# taz.de -- +++ Erdbeben in Venezuela +++: 50.000 Menschen vermisst
> Die Zahl der Erdbebentoten ist in Venezuela auf mindestens 589 gestiegen.
> In den Trümmern werden laut UN-Angaben noch mehr als 50.000 Menschen
> vermisst.
IMG Bild: La Guaira, Venezuela, am 25. Juni: Ein Mensch steht auf Trümmern eines eingestürzten Hauses
## Vereinte Nationen: 50.000 Menschen vermisst
Nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela werden nach Angaben der
Vereinten Nationen mehr als 50.000 Menschen vermisst. „Die Suche in den
Trümmern ist eine kolossale Aufgabe“, sagte der UN-Nothilfekoordinator Tom
Fletcher am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Genf. „Mehr als 50.000
Menschen werden vermisst, mehr als 500 sind tot.“ Der
UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten fügte hinzu: „Es
handelt sich um eine extrem komplexe Rettungsaktion.“
Das verheerende Doppel-Beben hatte sich am Mittwochabend im Abstand von nur
39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die beiden Erdstöße
hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, in den folgenden Stunden wurden
dutzende Nachbeben registriert. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden
schwer beschädigt. Bis Donnerstagabend Ortszeit wurden nach
Regierungsangaben 589 Todesopfer geborgen, etwa 4300 weitere Menschen
wurden verletzt. (afp)
## Mehrere Hundert Erdbebentote
Die Zahl der Erdbebentoten in Venezuela ist auf mindestens 589 gestiegen.
Mindestens 2.980 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte
Interimspräsidentin Delcy Rodríguez am Freitag mit. (ap)
## Pistorius: Hilfe für Venezuela „so schnell wie möglich“
Verteidigungsminister Boris Pistorius will nach den Erdbeben in Venezuela
alles für eine schnelle Unterstützung unternehmen. „Wir wollen
sicherstellen, dass das Hilfsmaterial so schnell wie möglich hinkommt“,
sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch auf der Messe IdeenExpo in
Hannover.
Zur Zahl der Opfer sagte er: „Schätzungen gehen in die Tausende, aber wir
wissen es eben noch nicht. Und wir haben gesagt, wir wollen schnell
bereitstehen, wenn Anforderungen kommen. Sie sind da.“
Die Bundeswehr war zuvor vom niedersächsischen Wunstorf aus mit
Transportflugzeugen gestartet, um Hilfsgüter und deutsche Rettungskräfte in
das südamerikanische Land zu bringen. An Bord der Bundeswehr-Maschinen sind
neben Soldaten zahlreiche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW)
sowie tonnenweise Material und Technik. Zu den Hilfsgütern zählen unter
anderem Wasserfilter, Feldbetten, Zelte und Generatoren. (dpa)
## Deutsche Rettungskräfte unterwegs
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela mit mindestens 235 Toten haben
sich die ersten Rettungskräfte aus Deutschland auf den Weg ins
Katastrophengebiet gemacht. Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen hob
am Vormittag eine erste Militärmaschine des Typs A400M ab, wie ein
dpa-Reporter vor Ort berichtete. Weitere sollten noch im Laufe des Tages
folgen.
An Bord der Bundeswehr-Maschinen sind neben Soldaten zahlreiche
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sowie tonnenweise Material
und Technik. Zu den Hilfsgütern zählen unter anderem Wasserfilter,
Feldbetten, Zelte und Generatoren. (dpa)
## Internationaler Flughafen wegen Schäden geschlossen
Nach Angaben der Luftwaffe sollen die Maschinen zunächst auf die
Karibikinsel Curaçao fliegen. Der Flug soll rund viereinhalb Stunden
dauern. Danach soll es dann weitergehen zu einem Flugplatz in Venezuela –
wohin genau, war zunächst nicht bekannt. Der internationale Flughafen Simón
Bolívar im schwer getroffenen Bundesstaat La Guaira war wegen Schäden
geschlossen worden.
Zwei schwere Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am Mittwoch den Norden und
das Zentrum Venezuelas erschüttert – im Abstand von 39 Sekunden. Nach
Angaben der Regierung des südamerikanischen Landes gibt es nach ersten
Erkenntnissen mindestens 235 Tote, mehr als 4.300 Menschen wurden verletzt.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Gesamtzahl der Vermissten in die Tausende
gehen könnte. Die Bundesregierung hat bislang keine Erkenntnisse über
deutsche Staatsangehörige unter den Opfern. (dpa)
## Einsatzleiter: Unübersichtliche Lage
Die Lage in Venezuela sei noch sehr unübersichtlich, sagte der
THW-Teamleiter des deutschen Einsatzes, Peter Benz. „Wir lesen natürlich
auch die Newsticker und versuchen, uns aus den Puzzlesteinen ein Bild
zusammenzusetzen.“ Dabei würden auch Kontakte vor Ort helfen. „Aber wir
werden sicherlich mit ganz, ganz viel Zerstörung und ganz viel Leid
konfrontiert sein.“
Auf Bildern aus Venezuela habe er die zerstörten Hochhäuser gesehen. Die
Betonbebauung habe den Vorteil, dass sich Hohlräume bildeten. „Und in den
Hohlräumen haben Menschen Chancen zu überleben“, sagte der Einsatzleiter.
