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       # taz.de -- Offener Brief kritischer Israelis: Europa muss aufhören, israelische Siedlungen zu unterstützen
       
       > Ex-Diplomaten, Politiker, Intellektuelle fordern, Europa müsse Importe
       > aus israelischen Siedlungen einstellen. Der offene Brief liegt der taz
       > exklusiv vor.
       
   IMG Bild: Europa soll laut Brief aufhören, den israelischen Siedler*innenkolonialismus im Westjordanland zu unterstützen
       
       Als Bürger Israels, die davon überzeugt sind, dass die Beendigung der
       Besetzung der palästinensischen Gebiete der Schlüssel zum Frieden zwischen
       unseren beiden Völkern ist, begrüßen wir die Bemühungen in der Europäischen
       Union, den Handel mit Waren aus den israelischen Siedlungen einzustellen.
       
       Seit Jahrzehnten vertreten Deutschland und Europa den Standpunkt, dass
       [1][israelische Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten
       illegal] sind und die Aussichten auf eine Lösung des
       israelisch-palästinensischen Konflikts durch eine Zwei-Staaten-Lösung
       untergraben. Trotz dieser festen und konsequenten Haltung ist es ihnen
       nicht gelungen, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Fast zwei Jahre sind
       vergangen, seit der Internationale Gerichtshof festgestellt hat, dass
       Israels „[2][fortgesetzte Präsenz in den besetzten palästinensischen
       Gebieten rechtswidrig ist]“. Und dass Israel verpflichtet ist, „alle neuen
       Siedlungsaktivitäten unverzüglich einzustellen und alle Siedler aus den
       besetzten palästinensischen Gebieten abzuziehen“.
       
       Anstatt diesem Urteil nachzukommen, treibt die israelische Regierung den
       Ausbau der Siedlungen im Westjordanland in alarmierendem Tempo voran und
       vertreibt dabei Palästinenser von ihrem Land, teilweise mit Waffengewalt.
       Darüber hinaus haben hochrangige israelische Minister kein Geheimnis daraus
       gemacht, dass sie Siedlungen in den Gebieten des Gazastreifens errichten
       wollen, die von der israelischen Armee während des verheerenden Krieges
       eingenommen wurden, der auf den brutalen Angriff der Hamas am 7. Oktober
       2023 folgte.
       
       Die Missachtung des Völkerrechts durch aufeinanderfolgende israelische
       Regierungen wurde ermöglicht, weil die internationale Gemeinschaft es
       versäumt hat, mit Taten überzugehen. Weit davon entfernt, mehr Sicherheit
       zu schaffen, hat dieser Ansatz den Kreislauf der Gewalt nur noch vertieft.
       Europäische Befürworter eines israelisch-palästinensischen Friedens sollten
       nun dafür sorgen, dass die Siedlungen nicht länger von Handels- und
       Investitionsbeziehungen profitieren. Deutschland sollte dabei eine
       Vorreiterrolle einnehmen: Die historische Verantwortung des Landes mindert
       nicht, sondern unterstreicht vielmehr die Pflicht, die nach dem Zweiten
       Weltkrieg geschaffenen internationalen Normen zu unterstützen.
       
       Das höchste Gericht der Welt hat sich klar geäußert: Alle Staaten sind
       verpflichtet, „keine Hilfe oder Unterstützung zu leisten“, die dazu
       beiträgt, Israels rechtswidrige Präsenz in den besetzten palästinensischen
       Gebieten aufrechtzuerhalten, und „Maßnahmen zu ergreifen, um Handels- oder
       Investitionsbeziehungen zu verhindern“, die dazu beitragen. [3][Spanien,]
       Irland, die Niederlande, Belgien und Norwegen haben bereits beschlossen,
       diesem Urteil nachzukommen, indem sie den Handel mit Waren aus den
       illegalen Siedlungen einstellen.
       
       Wir hoffen, dass die gesamte EU diesem Beispiel folgt, und fordern
       Deutschland nachdrücklich auf, diese Bemühungen uneingeschränkt zu
       unterstützen. Europa hat sich seit Langem klar für Frieden und Völkerrecht
       ausgesprochen. Nun muss es entsprechend handeln.
       
       Unterzeichner: 
       
       Élie Barnavi, ehemaliger israelischer Botschafter in Frankreich
       
       Ilan Baruch, ehemaliger israelischer Botschafter in Südafrika, Namibia,
       Botswana und Simbabwe
       
       Dr. Gershon Baskin, Kolumnist, sozialer und politischer Aktivist
       
       Michael Ben-Yair, ehemaliger Generalstaatsanwalt Israels, ehemaliger
       amtierender Richter am Obersten Gerichtshof
       
       Avraham Burg, ehemaliger Sprecher der Knesset, ehemaliger Leiter der Jewish
       Agency
       
       Naomi Chazan, ehemalige Knesset-Abgeordnete, ehemalige stellvertretende
       Sprecherin der Knesset, Professorin für Politikwissenschaft
       
       Prof. Itzhak Galnoor, Professor für Politikwissenschaft, ehemaliger Leiter
       des öffentlichen Dienstes
       
       Zehava Galon, ehemalige Vorsitzende der Meretz-Partei
       
       Prof. Oded Goldreich, Träger des Israel-Preises (2021)
       
       Ilana Hammerman, Redakteurin, Kolumnistin bei der Ha’aretz
       
       Prof. Moty Heiblum, Wolf-Preisträger (2025, 2026)
       
       Judith Karp, ehemalige stellvertretende Generalstaatsanwältin Israels
       
       Prof. Miki Kratsman, EMET-Preisträger (2011)
       
       Alex Levac, Israel-Preisträger (2005)
       
       Dr. Alon Liel, ehemaliger Generaldirektor des Außenministeriums, ehemaliger
       Botschafter in Südafrika und der Türkei
       
       Prof. Kobi Metzer, ehemaliger Präsident der Offenen Universität Israels
       
       Prof. David Shulman, Israel-Preisträger (2016)
       
       30 Jun 2026
       
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   DIR Ilan Baruch
   DIR Élie Barnavi
       
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