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       # taz.de -- ARD-Podcast „Seelenfänger: Holy Hell“: Züchtigen für den Himmel
       
       > Die neuste Staffel beschäftigt sich mit den Kwasizabantu. Wieder gelingt
       > es dem BR eindrücklich Abgründe spiritueller Gruppierungen zu zeigen.
       
   IMG Bild: Die neue Staffel des Podcasts „Seelenfänger“ des Bayerischen Rundfunks zu hören bei ARD Sounds
       
       Mit nackten Knien auf der Kante eines Holzscheites. [1][Oder gleich
       Prügel]. Bestraft, weil Rebecka und ihr Bruder beim Kinderschminken in der
       Schule mitgemacht hatten. Das ist in den Augen ihrer Familie eine Sünde.
       Diese ist Mitglied in einer Gemeinde der evangelikalen Gruppierung
       Kwasizabantu. Und da gilt: Wer sein Kind liebt, züchtigt es, damit es nicht
       in die Hölle kommt.
       
       Mittlerweile ist Rebecka 40 Jahre alt und hat nichts mehr mit der Gemeinde
       zu tun. Aber der Missbrauch, den sie bei Kwasizabantu erlebte, verfolgt sie
       bis heute. Auch, weil sich einer der Täter nach Jahrzehnten bei ihr
       meldete.
       
       In der neuesten Staffel des [2][Podcasts „Seelenfänger]“ des Bayerischen
       Rundfunks mit dem Titel „Holy Hell“ begleiten die Journalist:innen sie
       dabei, einen der Täter zu konfrontieren. Außerdem begeben sich die
       Report:innen auf investigative Recherche nach Südafrika. Hier wurde
       Kwasizabantu 1970 von Erlo Stegen, einem Nachkommen deutscher Missionare,
       gegründet. Ironischerweise bedeutet der Name: „Der Ort, an dem Menschen
       geholfen wird.“
       
       Rebecka und ihr Bruder sind zwei von vielen Aussteiger:innen, die heute von
       Missbrauch, systematischer und sexualisierter Gewalt bei Kwasizabantu
       berichten. In mehreren Ländern gab und gibt es dazu Ermittlungsverfahren.
       Das „Seelenfänger“-Team versucht herauszufinden, wie die Gemeinde heute
       ist. Wieder schafft es die Podcastreihe, eindrücklich die Abgründe
       vermeintlich spiritueller Gruppierungen zu zeigen. Vor allem, weil
       Betroffene eine Stimme bekommen.
       
       Die bleiben nicht nur Opfer von brutalen Praktiken einer
       [3][fundamentalistischen] Glaubensgemeinschaft. Es geht auch darum, wie sie
       sich heute wehren und Handlungsmacht zurückgewinnen. Darauf sollte sich das
       Team konzentrieren. Die verdeckte Recherche in der Zentrale in Südafrika
       wirkt dagegen eher wie ein Versuch, noch ein paar Szenen für den Podcast zu
       erzeugen.
       
       13 Jul 2026
       
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