# taz.de -- Deutschlandticket als Pflicht in NRW: Was für ein absurder Vorschlag
> Die NRW-CDU will Bürgergeldempfänger:innen zum Kauf eines
> Deutschlandtickets verpflichten. Ausgerechnet die, die ohnehin fast
> nichts haben.
IMG Bild: Eigentlich sollte das Deutschlandticket für alle erschwinglich sein, wird aber immer teurer
Es ist zum Haareraufen. Um Geld in die Kassen der Nahverkehrsbetriebe zu
spülen, wollen CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen
Bürgergeldempfänger:innen ein [1][Deutschlandticket] als
Sachleistung aufzwingen. Mehr Geld bekämen die Menschen dafür nicht – der
Betrag, der normalerweise selbstbestimmt für Mobilität ausgegeben werden
kann, würde ihnen gestrichen.
Die Überzeugung der CDU-Politiker, dass sie da eine wirklich gute Idee
hatten, zeigt, wie wenig sie von der Lebensrealität einkommensarmer
Menschen verstehen – und wie erschreckend leicht es ihnen fällt, immer noch
mehr Geld und Freiheit bei Armen abzuzwacken. Selbst, wenn es stimmt, dass
die Verkehrsverbünde von mehr Kund:innen im Abomodell profitieren: Der
Vorschlag ist absurd und abschätzig. Das Ticket gibt es seit gut zwei
Jahren. Seit dieser Zeit ringen Bundesregierung, Länder und
Verkehrsverbünde über das Angebot. Sie alle finden es gut, aber niemand
will so recht für die Kosten aufkommen.
Gleichzeitig rufen die Länder nach mehr Geld vom Bund für den Nahverkehr.
In den vergangenen Jahren hat die Bundesregierung die Mittel immer mal
wieder erhöht, Schwarz-Rot hat im Koalitionsvertrag eine weitere Erhöhung
zugesagt. Und doch sollen es ausgerechnet Bürgergeldempfänger:innen
sein, die die Löcher stopfen sollen? Die Bürgergeldempfänger:innen, denen
die Bundesregierung gerade erst die Freibeträge gekürzt und schärfere
Sanktionen aufgebrummt hat?
Seit das [2][Deutschlandticket auf dem Markt] ist, gab es zahlreiche
konstruktive Vorschläge, wie mehr Einnahmen generiert werden können: ein
Jahresabo für einen stabileren Kund:innenstamm, ein bundesweites
Sozialticket zu einem niedrigeren Monatspreis, ein höherer
Finanzierungsanteil des Bundes. [3][All diesen guten Ideen konnten oder
wollten sich die Verkehrsminister:innen bisher nicht widmen].
Spätestens jetzt können sie das nachholen, um dem absurden CDU-Vorschlag
etwas entgegenzusetzen.
2 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Nanja Boenisch
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