# taz.de -- EU-Förderung der Landwirtschaft: Umweltschützer gegen Pläne für Reform der Agrarsubventionen
> Gerade nachhaltige Höfe würden unter den Vorschlägen der EU-Kommission
> leiden. Das moniert eine Allianz unter anderem von Bioland und BUND.
IMG Bild: Eine Biokarotte hat sich hochgekämpft. Bauernhöfe, auf denen nachhaltig produziert wird, haben es in der EU nicht immer leicht
Das „Agrarbündnis“ aus 25 Bauern-, Umwelt- und Tierschutzverbänden
kritisiert die Entwürfe der EU-Kommission zur Reform der
Landwirtschaftssubventionen. „Gerade Betriebe, die bereits heute besonders
nachhaltig sowie klima-, tierschutz- und umweltorientiert wirtschaften,
würden durch die aktuellen Vorschläge zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) erheblich unter Druck geraten“, teilten die
Organisationen am Montag mit. Sie befürchten, dass solche Agrarunternehmen
weniger als bisher gefördert werden. Zu dem Bündnis gehören zum Beispiel
Bioland, der BUND oder der Tierschutzbund.
Die G[1][emeinsame Agrarpolitik der EU] ist einer der größten Hebel, um die
Landwirtschaft zu beeinflussen. Denn die Subventionen liefern vielen
Betrieben rund die Hälfte ihres landwirtschaftlichen Einkommens. Die
Branche produziert die meisten Lebensmittel für Deutschland, belegt aber
auch ungefähr die Hälfte der Landfläche. [2][Laut Umweltbundesamt
verursachte die Landwirtschaft 2025 inklusive der Emissionen aus Böden und
beispielsweise für Dünger knapp 15 Prozent der hiesigen Treibhausgase.]
Viel Vieh hält sie unter von vielen kritisierten Bedingungen. Etwa mit
Pestiziden trägt die Agrarwirtschaft dazu bei, dass immer mehr Tier- und
Pflanzenarten aussterben.
Das Agrarbündnis fordert deshalb, dass die EU Leistungen von Landwirten für
Umwelt-, Klima- und Tierschutz stärker honoriert. Das Bündnis nannte zum
Beispiel die Extrazahlungen für Biobetriebe, für Ökoregelungen wie
Blühflächen auf Äckern und Naturschutzmaßnahmen von Agrarbetrieben. Die
wichtigste Subventionsart, die Direktzahlungen, solle „schrittweise“ nicht
mehr pro Fläche, sondern pro erbrachter Leistung berechnet werden. Die EU
dürfe das Agrarbudget insgesamt nicht kürzen.
## Kein Mindestbudget für Agrarumweltprogramme
Die EU-Kommission hat für 2028 bis 2034 ein Kernbudget in Höhe von [3][295
Milliarden Euro] vorgeschlagen, was laut Schätzungen rund [4][15 Prozent
weniger] wären als bisher. Zusätzliche Zahlungen etwa für
Agrarumweltprogramme wie die Ökolandbauförderung sind möglich, aber dafür
sieht der Vorschlag kein Mindestbudget vor. Zudem müssten die
Mitgliedsländer einen höheren Eigenanteil beisteuern, sodass manche
wahrscheinlich weniger Programme auflegen werden.
29 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] /Neue-Regeln-fuer-EU-Agrarsubventionen/!6084666
DIR [2] https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft/landwirtschaft-umweltfreundlich-gestalten/klimaschutz-in-der-landwirtschaft#weitere-emissionen-der-landwirtschaft
DIR [3] https://commission.europa.eu/document/download/26ff3426-b1db-44d5-ad9c-a646febb3222_de?filename=COM_2025_570_1_DE_ACT_part1_v1.pdf
DIR [4] https://www.boelw.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/EU-Agrarpolitik/260624_Lakner_Auswirkungen_des_GAP-Reformvorschlags.pdf
## AUTOREN
DIR Jost Maurin
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