# taz.de -- Metas neuer Whatsapp-Chef: Es ist ein Philosoph
> Mit Kunal Shah übernimmt einer von Indiens einflussreichsten
> Fintech-Unternehmern die Leitung von Metas Messenger Whatsapp. Wer ist
> der Mann?
IMG Bild: Kunal Shah übernimmt WhatsApp. Der indische Tech-Unternehmer soll neue Einnahmequellen für den Messenger erschließen
Die Liste indischstämmiger CEOs an der Spitze von US-Techkonzernen ist um
Kunal Shah gewachsen. Der 47-jährige Inder aus Bangalore übernimmt die
Leitung von Whatsapp. Er folgt auf Will Cathcart, der den Messenger seit
2019 führte und sich künftig auf die Entwicklung von KI-Anwendungen
konzentrieren will. Shah machte sich in der Tech-Welt vor allem als
Unternehmer und Gründer zweier Finanzdienstleistungsunternehmen einen
Namen, zuletzt mit Cred.
„Cred ist bereit für die nächste Phase. Ich trete zurück“, schrieb Shah
Anfang der Woche [1][auf der Plattform X], auf der ihm über eine Million
Menschen folgen. [2][Meta], der Mutterkonzern von WhatsApp, bestätigt den
Wechsel. Shah soll neue Einnahmequellen für Whatsapp erschließen.
Gleichzeitig kündigte Meta an, 900 Millionen US-Dollar in Cred zu
investieren. Shah zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück, bleibt
aber Gesellschafter.
Whatsapp habe schon viel erreicht, doch das Potenzial sei noch nicht
ausgeschöpft, erklärte Shah. In Indien können Nutzer:innen
beispielsweise bereits Geld über die App [3][senden und empfangen] –
ähnlich wie bei der chinesischen Super-App WeChat. Mit über einer halben
Milliarde Nutzer:innen ist Indien mittlerweile der größte Markt von
Whatsapp vor Brasilien, Indonesien und den USA. Shah scheint für die neue
Aufgabe prädestiniert.
## Mark Zuckerberg ist Fan
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kam offenbar zum selben Schluss. Er lobte
Shahs Arbeit mit Cred, das er als „eines der wichtigsten
Technologieunternehmen Indiens“ bezeichnete. Fintech-Gründer wie Shah
brächten den Unternehmergeist und die globale Perspektive mit, die für die
Leitung der weltweit größten Messaging-App nötig seien. Bei Cred übernimmt
Shahs langjähriger Weggefährte Miten Sampat das Ruder.
Shah betonte, Meta werde als passiver Minderheitsinvestor auftreten und
keinen Zugriff auf Kundendaten erhalten. Sampat ergänzte, die Beteiligung
sei ein Schritt, um Cred als stabile Institution zu etablieren und an die
Börse zu bringen. 2018 gründete Shah Cred mit 1 Million US-Dollar
Eigenkapital und dem Ziel, „Menschen für die pünktliche Bezahlung ihrer
Kreditkartenrechnungen zu belohnen“. Das Startkapital stammte aus dem
Verkauf der digitalen Zahlungsplattform [4][Freecharge], die ihn über Nacht
bekannt machte.
Unterdessen wuchs unter seiner Führung Cred auf 17 Millionen
Nutzer:innen an und erreichte eine Bewertung von 4,5 Milliarden
US-Dollar. Das Unternehmen, das seit 2022 mit Mastercard kooperiert,
erhielt 2026 die Zulassung als Zahlungsdienstleister der indischen
Zentralbank und schreibt inzwischen schwarze Zahlen.
Im Gegensatz zu den indischstämmigen CEOs Sundar Pichai (Alphabet) oder
Satya Nadella (Microsoft) studierte Shah nicht in den USA, sondern in
Mumbai. Zuerst Philosophie, später Management, ohne in diesem Fachgebiet
einen Abschluss zu machen. Seit 1995 gründete er jedoch [5][mehrere
Unternehmen] im Finanzsektor und wurde so zum einflussreichen Akteur im
indischen Startup-Ökosystem. Mit Cred gelang ihm sein bisher größter
Erfolg. Vieles hat sich seitdem verändert, doch seine dunkle Hornbrille ist
geblieben und scheinbar auch die Frage, die ihn umtreibt: Was bringt
Menschen dazu, ihr Verhalten zu ändern?
25 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://x.com/kunalb11/status/2069043017420599323
DIR [2] https://www.businesswire.com/news/home/20260622947239/en/CRED-to-Raise-INR-8550-Crore-USD-900M-From-Meta
DIR [3] https://www.thehindu.com/business/payments-on-whatsapp-go-live-in-india/article33037143.ece
DIR [4] https://yourstory.com/2016/05/freecharge-ceo-chairman
DIR [5] https://www.livemint.com/companies/people/not-just-freecharge-and-cred-full-list-of-other-companies-founded-by-kunal-shah-11782201668937.html
## AUTOREN
DIR Natalie Mayroth
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