# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Israel bestätigt Drohnenangriff im Südlibanon
> Israel fliegt einen Angriff auf mutmaßliche Kämpfer im Süden des Libanon.
> Bahrain wirft dem Iran „Sabotage“ vor.
IMG Bild: Im Golf von Oman, zwischen der Straße von Hormus und dem Arabischen Meer, sind Tanker und Frachtschiffe zu sehen, 15. Juni 2026
## Israel bestätigt Drohnenangriff im Südlibanon
Israel bestätigt den Drohnenangriff im Südlibanon. Das Militär teilt der
Nachrichtenagentur Reuters mit, es habe den Schlag mit einer Drohne
ausgeführt, da sich keine eigenen Truppen in der unmittelbaren Umgebung
befänden. Ziel sei eine Person gewesen, die eine Bedrohung für die
israelischen Streitkräfte dargestellt habe. (rtr)
## Israel fliegt Angriff auf mutmaßliche Kämpfer im Süden des Libanon
Einen Tag nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens mit dem Libanon
über einen Weg zum dauerhaften Frieden hat Israel einen Luftangriff im
Süden des Nachbarlandes geflogen. Der Angriff in der Region der Stadt
Nabatijeh habe sich gegen „mutmaßliche Terroristen“ gerichtet, die eine
Drohung gegen israelische Soldaten ausgeprochen hätten, teilte eine
Sprecherin der israelischen Armee am Samstag der Nachrichtenagentur AFP
mit.
Es war der erste israelische Angriff nach der Unterzeichnung des
Rahmenabkommens über ein Ende des seit Jahrzehnten anhaltenden
Kriegszustandes zwischen Israel und dem Libanon. Unter Vermittlung der USA
hatten beide Länder am Freitag in Washington die Vereinbarung
unterzeichnet, die den Weg zu einem israelisch-libanesischen
Friedensabkommen ebnen soll. In der Rahmenvereinbarung ist unter anderem
die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah vorgesehen.
Anhänger der schiitischen Miliz, die den Libanon Anfang März mit Angriffen
auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen hatte, protestierten in der
libanesischen Hauptstadt Beirut gegen das Abkommen. (afp)
## Bahrain meldet Drohnenangriffe
Bahrain hat am Samstag Drohnenangriffe aus dem Iran gemeldet. Das
Außenministerium teilte mit, mehrere iranische Drohnen hätten am frühen
Morgen Ziele in dem Golfstaat angegriffen. Das Ministerium verurteilte die
Angriffe auf das Schärfste und warf dem Iran eine „eklatante Verletzung“
der Souveränität des Landes und eine „Sabotage“ der Friedensbemühungen vor.
Ein genauer Angriffsort wurde nicht genannt. Auch zu möglichen Verletzten
oder Schäden wurden keine Angaben gemacht.
Nach US-Angriffen auf Ziele im Iran hatte Teheran nach eigenen Angaben am
Samstag Gegenangriffe auf US-Einrichtungen in der Golfregion ausgeführt.
Das iranische Außenministerium warf Washington einen „eklatanten Verstoß“
gegen das zwischen beiden Ländern geschlossene Rahmenabkommen vor. Das
US-Militär hatte zuvor mitgeteilt, es habe als Reaktion auf einen
iranischen Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus iranische
Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen attackiert. (dpa/afp)
## Iran: Keine Schäden am Hafen von Sirik nach US-Angriff
rtr | Bei dem US-Angriff am späten Freitagabend sind am iranischen Hafen
Sirik einem örtlichen Behördenvertreter zufolge keine Schäden entstanden.
Die Lage vor Ort sei normal, meldet die iranische Nachrichtenagentur Mehr
unter Berufung auf den Beamten.
## USA melden erste Angriffe gegen Iran seit Rahmenabkommen
dpa | Erstmals seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran zur
Beilegung des Kriegs hat das US-Militär wieder Angriffe gegen den Iran
gemeldet. Die Angriffe aus der Luft auf iranische Raketen- und
Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen seien als Reaktion auf
die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag erfolgt, teilte das für den
Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom am späten Freitagnachmittag
US-Ostküstenzeit mit.
US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff auf das Frachtschiff zuvor dem
Iran zugeschrieben und als Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarung
gewertet. Als Reaktion auf die US-Angriffe habe die Marine der Iranischen
Revolutionsgarden (IRGC) US-Ziele in der Region attackiert, hieß es in
einer Stellungnahme der iranischen Eliteeinheit. Unabhängig überprüfen
lassen sich die Angaben nicht, eine Bestätigung von US-Seite stand zunächst
aus.
## Was über die US-Angriffe bekannt ist
dpa | Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in
der Nacht zu Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichtete unter
anderem das Staatsfernsehen Irib. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt
am Persischen Golf nahe der [1][Straße von Hormus] und war bereits in der
Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen. Auch von der Insel Qeschm
wurden demnach Einschläge von Projektilen gemeldet.
Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass
sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe vier iranische Stellungen entlang der
Straße von Hormus und auf der Insel Qeschm angegriffen hätten. Die Angriffe
dauerten demnach etwa 90 Minuten.
