# taz.de -- BSW-Offerte an die AfD: Weidel zeigt Wagenknecht die kalte Schulter
> Das BSW wollte sich vor den Wahlen im Osten ein öffentlichkeitswirksames
> Rededuell mit der AfD liefern. Die extreme Rechte lehnt das Angebot
> süffisant ab.
IMG Bild: Die kalte Schulter ist neben dem dramatischen Abgang ein Signature-Move von AfD-Chefin Alice Weidel
AfD-Chefin Alice Weidel will von gemeinsamen Wahlkampfauftritten mit
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht nichts wissen. Die AfD nehme „diesen
Vorstoß grundsätzlich positiv auf, gerade weil wir gemeinsam für Diplomatie
und die sofortige Beendigung des Ukrainekrieges eintreten“, teilte Weidels
persönlicher Sprecher der taz am Mittwoch mit. Letztlich sei „aber jede
wahlwerbende Partei für ihren Wahlkampf selbst verantwortlich“.
Die BSW-Spitze hatte der AfD zuvor [1][in einem Brief insgesamt vier
öffentliche Rededuelle zwischen Weidel und Wagenknecht] vor den anstehenden
Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vorgeschlagen.
Wagenknecht selbst sprach von einem „Anti-Brandmauer-Gipfel“. Zur
Begründung für die Veranstaltungen „auf einem großen Marktplatz“ hieß es,
sowohl die Wagenknecht-Partei als auch die extrem rechte AfD würden vom
öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu wenig in Talkshows eingeladen: Das
„wollen wir daher selbst in die Hand nehmen“.
Das kann Wagenknecht gern machen, aber ohne mich, lässt Weidel nun also
wissen. Für die Antwort hatte sich ihr Büro auffällig viel Zeit gelassen.
Dass die AfD nicht zur Verfügung steht, um dem BSW vor den Wahlen im
September zu erhöhter Aufmerksamkeit zu verhelfen, überrascht indes nicht.
Sowohl [2][in Sachsen-Anhalt] als auch [3][in Mecklenburg-Vorpommern] liegt
die AfD in Umfragen klar vorn, während das BSW darum kämpfen muss,
überhaupt die 5-Prozent-Hürde zu überwinden.
Auch Weidels Sprecher verweist süffisant auf die „Herausforderung“ der
5-Prozent-Hürde, die das BSW erst mal überspringen müsse. Um dann
hinterherzuschieben: „Sollte es das erreichen, ist die AfD
selbstverständlich zu Gesprächen bereit.“ Mit anderen Worten: Als
[4][Mehrheitsbeschaffer für einen AfD-Ministerpräsidenten] wäre die
Wagenknecht-Partei gut genug. Das BSW hat seinerseits ja auch immer betont,
die Rechte der AfD nicht einschränken zu wollen.
## Wirbel an der Basis
BSW-Chefin Amira Mohamed Ali sagte mit Blick auf die Absage Weidels, sie
finde das enttäuschend, aber nicht überraschend. „Ich habe befürchtet, dass
sie sich nicht trauen wird, aber ich finde das auch entlarvend.“ Ähnlich
BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert, der erklärte: „Dass Alice Weidel
kneift, ist unsouverän. Viele Wähler im Osten hätte ein solches Duell ganz
sicher interessiert.“
Weniger interessiert waren Teile der BSW-Basis. Jedenfalls hatte der
Propagandabrief der Parteispitze an die extreme Rechte für ordentlich
Wirbel gesorgt. Während manche im BSW-Jugendverband eine offensive
Annäherung an die AfD als überfälligen Schritt feierten, sahen andere in
der Partei eine Grenze überschritten. So erklärte Sigrid Hupach, die
BSW-Fraktionschefin im Thüringer Landtag, die AfD könne kein politischer
Partner sein.
1 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Rainer Rutz
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