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       # taz.de -- Moderne Elektrogeräte: Kreuze Kühlschrank mit Ventilator
       
       > Ein neues Haushaltsgerät kann ungeahnte Fähigkeiten haben. Und das nicht
       > nur, was Gurken und Käse angeht.
       
   IMG Bild: Tür offen piep, piep – Neue Kühlschränke sparen Energie und piepen – warum eigentlich?
       
       In dem Haushalt, in dem ich wohne, gibt es einen neuen Kühlschrank. Der
       alte neigte zu spontanen Totalausfällen und Solidarität mit der Erde: Seine
       Temperatur stieg über die Jahre immer weiter an. Das senkt jedoch, im Fall
       des Kühlschranks, nicht mal den Energieverbrauch, sondern im Gegenteil: So
       ein Gerät büßt allein durch die schlechter werdende Isolierung Jahr für
       Jahr an Effizienz ein. Bevor also womöglich ähnlich viel Kälte draußen
       landet wie drinnen, muss eine Lösung her.
       
       Also, neu und überwältigend: Gurken sind auch nach zwei Wochen noch frisch.
       Käse hält sich gefühlt ewig. Ob wohl eine staatliche
       Kühlschranksubventionswelle die Lebensmittelverschwendung drastisch
       reduzieren könnte? Doch toll ist auch: Im Vergleich zum Vorgänger wird
       klar, dass es auch bei so etwas Profanem wie Haushaltsgeräten noch
       Innovationen gibt. Nein, kein Wlan und KI, die selbst Milch nachbestellt,
       das hätte gerade noch gefehlt.
       
       Aber seitdem jemand auf die Idee gekommen ist, einen Kühlschrank mit einer
       Art Ventilator zu kreuzen, gilt die alte Regel nicht mehr, dass drinnen
       oben höhere Temperaturen sind als unten, in der Tür noch mal höhere und
       über das Gemüsefach sprechen wir lieber gar nicht erst. Nein: Einfach alles
       hat die vier oder fünf oder sechs Grad, die man selbst einstellen kann.
       
       Allerdings: Er piept. Natürlich piept er, das ist schließlich das
       Erkennungsmerkmal moderner Elektrogeräte. Wenn eines Tages KI in dem ganzen
       Kram eingebaut ist und die Geräte sich untereinander unterhalten, weil ihre
       Menschen mal wieder so etwas Langweiliges machen wie essen, Baby wickeln
       oder Steuererklärung – was die Technik merkwürdigerweise auch in ein paar
       Jahrzehnten noch nicht gelernt haben wird –, dann wird das Piepen ihre
       Sprache sein. Und wir Menschen sind dann schon dran gewöhnt. Oder haben
       echt gute Noise-Cancelling-Kopfhörer.
       
       ## Energiesparen und Schusseligkeit
       
       Jedenfalls: Er piept, wenn die Tür etwa 20 Sekunden offen steht und das
       könnte man ja grundsätzlich sinnvoll finden im Hinblick auf Energiesparen
       und Schusseligkeit. Allerdings: Er piept nur, wenn die Tür wirklich
       deutlich sichtbar offen steht. Bleibt nur ein fingerbreiter Spalt, bleibt
       das Ding stumm. Wenn das kein Fehler ist, sondern Absicht, dann ist es eine
       interessante Sache. Stellen wir uns doch mal vor: Autos, bei denen nur dann
       ein Achtung-Tür-noch-offen-Alarm losgeht, wenn sie sperrangelweit offen
       ist. Oder smarte Türschlösser. Jubel bei Einbrecher:innen.
       
       Wobei die Nerv-Skala nach oben offen zu sein scheint: Online suchen
       Nutzer:innen nach Hilfe, deren Geräte durch einen Defekt etwa in
       30-Sekunden-Abständen piepen. Sie tauschen Hacks aus mit einzubauenden
       Magneten, auszubauenden Platinenteilen und zu reparierenden Kabeln.
       
       Eigentlich erstaunlich, dass bislang kein Hersteller die Marktlücke sieht:
       Geräte, die einfach nicht piepen. Gar nicht. Wer dann den Kühlschrank über
       Nacht offen stehen lässt, kann sich am nächsten Morgen einfach über sich
       selbst ärgern. Aber das wäre es bestimmt wert.
       
       3 Jul 2026
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Svenja Bergt
       
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