davon ausgehen, dass diese interessengeleitet sein
könnten. Um sich ein Gesamtbild machen zu können, empfiehlt sich wie immer
der Vergleich der verschiedenen Institute.
Die Prozente
Es gibt kein Bundesland mit annähernd ähnlicher Ausgangslage. Laut Umfragen
kommen nur fünf Parteien in das neue Abgeordnetenhaus. Und alle fünf liegen
dicht beieinander. Nur noch knapp vorn lag lange die CDU, die ihren
[3][Regierenden Bürgermeister Kai Wegner] im Amt halten möchte. Auch in
Berlin kann die AfD – zumindest laut Insa – auf Platz zwei hoffen, wenn
auch mit deutlich weniger Prozentpunkten als in anderen Bundesländern.
Infratest dimap sieht CDU, AfD, Grüne und Linke sogar nahezu gleich auf –
zuletzt mit einem minmalen Vorsprung der Linken. Und die SPD ein Stück
dahinter. Zwischen diesen fünf scheint bis zum Wahlsonntag noch alles
möglich.
Durchaus noch im Rennen sind auch BSW und FDP. Beide liegen zwar seit
Jahresbeginn konstant unter der Fünfprozenthürde. Aber wenn es ihnen
gelingt, im Schlussspurt Wähler:innen zu begeistern, könnte es
vielleicht reichen.
## Der Umfrageverlauf
Der Verlauf der Umfragen zeigt, dass die CDU seit über drei Jahren vorne
lag. Ihr Vorsprung ist aber in diesem Jahr deutlich geschmolzen.
Die rechtsextreme AfD hat sich bei Insa auf Platz zwei vorgekämpft.
SPD, Linke und Grüne haben sich mehrfach abgewechselt. Mal lag die Linke
vorn, bei Insa hingegen meist die SPD. Infratest dimap sieht hingegen Grüne
und Linke vorn – und beide deutlich vor der SPD. Bis zur Wahl kann sich
hier aber noch viel ändern, weil die Abstände minimal sind.
Die Sitze
Wenn fünf Parteien prozentual nah beieinander liegen, hat das auch
Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus. Auch dort wird es
voraussichtlich fünf einigermaßen gleich große Fraktionen geben.
Der Koalitionsrechner
In dieser Grafik können Sie Ihre Lieblingskoalition angeben – und schauen,
ob sie eine Mehrheit hätte. Vor allem aber sieht man schnell, dass es auf
ein Dreierbündnis im kommenden Abgeordnetenhaus hinausläuft. Denn selbst
die aktuell größtmögliche Zweierkoalition würde keine Mehrheit der Sitze
haben. Da dafür auch noch CDU und AfD zusammengehen müssten, kann man das
wohl komplett ausschließen.
Dreierkoalitionen sind viele denkbar. Rot-Rot-Grün. Rot-Grün-Rot. Oder
Grün-Rot-Rot. Rechnerisch hätten auch Bündnisse mit der CDU eine Mehrheit.
Dann müsste aber Kai Wegner nicht nur noch mal die SPD, sondern auch die
Grünen oder gar die Linke für sich begeistern können.
## Die Unzufriedenheit mit den Politiker:innen
Ein Problem in der Berliner Landespolitik sind die Spitzenpolitiker:innen.
Zumindest aus der Sicht der Wähler:innen. Denn richtig begeistern kann
niemand. Zwar hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) noch die
höchsten Beliebtheitswerte. Aber toll finden ihn dennoch nur 17 Prozent der
Berliner Wähler:innen. Wegners größtes Problem ist: Man kennt ihn. Denn er
hat die mit Abstand höchste Unbeliebtheitsrate. 67 Prozent der Befragten
sind mit dem Tennisspieler unzufrieden.
Da haben es die Konkurrent:innen [4][Steffen Krach] (SPD), [5][Werner
Graf] (Grüne), [6][Elif Eralp] (Linke) und [7][Kristin Brinker] (AfD)
deutlich einfacher. Zwar liegen die Zufriedenheitswerte bei keine:r höher
als miserable 10 Prozent. Und die Unzufriedenheitsraten sind bei allen
doppelt so hoch. Doch 70 bis 80 Prozent der Berliner:innen ist das
Spitzenpersonal schlichtweg egal. Die größte Gefahr scheint hier, dass eine
der vier bekannt wird – durch negative Schlagzeilen.
Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Senat
Die Unzufriedenheit kommt auch bei der Frage nach der Politik des aktuellen
schwarz-roten Senats zum Tragen. Gemocht wird er von fast niemanden. Das 95
Prozent der AfD-Fans unzufrieden mit der Regierung sind, mag nicht
überraschen. Aber auch nur 53 Prozent der CDU-Wählerinnen können sich für
die von der CDU geführte Regierung erwärmen. Unter SPD-Wähler:innen sind
sogar weniger als die Hälfte zufrieden.
Die Wählerwanderung
Die folgende Grafik wird nach dem Wahlabend die Wanderungen der
Wähler:innen zwischen den Parteien zeigen.
Die Wahlkreise
In dieser Grafik können ab dem späten Wahlabend die Ergebnisse der
einzelnen Wahlkreise eingesehen werden.
Die Hochburgen
Auch diese Grafik wird erst am Wahlabend mit Daten gefüllt.
25 Jun 2026
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Gereon Asmuth
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