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       # taz.de -- Klimawandel und Ozeane: Meere zu Sommeranfang so heiß wie nie zuvor
       
       > Die Oberflächen der Weltmeere waren im Juni noch nie so warm wie in
       > diesem Jahr. Klimaforscher sieht Erde auf dem Weg in „unbekanntes
       > Terrain“.
       
   IMG Bild: Hoffnung auf Abkühlung: Sonnenuntergang über dem Pazifik in Kalifornien
       
       dpa | Zum Sommerbeginn sind die Weltmeere an der Oberfläche noch nie so
       warm gewesen wie in diesem Jahr. Am Stichtag 21. Juni lagen die Messungen
       [1][des EU-Klimaprogramms Copernicus] mit 20,86 Grad und des
       Copernicus-Meeresdienstes mit 21,0 Grad Celsius über den bisherigen
       Rekordwerten für diesen Tag aus den Jahren 2023 und 2024.
       
       In diesen beiden Jahren hatte der Klimawandeldienst für den Stichtag 20,83
       Grad und der Meeresdienst 20,9 Grad Celsius gemessen. Da es sich um zwei
       voneinander unabhängige Messreihen handelt, gibt es zwischen beiden leichte
       Abweichungen. Beide Systeme stützen sich auf lokale Messungen in
       Kombination mit Satellitendaten, darunter von der europäischen
       Weltraumbehörde Esa.
       
       ## El Niño verstärkt den Effekt des Klimawandels
       
       Copernicus betonte, der Rekord sei zu erwarten gewesen, da in den
       vergangenen Monaten in mehreren Meeresregionen ungewöhnlich hohe
       Temperaturen gemessen wurden und das derzeit auftretende, natürliche
       [2][Klimaphänomen El Niño] den Effekt verstärke.
       
       Ein El Niño, der alle paar Jahre vor allem im äquatornahen Pazifik
       auftritt, verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Die
       Auswirkungen sind mit Dürren und Überschwemmungen in Regionen vor allem auf
       der Südhalbkugel zu spüren. Für Europa halten sich die direkten Folgen in
       Grenzen.
       
       ## Erde auf dem Weg in „unbekanntes Terrain“
       
       Copernicus-Direktor Carlo Buontempo betonte: „Die aktuellen Bedingungen
       könnten auf den Beginn einer neuen Phase hindeuten, die uns erneut in
       unbekanntes Terrain führen wird. Angesichts der derzeitigen
       Meerestemperaturen und des sich abzeichnenden El Niños werden in den
       kommenden Monaten wahrscheinlich weitere Temperaturrekorde gebrochen
       werden.“
       
       ## Ein Rekord mit Folgen
       
       Die Erwärmung der Ozeane habe weitreichende Auswirkungen, betonte
       Copernicus. Höhere Ozeantemperaturen hielten die Atmosphäre länger warm und
       sorgten dafür, dass sich mehr Energie ansammle – was das Risiko für extreme
       Stürme, Niederschläge und Überschwemmungen erhöhe.
       
       In den vergangenen drei Jahren lagen die weltweiten Meerestemperaturen
       Copernicus zufolge außerhalb der Polarregionen zwischen 0,35 und 0,73 Grad
       Celsius über dem langjährigen Durchschnitt.
       
       ## Ozeane sind wichtiger Klimapuffer
       
       Auch die Daten [3][der Plattform Climate Reanalyzer] der University of
       Maine stützen die Messungen von Copernicus. Für den 21. Juni weist die
       Plattform eine Durchschnittsmeerestemperatur von 20,97 Grad aus – eine
       Woche später lag dieser Wert am 28. Juni auf dem gleichen Niveau. Die
       Universität erfasst seit rund vier Jahrzehnten global und für einzelne
       Regionen Tageswerte, die sich ebenfalls unter anderem auf
       Satellitenmessungen stützen.
       
       Die Ozeane spielen für das Weltklima eine wichtige Rolle. Meere nehmen den
       Großteil der zusätzlichen Wärme durch die menschengemachten Erderwärmung
       auf.
       
       1 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://climate.copernicus.eu/copernicus-marine-and-copernicus-climate-change-daily-global-sea-surface-temperatures-break-records
   DIR [2] /Naturkatastrophen/!6177533
   DIR [3] https://climatereanalyzer.org/clim/sst_daily/?dm_id=world2
       
       ## TAGS
       
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