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       # taz.de -- Klimaschädliche Subventionen: Mehr Milliarden für Fossile
       
       > Die Bundesregierung will sparen – steckt aber viel neues Geld in
       > klimaschädliche Finanzhilfen und Steuervorteile, rechnen
       > Forscher:innen vor.
       
   IMG Bild: Erst Ende Mai besiegelte der Bund die Senkung der Luftverkehrsteuer – und lässt sich 2026 so 185 Millionen Euro entgehen
       
       Für klimaschädliche Subventionen und Anreize gibt die Bundesregierung in
       diesem Jahr 11 Milliarden Euro mehr aus als zuvor. Das hat die Denkfabrik
       Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der
       Umweltorganisation Greenpeace [1][ausgerechnet].
       
       Die Förderung fossiler Energieträger hat sich der Bund zuletzt – laut
       Schätzungen des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2021 – rund 65 Milliarden
       Euro im Jahr kosten lassen.
       
       Mit Maßnahmen wie der [2][Senkung der Ticketsteuer im Luftverkehr], der
       Ausweitung der Pendlerpauschale oder der wiedereingeführten
       Steuerermäßigung für Agrardiesel habe nun die schwarz-rote Koalition
       weitere 11 Milliarden Euro hingelegt, teilte das FÖS mit. Das sei mehr als
       die durchschnittlich 10 Milliarden Euro im Jahr, die [3][über das
       Sondervermögen für Infrastruktur] speziell für Klimaschutzmaßnahmen im
       Klima- und Transformationsfonds (KTF) vorgesehen sind.
       
       In den nächsten Jahren werde die Bundesregierung voraussichtlich bis zu 7
       weitere Milliarden Euro in umweltschädliche Subventionen und Anreize
       stecken. Ursprünglich zum Beispiel sollte der CO2-Preis in den Bereichen
       Gebäude und Verkehr im kommenden Jahr 21,3 Milliarden Euro in den Klima-
       und Transformationsfonds spülen. Weil die Koalition aber im Mai beschlossen
       hat, den CO2-Preis 2027 auf dem aktuellen Niveau zu halten, statt ihn wie
       geplant steigen zu lassen, fließen vermutlich 4 Milliarden Euro weniger in
       den KTF.
       
       ## Tankrabatt läuft Ende Juni aus
       
       Die Summe der Subventionen und Anreize ergibt sich dem FÖS zufolge aus
       klassischen Ausgaben für direkte Finanzhilfen; aus sogenannten
       Steuermindereinnahmen – also Steuereinnahmen, die sich der Bund durch
       erhöhte oder eingeführte Steuervorteile entgehen lässt – und durch die
       Abschaffung oder Abschwächung von Maßnahmen, die Umweltkosten ausgleichen
       sollen.
       
       Durch den zweimonatigen Tankrabatt etwa verzichtete die Koalition auf
       Steuereinnahmen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Der Rabatt, de facto eine
       Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent pro Liter Kraftstoff, startete
       Anfang Mai. Das Ziel: die Preise an den Zapfsäulen zu drücken, die infolge
       des Krieges zwischen Israel, USA und Iran erhöht wurden. Ende Juni nun
       läuft der Tankrabatt aus, ab 1. Juli gelten wieder die regulären
       Energiesteuersätze. Eine Nachfolge des Rabatts zur Dämpfung der
       Mobilitätskosten, möglicherweise mit Fokus auf klimafreundliche
       Verkehrsmittel, [4][ist bisher nicht geplant].
       
       Ein anderes Beispiel ist laut FÖS die Förderung [5][umstrittener
       Plug-in-Hybridautos] im Rahmen der Kaufprämie für E-Autos, für die der Bund
       in diesem Jahr 119 Millionen Euro als direkte Finanzhilfe bereitstellt.
       Durch [6][den Zuschuss für Netzentgelte] werden wiederum gut 2,5 Milliarden
       Euro in fossile Energieträger investiert. Das ist nur ein Teil der Summe,
       die die Bundesregierung insgesamt für die Bezuschussung ausgibt – die 2,5
       Milliarden Euro habe das FÖS entsprechend dem Anteil errechnet, den fossile
       Energieträger am deutschlandweiten Strommix haben.
       
       „Der Preisschock bei Öl und Gas lässt saubere Alternativen wie Wärmepumpen,
       E-Autos sowie Bus und Bahn boomen“, sagte Lena Donat, Greenpeace-Expertin
       für Mobilität, am Montag. „Das ist eine riesige Chance, uns von Öl und Gas
       unabhängiger zu machen.“ Gleichzeitig „verpulvert die Koalition Milliarden
       für immer mehr klimaschädliche Subventionen“ und spare an anderer Stelle im
       Haushalt deutlich ein.
       
       ## Verhandlungen über Bundeshaushalt 2027
       
       SPD und Union verhandeln derzeit über den Bundeshaushalt für 2027, der
       [7][offenbar noch große Löcher aufweist]. Um sie zu stopfen, drohen die
       Fraktionen zum Beispiel, die Förderung für Wärmepumpen zu kappen.
       
       Donat meint, die Bundesregierung müsse finanzielle Anreize für
       klimafreundliche Alternativen setzen, „statt Öl und Gas künstlich billiger
       zu machen“. Zugleich müsse sie gezielt Menschen unterstützen, die höhere
       Preise für fossile Energieträger besonders hart treffen. „Das Geld dazu ist
       da, wenn schädliche Subventionen kassiert werden.“
       
       29 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.greenpeace.de/publikationen/Schwarz_Rots_neue_Subventionen.pdf?utm_campaign=fossil-fuels&utm_source=www.greenpeace.de&utm_medium=referral&utm_content=press-release
   DIR [2] /Bund-senkt-Luftverkehrsteuer-Werden-Fluege-jetzt-guenstiger/!6180848
   DIR [3] /Sondervermoegen-Wirtschaftsweisen-kritisieren-dass-die-Regierung-falsch-investiert/!6129133
   DIR [4] /Benzinpreise/!6186403
   DIR [5] /Spritverbrauch-von-Hybridautos/!6155779
   DIR [6] /Reform-der-Netzentgelte/!6182435
   DIR [7] /Klimafonds/!6178674
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Nanja Boenisch
       
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