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       # taz.de -- Wehrfähige Ukrainer verlieren Schutz: Die EU als Vollstreckungsgehilfe
       
       > Während der Krieg mit Russland eskaliert, fasst die EU einen Beschluss,
       > der Wehrpflichtige zurück an die Front zwingen soll. Eine
       > Bankrotterklärung.
       
   IMG Bild: Die EU zwingt Wehrpflichtige an die Front: Ukrainische Soldaten üben mit einer bewaffneten Bodendrohne
       
       Es ist kaum zu fassen. Während der Krieg mit Russland eskaliert und immer
       mehr ukrainische Männer nach Europa flüchten, fasst die EU einen Beschluss,
       [1][der Wehrpflichtige zurück an die Front zwingen soll]. Brüssel macht
       sich zum Vollstreckungsgehilfen der ukrainischen Wehrbehörden.
       
       Wer abrückt, könne künftig nicht mehr mit Schutz rechnen und müsse seinen
       „militärischen Verpflichtungen“ nachkommen, kündigte die EU-Kommission an.
       23- bis 60-Jährige, die von der Ukraine keine Ausreiseerlaubnis bekommen,
       sollen zurückgeschickt werden.
       
       Damit ist die Jagd auf Kriegsdienstverweigerer und „Fahnenflüchtlinge“
       eröffnet – mit freundlicher Unterstützung aus Brüssel. Weil der Ukraine die
       Soldaten ausgehen, wollen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und
       Innenkommissar Magnus Brunner mit einem Verwaltungsakt nachhelfen.
       
       ## Der zweite Tabubruch in einer Woche
       
       Doch hier geht es um weit mehr als einen Verwaltungsakt. Die EU bricht ein
       Schutzversprechen, das sie den Ukrainern bisher wie selbstverständlich
       gewährt hat. Nach [2][dem Geheimtreffen mit den Taliban in Brüssel] ist
       dies bereits der zweite schlimme Tabubruch binnen einer Woche.
       
       Auch diesmal handelt Brüssel auf Druck der Mitgliedstaaten, auch diesmal
       kommt Deutschland eine unrühmliche Vorreiterrolle zu. Bundesinnenminister
       Alexander Dobrindt (CSU) hat als Erster mit den Taliban gedealt, und er hat
       wiederholt gefordert, ukrainische Männer abzuweisen.
       
       Die EU fügt sich aber auch den Wünschen der Ukraine. Nach Angaben von
       Präsident Wolodymyr Selenskyj mobilisiert die Armee monatlich bis zu 34.000
       Mann. Das reicht jedoch nicht aus, um die massiven Verluste an der Front
       auszugleichen. Deshalb wurde nun der Marschbefehl aus Brüssel fällig.
       
       Mit den hehren Prinzipien der EU ist all das nicht zu vereinbaren. Der
       Europarat hatte noch am Donnerstag davor gewarnt, den Schutz von
       Flüchtlingen auszuhöhlen – er wurde nicht erhört. Die Fortsetzung des
       Krieges gegen Russland ist für Berlin und Brüssel offenbar wichtiger als
       der Schutz der Männer.
       
       26 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-schutzstatus-ukraine-102.html&ved=2ahUKEwjmia666aSVAxUgQfEDHUIyE78QvOMEKAB6BAgyEAE&usg=AOvVaw30lyRw8nva3jz1h83U1-j-
   DIR [2] /Abschiebungen-nach-Afghanistan/!6190020
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eric Bonse
       
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