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       # taz.de -- Mecklenburg-Vorpommern: Rot-Rot-Grün ist möglich
       
       > Trotz der Stärke der AfD könnte ein Bündnis aus SPD, Linke und Grüne nach
       > der Landtagswahl regieren. Das hat viel mit Manuela Schwesig zu tun.
       
   IMG Bild: Auch wenn es hier am Strand der Ostsee nicht so aussieht, der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern ist in vollem Gange
       
       Wer hätte das gedacht: Wenige Wochen vor der Landtagswahl in
       Mecklenburg-Vorpommern dreht sich dort die politische Stimmung. Die AfD
       liegt in den [1][Umfragen mit 36 Prozent der Wählerstimmen] nach wie vor
       vorn, aber SPD und Grüne holen auf. Zwar im Mikrobereich mit einem oder
       zwei Prozentpunkten, trotzdem schält sich die Möglichkeit eines
       rot-rot-grünen Bündnisses heraus. SPD, Linke und Grüne hätten aktuell nur
       eine seidenpapierdünne Mehrheit, aber wer sagt denn, dass da nicht mehr
       geht? Nun sind Umfragen immer fehlerbehaftet, und bis zum [2][Wahltag am
       20. September kann noch viel passieren.] Regierungschefin Manuela Schwesig
       (SPD) legt sich ziemlich ins Zeug und punktet durch einen engagierten
       Wahlkampf – der diese zarte Wechselstimmung anschiebt.
       
       Schwesig will eine [3][AfD-Regierung, wie sie in Sachsen-Anhalt droht,
       unbedingt verhindern]. Und natürlich will sie Regierungschefin in Schwerin
       bleiben. Ein hehrer Anspruch, denn die SPD hat insgesamt gerade keinen
       guten Lauf. Im Bund richtet sie sich bei 12 Prozent ein, für die
       Fortsetzung eines Regierungsbündnisses in Mecklenburg-Vorpommern unter
       sozialdemokratischer Führung ist das alles andere als zuträglich. Es bleibt
       Schwesig gar nichts anderes übrig, als sich wegen der Sozialreformen mit
       Berlin anzulegen. Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss, beim Elterngeld, bei
       der Pflegereform – alles familienfeindlich und unsozial, kritisiert sie.
       
       Dahinter steckt indes nicht nur Wahlkampftaktik. Die aktuellen sozialen
       Einschnitte treffen zu großen Teilen ihre eigene frühere Arbeit. Als
       Familienministerin im Kabinett Merkel III von 2013 bis 2017 hatte sie unter
       anderem dafür gesorgt, dass der Unterhaltsvorschuss für Kinder statt bis
       zum Alter von 12 auf 18 Jahre ausgeweitet wurde. Ein Erfolg. Es kann ihr
       also nicht gefallen, dass der Kanzler und seine Familienministerin Karin
       Prien daran jetzt geschraubt haben. Zumal Schwesig als Familienministerin
       immer versucht hat, tatsächlich das umzusetzen, was sie zuvor als
       Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern versprochen hatte.
       
       Als frühere Sozialministerin genoss Schwesig [4][bei den Ostdeutschen im
       Norden einen guten Ruf, das haben die Leute bis heute nicht vergessen]. Und
       Schwesig weiß, dass sie mit ihrem Einsatz für das Soziale die Menschen auf
       ihre Seite ziehen kann. Die Sozialkürzungen der Merz-Regierung treffen die
       Menschen in ihrem Land besonders hart: niedrige Löhne, fast jedes sechste
       Kind wächst in relativer Armut auf, der demografische Wandel macht sich
       insbesondere auf dem Land bemerkbar, das seit der Wende ohnehin mit dem
       Wegzug der gut ausgebildeten Jungen zu kämpfen hat. Hier trifft Schwesig
       offenbar den richtigen Ton, aktuell 29 Prozent Zuspruch spricht für sich.
       
       Wegen ihrer sperrigen Rhetorik wurde Schwesig früher vielfach unterschätzt,
       auch in der eigenen Partei. Jetzt könnte es Schwesig sein, die die SPD und
       das Land vor der AfD rettet – zumindest in MeckPomm.
       
       19 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/mecklenburg-vorpommern.htm
   DIR [2] /Vor-den-Wahlen-in-Sachsen-Anhalt-und-MV/!6191163
   DIR [3] /Landtagswahl-in-Mecklenburg-Vorpommern/!6192063
   DIR [4] /Manuela-Schwesig-tritt-zurueck/!5624705
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Simone Schmollack
       
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