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       # taz.de -- Deutsche Niederlage gegen Ecuador: Maximales Chaos
       
       > Den Deutschen fehlt beim 1:2 gegen ein bestens aufgelegtes Team aus
       > Ecuador jede Ordnung. Nur gut, dass der Gruppensieg schon vor diesem
       > Spiel feststand.
       
   IMG Bild: Traurige Gestalten: deutsche Fußballer nach der Niederlage gegen Ecuador
       
       Das Spiel: Nach zwei Minuten stand es nach einem Tor von [1][Leroy Sané]
       1:0 für die DFB-Elf. Gut eigentlich. Was danach kam, war dann doch ziemlich
       merkwürdig. Das defensive Mittelfeld war ein amorphes Gebilde. Niemand
       schien zu wissen, wo sein Mitspieler steht oder hinläuft. Nicht einmal der
       sonst so passsichere Alexander Pavlovic schien einen Überblick über das
       Spielfeld zu haben und warum Felix Nmecha immer wieder glaubte, sich für
       die Ballverarbeitung ganz viel Zeit nehmen zu können, weiß er wohl selbst
       nicht so genau.
       
       Die aggressiv anlaufenden Spieler aus Ecuador mussten nie lange warten, bis
       der Ball in ihren Reihen war. Nach zehn Minuten stand es 1:1 und da war
       schon klar, dass Ecuador an diesem Tag die bessere Mannschaft war.
       Getroffen hatte ein putzmunterer Nilson Angulo, der allein mehr Energie auf
       den Platz brachte als das gesamte deutsche Team, das in der zweiten Hälfte
       beinahe auseinandergefallen ist.
       
       Planvolles Aufbauspiel war nicht zu erkennen. Die Ergänzungsspieler, allen
       voran Angelo Stiller, die Bundestrainer Julian Nagelsmann in der zweiten
       Halbzeit eingewechselt hat, fremdelten extrem auf dem Platz. Dass diese
       Gruppe in diesem Turnier so nie wieder zusammenspielen wird, ist vielleicht
       die beste Nachricht für die Deutschen nach diesem Spiel.
       
       Dass das 2:1 für Ecuador durch Gonzalo Plata nach einer hundsmiserabel
       verteidigten Ecke gefallen ist, passt zu dem chaotischen Eindruck, den das
       deutsche Team hinterlassen hat. Auch bei ruhenden Bällen war keinerlei
       Ordnung im deutschen Spiel. Vielleicht also war das ja doch gar nicht so
       gut, was die Deutschen [2][gegen Curaçao] und [3][die Elfenbeinküste]
       zusammengespielt haben. Nun ja. Gruppensieger ist das DFB-Team trotzdem.
       
       Aura: Der absolute Hingucker des Spiels war Ecuadors Ausnahmesechser Moisés
       Caicedo. Mit welcher Hingabe er einen Ball nach dem anderen abgelaufen ist,
       war zum Zungeschnalzen. Er wusste immer, wo sein Einsatz gerade gefragt
       war. Einen Kicker mit derartigem Spielverständnis bei der Arbeit zuzusehen,
       ist das reinste Vergnügen.
       
       Stimmungsbarometer: Gute Laune wird das Spiel keinem deutschen
       Auswahlfußballer gemacht haben. Julian Nagelsmann hatte nach dem Spiel so
       gar keine Lust, den Reportern am Spielfeldrand seine Sicht der Dinge zu
       schildern. Sonst hört er sich doch so gern die Fußballwelt erklären.
       Diesmal kam da nichts. Gar nichts.
       
       Der taz Fifa-Friedenspreis: So viel Freude in den Gesichtern der Spieler,
       dieses aufgekratzten Trainers und der Zuschauer aus Ecuador! Und wer hat
       ihnen die Freude beschert? Das Team aus Ecuador natürlich. Und der DFB –
       durch seinen bescheidenen Auftritt. Dafür kann man schon mal einen
       Friedenspreis vergeben.
       
       Titelreife: „Dass man zwei Jahre warten muss, dass man Weltmeister wird,
       tut weh.“ Das hatte Nagelsmann [4][nach dem Viertelfinal-Aus bei der
       Heim-EM] vor zwei Jahren gesagt. Sagen wir es so: Wenn die Deutschen so
       weiterspielen, müssen wir uns das elende Gekicke nicht mehr oft antun. Am
       Montag dürfen sie im Sechzehntelfinale noch mal ran.
       
       26 Jun 2026
       
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