# taz.de -- Rechter Kulturkampf: Das Anti-Antifa-Bündnis
> Rechte Medien schreiben einen Skandal um das Bündnis „Widersetzen“
> herbei. Die CDU ist bei den Attacken indirekt behilflich – und schwächt
> antifaschistisches Engagement.
IMG Bild: Widersetzen-Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt am 4. Juli
Der Ablauf ist inzwischen fast ritualisiert: [1][Ein Rechts-außen-Medium
mit geringer publizistischer Bedeutung] erhebt einen abstrusen Vorwurf.
Springer-Medien greifen das Thema auf, nicht selten liefert die AfD über
parlamentarische Anfragen Debattenmaterial hinzu. Schließlich wittert die
CDU ein neues Kulturkampfthema und springt von der Regierungsbank auf, um
die Forderungen umzusetzen.
Seit den Massenprotesten von Widersetzen gegen die AfD in Erfurt ist
dieselbe Diskursdynamik nahezu in Reinform zu beobachten. In Dauerschleife
versuchen rechte Medien seither, einen Skandal um das Protestbündnis
Widersetzen herbeizuschreiben. Zu welchen Methoden dabei gegriffen wird,
spricht Bände: Apollo News hat den mutmaßlichen Klarnamen und den
Arbeitgeber einer der Sprecher:innen von Widersetzen ins Netz gestellt.
Bereits seit Wochen attackieren rechte Medien darüber hinaus den VVN-BdA,
die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der
Antifaschist:innen.
Glaubt man der Welt, trägt diese Arbeit inzwischen Früchte. Laut dem
Springer-Medium prüft [2][die Berliner Senatsfinanzverwaltung unter Stefan
Evers (CDU) nun erneut die Gemeinnützigkeit der ältesten antifaschistischen
Organisation der Bundesrepublik] – dabei war dieser Status der Organisation
erst 2021 nach umfassender Prüfung bestätigt worden. Anlass ist offenbar,
dass der VVN-BdA das Spendenkonto von Widersetzen verwaltet – was der
Verband nie bestritten hat. Evers will übrigens Berlins kommender
Regierender Bürgermeister werden.
## Orientiert an Trumps Kulturkämpfen
Schon länger ist zu beobachten, dass die CDU Antifaschismus zunehmend als
Gefahr wahrnimmt – unabhängig davon, ob es um militant agierende Antifas im
Budapest-Komplex oder um den Stolpersteine verlegenden VVN-BdA geht. Es ist
ein Kurs, der sich an Donald Trumps Kulturkämpfen in den USA orientiert und
an dessen Ende die kritische Zivilgesellschaft insgesamt ins Visier
genommen wird – wie sich bereits beim Förderprogramm „Demokratie leben!“
gezeigt hat.
Für die breite antifaschistische Zivilgesellschaft muss die rechte
Medienkampagne gegen Widersetzen eine Lehre sein. Fast alle Medien haben
nach dem Angriff auf die Apollo-Mitarbeiter in Erfurt mit vielen Worten um
die Pressefreiheit gebangt – und natürlich sind körperliche Attacken auf
Medienvertreter keine linke Praxis. Das heißt aber nicht, dass man Medien
wie Apollo News nicht als das bezeichnen sollte, was sie sind: eine mediale
Anti-Antifa, die keinen Journalismus, sondern Propaganda betreibt. Dass
dies nicht im Sinne der Demokratie geschieht, sollte auch die CDU endlich
mal verstehen.
14 Jul 2026
## LINKS
DIR [1] https://apollo-news.net/
DIR [2] https://de.indymedia.org/node/752885
## AUTOREN
DIR Timm Kühn
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