Die Einsatzkräfte haben neben Suchhunden auch technisches Material wie
Mikrofone und Kameras dabei, um Verschüttete zu lokalisieren. Die Erfahrung
zeige, dass auch „nach 100, 120, 150 Stunden“ immer noch überraschend
Menschen lebendig aus den Trümmern gerettet würden, sagte Benz. (dpa)
## Minister: mehr als 70.000 Familien in La Guaira betroffen
dpa | Nach den [1][verheerenden Erdbeben in Venezuela] sind allein im
Bundesstaat La Guaira mehr als 70.000 Familien von den Folgen der
Katastrophe betroffen. Das teilte Innenminister Diosdado Cabello am
Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch in dem besonders schwer getroffenen
Bundesstaat an der Karibikküste mit.
„Wir lassen euch nicht allein“, sagte Cabello und kündigte umfassende
Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie die Unterstützung der Bevölkerung mit
Lebensmitteln und Wasser an.
Zwei schwere Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am Mittwoch den Norden und
das Zentrum Venezuelas erschüttert – im Abstand von nur 39 Sekunden.
Schwere Schäden gab es besonders in La Guaira, wo auch der internationale
Flughafen und der wichtigste Seehafen des Landes liegen. Laut der Regierung
des südamerikanischen Landes wurden bislang 235 Tote gezählt.
## Ausländische Helfer fliegen nach Erdbeben nach Venezuela
dpa | Internationale Hilfsteams mit Spürhunden bereiten sich auf den
Einsatz in Venezuela vor. Nach den tödlichen Erdbeben, die das
südamerikanische Land erschüttert haben, werden aus Ländern wie Deutschland
und Mexiko Rettungskräfte entsandt, um nach Überlebenden zu suchen. Knapp
50 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) fliegen an diesem Freitag
in das Katastrophengebiet.
Mehr als 4.300 Verletzte seien bisher in öffentlichen Krankenhäusern
behandelt worden, sagte der venezolanische Gesundheitsminister Carlos
Alvarado im Fernsehsender VTV. Rund 200 weitere Menschen sollen noch immer
unter den Trümmern verschüttet sein, wie der Präsident der
Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, sagte. Dabei dürfte es aber nur um
diejenigen gehen, die bereits unter den Trümmern verortet wurden. Es gibt
Hinweise darauf, [2][dass die Gesamtzahl der Verschütteten in die Tausende
gehen könnte.]
## „Entscheidende Stunden“
dpa | „In der Regel sagt man: 72 Stunden nach einem Erdbeben, das sind ganz
entscheidende Stunden. Da können wir auch noch sehr viele Menschen lebend
retten“, sagte THW-Präsidentin Sabine Lackner in Köln kurz vor der Abreise
des Teams aus Deutschland. Es gebe aber auch danach immer wieder „Wunder“.
Der Abflug des THW-Teams war für Freitagmorgen vom Fliegerhorst Wunstorf in
Niedersachsen mit einer Bundeswehrmaschine geplant. Im Vordergrund stünden
die Bergung und Rettung von Personen aus zerstörten Gebäuden, sagte
Lackner. Zu der Schnell-Einsatz-Einheit gehörten vier Rettungshundeführer
mit jeweils einem Hund.
## Gemeinsame Lagebeurteilung mit Caracas geplant
dpa | Mexiko, das selbst schwere Erdbebenkatastrophen erlebt hat, schickt
ein 250-köpfiges Team aus Rettungskräften und Medizinern mit vier
Flugzeugen nach Venezuela, wie Präsidentin Claudia Sheinbaum mitteilte.
Fünf Spürhunde und eine Drohne seien ebenfalls Teil des Einsatzes. „Sobald
sie dort angekommen sind und gemeinsam mit den venezolanischen Behörden
eine Lagebeurteilung vorgenommen haben, werden wir sehen, welche
zusätzliche Hilfe sie benötigen“, sagte Sheinbaum. Auch weitere Länder
haben Hilfe zugesagt.
## Washington mobilisiert 150 Millionen US-Dollar
dpa | US-Präsident Donald Trump bekräftigte bei einem Abendessen mit
Farmern im Rosengarten des Weißen Hauses, dass sein Land Venezuela helfen
werde. Auch das US-Militär soll dabei unterstützen – dafür seien unter
anderem ein amphibisches Transportschiff, ein Küstenkampfschiff und
Transportflugzeuge bereitgestellt worden, teilte das zuständige
US-Regionalkommando Southcom mit.
Zuvor hatte das US-Außenministerium bereits angekündigt, zusätzlich zur
logistischen Unterstützung 150 Millionen Dollar (rund 132 Mio. Euro) an
Hilfsgeldern zu mobilisieren. 100 Millionen davon sollen direkt an das
UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten OCHA gehen. Kanada sagte laut
Angaben des Außenministeriums in Ottawa 5 Millionen kanadische Dollar (gut
3 Mio. Euro) humanitäre Hilfe zu.
Das US-Finanzministerium teilte zudem mit, im Zusammenhang mit
Erdbebenhilfemaßnahmen in Venezuela vorübergehend Transaktionen zu
erlauben, die andernfalls wegen Sanktionen verboten wären. Die
Ausnahmegenehmigung gilt demnach bis zum 23. Oktober 2026.
## Starlink bietet kostenloses Internet an
rtr | Der Satelliten-Internetdienst Starlink von Elon Musks
Raumfahrtunternehmen SpaceX stellt seinen Nutzern in Venezuela nach den
beiden Erdbeben für einen Monat kostenlosen Zugang zur Verfügung. Zudem
arbeite das Unternehmen daran, rasch Starlink-Terminals aufzubauen und die
Internetverbindung in den am schwersten getroffenen Gebieten
wiederherzustellen, teilt Starlink auf der Plattform X mit.
26 Jun 2026
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