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       # taz.de -- Ein Gartenmöbel, das verbindet: Es lebe der Monobloc
       
       > Seit den 1970er Jahren steht er auf Balkonen und vor Imbissbuden. Der
       > Monobloc ist ein praktischer Klassiker, der mehr Beachtung verdient
       
       Ich klebe fest. Mit den Schenkeln und meinem Hintern. Das Plastik unter mir
       wird eins mit meiner Haut. Weich und beweglich ist es von der Sonne. Die
       Streben in meinem Rücken werden ein leichtes Muster hinterlassen, sollte
       ich es jemals schaffen mich von ihnen zu lösen. Vielleicht haben es einige
       schon erraten können; mein Körper verweilt in einem dieser Plastikstühle,
       die die Ästhetik des Außenraums seit den siebziger Jahren prägen. Sein
       Name: der Monobloc.
       
       Gerade erst wurde eine neue Liebe für das praktische Gartenmöbel im Podcast
       „Die sogenannte Gegenwart“ der Wochenzeitung Die Zeit ausgerufen und
       seither sehe und spüre ich ihn überall. Auf der griechischen Insel, auf der
       ich in einem sitze, während ich diesen Text schreibe. Aber auch auf dem
       österreichischen Land, wo er den Bewohnern als Beobachtungsunterstützung
       vor dem Haus gute Dienste erweist.
       
       Oder auf dem Balkon meiner Großeltern, wo M. letzthin auf einem in die
       Jahre gekommenen Exemplar zusammengekracht ist. Denn so unverwüstlich wie
       der Monobloc scheint; auch er wird irgendwann müde vom ganzen Draußenstehen
       und all den Leibern, die sich auf ihm niederlassen. Kein Wunder!
       
       Dass der praktische Klassiker nun doch wieder für sein Design gefeiert
       wird, mag einer Ästhetisierung des Banalen gleichkommen, denn wirklich
       schön ist er nun gerade nicht. Aber er verbindet Menschen auf der ganzen
       Welt, wie etwa [1][Hauke Wendlers gleichnamige Dokumentation zeigt, der die
       Geschichte und Verbreitung des Monoblocs] nachzeichnet. In dieser lerne ich
       zum Beispiel, dass er sogar als Rollstuhl-Ersatz herhält in afrikanischen
       und asiatischen Ländern. Stapelbar und vielseitig einsetzbar hat er es also
       wirklich verdient, mehr Beachtung zu finden, denke ich mir, während ich
       mich mit einiger Mühe aus meiner Verschmelzung mit ihm löse.
       
       1 Jul 2026
       
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