# taz.de -- Debatte über WM-Aus für Deutschland: Kein Sinnbild für gar nichts
> Kaum ist die WM-11 raus, geht es los mit den großen
> gesellschaftspolitischen Interpretationen. Die sind zwar Quatsch, die
> Debatte müssen Linke dennoch führen.
IMG Bild: Nein sie sind keine Helden, aber auch kein Raum für gesellschaftliche Debatten, sondern lediglich zu hoch bezahlte Sportler
Oh je. Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat es schon wieder nicht
[1][unter die besten 16 Teams der Welt geschafft]. Nach dem 3:4 nach
Elfmeterschießen gegen Paraguay musste die von Julian Nagelsmann vor zwei
Jahren ausgerufene Mission WM-Titel doch arg früh abgebrochen werden. Doch
das Spiel ist noch lange nicht zu Ende. Leider.
Denn was dem Land jetzt droht, wird bestimmt deutlich nerviger als das
ideenlose Angriffsspiel der deutschen Kicker [2][bei dieser WM]. Eine
saublöde Frage liegt in der Luft: Was sagt das Auftreten der deutschen
Fußballnationalmannschaft über den Zustand Deutschlands aus? Niedergang,
miese Laune, irgendwas mit woker Unkultur. Oh je.
Analogien scheinen auf der Hand zu liegen. Bundestrainer Julian Nagelsmann
als Reformer ebenso überfordert wie der Kanzler. Das deutsche
Positionsspiel als Auslaufmodell wie der Verbrennermotor der deutschen
Automobilindustrie. Oder das Opfern deutscher Spieltugenden als Spiegelbild
für die befürchtete Deindustrialisierung des Standorts Deutschland. Und
bestimmt kommt schnell einer daher, der sagt, dass es die Linken sind, die
am Niedergang des deutschen Fußballs schuld seien.
## So originell wie Timmy-Analysen
Alle gesellschaftlichen Phänomene lassen sich entlang der
Nationalmannschaft durchdeklinieren. Weil die mit Adler und Nationalfarben
daherkommt, fällt das besonders leicht. Die fälligen Debatten könnten uns
deshalb länger erhalten bleiben als all die ach so originellen Texte
darüber, was der Umgang mit dem Buckelwal Timmy wohl über den Zustand des
Landes aussagt. Darüber hatten sich [3][ganze Redaktionen schier
wundkommentiert.]
Man möchte angesichts all des drohenden Unsinns am liebsten einfach in eine
Art Debattenboykott gehen. Doch so einfach ist das nicht. In Zeiten des
rassistischen Kulturkampfs sollte der aufgeklärte Teil der Gesellschaft
wachsam bleiben. Mit dem Ausscheiden der bunten DFB-Auswahl hat AfD-Nazi
Björn Höcke ein Bild der deutschen Weltmeisterauswahl von 1954 auf X
gepostet. „Elf Freunde sollt ihr sein“, schrieb er dazu. Und zu einem
zwinkernden Smiley: „Aus Gründen“. Das ist wirklich gruselig.
30 Jun 2026
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Andreas Rüttenauer
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