## Was über den Angriff auf das Schiff bekannt ist
dpa | Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von
Hormus bekannt geworden. Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das
unter der Flagge Singapurs fahrende Handelsschiff mit einer Drohne, als
dieses die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ.
Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem
Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von
Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Als Reaktion auf den Angriff auf das Schiff unterbrach die
Weltschifffahrtsorganisation IMO zunächst ihre Evakuierung festsitzender
Seefahrer. Bis zu der Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus
konnte sie nach eigenen Angaben 2.500 Seefahrer evakuieren.
Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die
Islamische Republik Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und
Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend gesperrt. Die USA reagierten
im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen
anliefen oder verlassen sollten. Im Zuge des Rahmenabkommens wurden beide
Blockaden inzwischen aufgehoben.
## Revolutionsgarden melden Gegenangriffe auf US-Einrichtungen
afp | Nach Vergeltungsangriffen der USA auf den Iran haben die iranischen
Revolutionsgarden ihrerseits nach eigenen Angaben US-Einrichtungen
attackiert. Dies berichtete das iranische Staatsfernsehen in der Nacht zum
Samstag. „Sollte sich die Aggression wiederholen, wird unsere Reaktion noch
umfassender ausfallen“, warnten die Revolutionsgarden demnach.
## Vance: „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“
rtr | Nach US-Militärschlägen gegen den Iran richtet US-Vizepräsident J. D.
Vance eine deutliche Warnung an die Regierung in Teheran. „Gewalt wird mit
Gewalt beantwortet“, teilt Vance auf der Plattform X mit. Zuvor haben die
USA iranische Ziele angegriffen, nachdem ein Handelsschiff in der Straße
von Hormus attackiert worden ist. Wenn der Iran Meinungsverschiedenheiten
über die Umsetzung der Absichtserklärung habe, könne er zum Telefon
greifen, erklärt Vance weiter.
## Weltschifffahrtsorganisation: Über 2.000 Seeleute evakuiert
dpa | Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hat bis zur aktuellen
Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus etwa 2.500
festsitzende Seefahrer evakuieren könne. Die zu Wochenbeginn gestartete
Mission habe mindestens 115 Schiffe umfasst, sagte IMO-Generalsekretär
Arsenio Dominguez.
In Reaktion auf den Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman unterbrach die
IMO die Evakuierung dann vorläufig. Dominguez erwarte nun zunächst
Sicherheitsgarantien, bevor man die Aktion fortsetze. Das betroffene Schiff
habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Evakuierungsplans
befunden. Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, 11.000
Seeleute aus der Region zu evakuieren.
## Iranischer Politiker: Trump hält sich nicht an Waffenruhe
rtr | Der Leiter des nationalen Sicherheitsausschusses im iranischen
Parlament wirft US-Präsident Donald Trump vor, sich nicht an die Prinzipien
von [2][Verhandlungen] oder einer Waffenruhe zu halten. Die
„rücksichtslose Verletzung der Waffenruhe“ werde aufseiten der USA zu
„Rückzug und Bedauern“ führen, sagt er. Unterdessen sind die US-Angriffe im
Iran nach Angaben eines US-Regierungsvertreters beendet, wie der Sender
CNN berichtet.
## Rubio: Israel-Libanon-Abkommen soll Entwaffnung der Hisbollah
voranbringen
afp | Das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon soll nach Angaben
von US-Außenminister Marco Rubio auch die Entwaffnung der Hisbollah
voranbringen. Das auch von den USA unterzeichnete Vertragswerk schaffe ein
„klares und strukturiertes Verfahren“, um die proiranische Miliz und ihre
Infrastruktur zu entwaffnen, erklärte Rubio am Freitag in Washington.
Zudem werde eine von den USA unterstützte militärische Arbeitsgruppe
eingerichtet, die bei der Umsetzung des Abkommens helfen solle. Der
US-Chefdiplomat fügte an, die USA würden außerdem 100 Millionen US-Dollar
(rund 88 Millionen Euro) an humanitärer Hilfe in Abstimmung mit den
Vereinten Nationen bereitstellen. Zudem werde Washington der libanesischen
Armee 30 Millionen US-Dollar erstatten, um deren Fähigkeiten auszubauen.
Israel, der Libanon und die USA hatten am Freitag in Washington ein
Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für ein Friedensabkommen zwischen
Israel und dem Libanon ebnen soll. Israel und der Libanon unterhalten
bislang keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich
formell seit 1948 im Kriegszustand.
Die vom Iran unterstützte Hisbollah war nicht an den Gesprächen beteiligt.
Sie hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Irankrieg
hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und
rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor. Zuletzt galt eine
brüchige Waffenruhe.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte nach der Unterzeichnung
erklärt, Israel werde erst nach einer Entwaffnung der Hisbollah aus dem
Libanon abziehen. Hisbollah-Chef Naim Kassem forderte dagegen einen
vollständigen und bedingungslosen Abzug Israels aus dem Libanon.
27 Jun 2026
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