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       # taz.de -- Übersterblichkeit in Deutschland: Schon 800 Hitzetote vor der großen Hitzewelle
       
       > Das Robert-Koch-Institut hat nun die Übersterblichkeit durch Hitze in
       > diesem Sommer berechnet. Die Folgen der Hitzewelle Ende Juni sind noch
       > gar nicht dabei.
       
   IMG Bild: Sieht schön aus, hat aber fatale Folgen: Sommersonne über Deutschland
       
       dpa/taz | Schon vor den schlimmsten Hitzetagen hat es in Deutschland nach
       Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr mehr als 800
       hitzebedingte Todesfälle gegeben. Bis zum 21. Juni starben demnach rund 500
       Menschen im Alter von 85 oder mehr Jahren hitzebedingt. Bei den 75- bis
       84-Jährigen waren es etwa 190 Menschen, bei den 65- bis 74-Jährigen
       geschätzt 80 und bei denen unter 65 Jahren etwa 40.
       
       Typischerweise gebe es in Sommerwochen mit einer mittleren Temperatur über
       20 Grad deutlich höhere Sterblichkeitswerte im Vergleich zu kühleren
       Sommerwochen, [1][hieß es im RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten
       Mortalität in diesem Sommer]. Es ist der erste Bericht dieser Art in diesem
       Jahr.
       
       In der Woche vom 15. bis 21. Juni lag der Durchschnitt über die Tages- und
       Nachttemperaturen dem RKI zufolge bei 21,1 Grad und damit oberhalb der
       Schwelle, ab der ein merklicher hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu
       erwarten ist.
       
       Erfasst ist in der aktuellen RKI-Schätzung die Entwicklung vom 6. April bis
       zum 21. Juni. Die extreme Hitzephase in Deutschland begann verbreitet erst
       in den Tagen danach, erste Daten zu hitzebedingten Todesfällen in dieser
       Zeit werden in der kommenden Woche vorgestellt. Dann, ist zu vermuten, wird
       die Zahl wesentlich höher liegen.
       
       ## Direkte Erfassung ist nicht möglich
       
       „In einigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die
       Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod, während in den meisten Fällen die
       Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum
       Tod führt“, hieß es vom RKI. Daher werde Hitze auf dem Totenschein
       normalerweise nicht als die zugrunde liegende Todesursache angegeben.
       Stattdessen werde das Ausmaß hitzebedingter Todesfälle mitilfe
       statistischer Methoden geschätzt. Berechnet wird die sogenannte
       Übersterblichkeit. Dafür werden die Sterbezahlen des aktuellen Jahres mit
       denen aus den gleichen Zeiträumen der Vorjahre verglichen.
       
       Die Auswertung basiert demnach auf Daten des Statistischen Bundesamts zu
       Sterbefällen und Lufttemperaturdaten von 52 Wetterstationen des Deutschen
       Wetterdienstes (DWD), die auf Bundesland-Ebene gemittelt wurden. Die Zahlen
       der letzten neun bisher berücksichtigen Wochen können noch durch
       Nachmeldungen beeinflusst werden, wie es vom RKI hieß.
       
       ## Deutlich höhere Zahlen im nächsten Bericht?
       
       Mit der Auswertung der Tage ab dem 21. Juni dürfte die Zahl erfasster
       hitzebedingter Todesfälle zudem deutlich steigen: Zum Monatsende hatte es
       eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit regional über
       40 Grad gegeben. Mehrfach waren Temperaturrekorde gebrochen worden.
       
       2018 waren mehr als 8.000, im Jahr darauf etwa 7.000 hitzebedingte
       Sterbefälle erfasst worden, wie das RKI mitteilte. In den Jahren 2023, 2024
       und 2025 waren es jeweils um die 3.000 Fälle, 2021 unter 2.000. „Diese
       Unterschiede können auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden
       zurückgeführt werden.“
       
       Die RKI-Daten zeigen zudem, dass mehr Frauen als Männer versterben – was
       sich auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen
       lasse.
       
       2 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
       
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