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       # taz.de -- Plan des Innenministeriums: Großbritannien will Asylbewerber zur Kasse bitten
       
       > Asylbewerber in Großbritannien sollen künftig Teile der Kosten für ihre
       > Versorgung zurückzahlen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren das.
       
   IMG Bild: Asyl oder auf Britisch-Englisch: Kost und Logis nicht inbegriffen
       
       dpa | [1][Asylbewerber in Großbritannien] sollen künftig mehrere tausend
       Euro zu den Kosten für ihre Unterbringung und Unterstützung beitragen. Das
       geht aus Plänen des britischen Innenministeriums hervor.
       
       Demnach sollen Betroffene bis zu 10.000 Pfund – umgerechnet mehr als 11.000
       Euro – pro Person zurückzahlen, sobald sie über ein Einkommen verfügen, wie
       britische Medien unter Berufung auf das Innenministerium berichten. Der
       Betrag soll den Plänen zufolge in monatlichen Raten entrichtet werden,
       ähnlich wie bei einem Kredit. Erst wenn der Betrag vollständig beglichen
       ist, gibt es demnach Anspruch auf einen dauerhaften Aufenthaltsstatus.
       
       ## Kritik von Menschenrechtsorganisationen
       
       Der Nachrichtenagentur PA zufolge wurden im vergangenen Jahr etwa 4
       Milliarden Pfund für die Unterkünfte und Unterstützung von Asylsuchenden
       ausgegeben. Innenministerin Mahmood bezeichnete diesen Betrag als zu hoch.
       „Sobald Menschen einen Beitrag leisten und die Großzügigkeit der britischen
       Bevölkerung zurückzahlen können, erwarten wir von ihnen, dass sie dies
       tun“, sagte sie demnach. Eine Unterstützung für Asylsuchende sei ein Recht,
       aber „auch mit Verantwortung verbunden“.
       
       Kritik an den Plänen kommt etwa von der Direktorin des Migration
       Observatory von der Universität Oxford, Madeleine Sumption. Nur ein kleiner
       Teil der Geflüchteten verdiene genug, um einen Beitrag leisten zu können,
       sagte sie. Zoe Dexter von der Menschenrechtsorganisation Helen Bamber
       Foundation bezeichnete das Vorhaben als „zutiefst ungerecht und völlig
       kontraproduktiv“.
       
       Die Pläne sind [2][Teil der sogenannten „Immigration and Asylum Bill“], die
       am Dienstag zunächst für eine erste Lesung ins Unterhaus eingebracht wird.
       Das Thema Migration ist in Großbritannien seit Jahren politisch stark
       aufgeladen. Auch beim Austritt des Landes aus der EU spielte es eine große
       Rolle. [3][Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage] liegt auch deshalb mit seiner
       rechtspopulistischen Partei Reform UK in den Umfragen vor der
       Regierungspartei Labour.
       
       30 Jun 2026
       
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