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       # taz.de -- Sport bei Hitze: Gefährlich, es zu tun, gefährlich, es zu lassen
       
       > Bei hohen Temperaturen treiben Menschen seltener Sport. Allein dadurch
       > wird es durch den Klimawandel zu Millionen früheren Todesfällen kommen.
       
   IMG Bild: Radfahrer in Baden-Württemberg: Sportler:innen sind eine Risikogruppe des Klimawandels
       
       Wie oft haben Sie [1][in den vergangenen Tagen] Sport getrieben? Gar nicht?
       Nur vereinzelt? Etwas weniger als sonst? Falls das auf Sie zutrifft,
       befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Denn auch eine Studie hat längst
       gezeigt: [2][Sind die Temperaturen hoch], betätigen sich die Menschen
       seltener sportlich – und bewegen sich auch generell weniger im Alltag.
       
       Das ist naheliegend: Durch die Hitze ist der Körper ohnehin schon
       überhitzt, ergo muss er sich kühlen. Das erhöht die Herzfrequenz sowie den
       Sauerstoff- und Wasserbedarf. Kommt dann noch intensive körperliche
       Bewegung dazu, wird es richtig anstrengend. Und auch gefährlich, Stichwort
       Hitzschlag. Nicht umsonst zählen Sportler:innen neben älteren Menschen,
       Kindern und Kranken zu den Risikogruppen des Klimawandels.
       
       Nur: Wer keinen Sport treibt, riskiert ebenfalls seinen frühzeitigen Tod.
       Denn Sport senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und
       Krebs – und beugt [3][Depressionen] und Demenz vor.
       
       Weil Menschen wegen zunehmender Hitzeperioden aufgrund des Klimawandels
       weniger Sport treiben können, wird es [4][laut einer im Fachjournal The
       Lancet Global Health veröffentlichten Studie] ab 2050 jährlich 470.000 bis
       700.000 vorzeitiger Todesfälle geben.
       
       Die Forscher:innen verglichen die absolvierten Sporteinheiten von
       Menschen in 156 Ländern im Zeitraum von 2000 bis 2022 mit den gemessenen
       Temperaturen vor Ort. Die Erkenntnis: In Monaten, in denen die Temperaturen
       durchschnittlich 27,8 Grad überschritten, sank die Bewegungszeit der
       Menschen im Verhältnis zur Inaktivitätszeit um 1,5 Prozentpunkte. Global
       führt dies bis 2050 zu einem Bewegungsrückgang von 1,75 Prozentpunkten.
       
       ## Arme und Frauen stärker betroffen
       
       Noch deutlicher zeigte sich der Effekt in Ländern mit niedrigen oder
       mittleren Einkommen: Dort bewegten sich die Menschen sogar um 1,85
       Prozentpunkte weniger. Denn klimatisierte Sporträume sind dort weniger
       vorhanden oder für die meisten Menschen nicht bezahlbar.
       
       Auch ein Geschlechtsunterschied lässt sich erkennen: Bei Frauen führen
       Hitzemonate zu einem Anstieg der Inaktivität um 1,69 Prozentpunkte,
       wohingegen er bei Männern nur 1,18 Prozentpunkte beträgt. Das lässt sich
       [5][sozial und physiologisch erklären]. Frauen sind zeitlich weniger
       flexibel, sodass sie ihre Sporteinheiten nicht auf kühlere Tageszeiten
       verlegen können, und sie haben seltener Zugang zu klimatisierten Studios.
       Zudem schwitzen Frauen weniger stark, wodurch sie Sport bei hohen
       Temperaturen schneller als anstrengend empfinden.
       
       In Deutschland sind die Menschen durchschnittlich 34 Minuten pro Tag
       sportlich aktiv. 15 Millionen treiben wöchentlich Sport im Freien. Generell
       findet ein erheblicher Anteil der Trainingseinheiten draußen statt.
       
       2 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Klimakrise-in-Europa-Eine-lebenswerte-Zukunft-fuer-alle-geht-nur-mit-Systemwechsel/!6191827
   DIR [2] /Hamburger-Schwimmbaeder-an-Hitzetagen/!6192393
   DIR [3] /Depressionen-Angststoerungen-und-Co/!6185714
   DIR [4] https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(25)00472-3/fulltext
   DIR [5] /Zeitlimits-bei-Halbmarathons/!6168195
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eva Fischer
       
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