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       # taz.de -- Reaktionen auf das Reformpaket: „Bunte Tüte Süßes und Saures“
       
       > Grüne, Verdi und Hausärzte kritisieren die von der Koalition geplanten
       > Reformen scharf. Arbeitgeber loben das Paket als überfällig.
       
   IMG Bild: Markus Söder, Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil freuen sich nach Bekanntgabe ihrer Mogelreformen
       
       rtr/dpa/taz | Die ersten Reaktionen auf das Reformpaket der Bundesregierung
       fallen sehr gemischt aus. Leichtes Lob für den angekündigten
       Bürokratieabbau kam etwa von der Deutschen Industrie- und Handelskammer
       (DIHK). Die Grünen sprachen hingegen von einem Misstrauensvotum gegen die
       Bürger. Die IG Metall bewertete das Reformpaket der Bundesregierung als
       „bunte Tüte Süßes und Saures“.
       
       Die Bundesregierung will mit ihrem [1][am Donnerstagmorgen vorgestellten
       Reformpaket] ‌für mehr Wettbewerb, weniger ‌Bürokratie und steuerliche
       Entlastungen in Deutschland sorgen. Bundeskanzler Friedrich Merz
       bezeichnete die Beschlüsse nach den Beratungen im Koalitionsausschuss von
       Union und SPD als einen „ganzen Katalog von bedeutenden Reformen“.
       
       Grünen-Co-Parteichef Felix Banaszak hat das Reformpaket der Bundesregierung
       ‌als „Arbeitsverweigerung“ scharf kritisiert. Das Paket sei ein
       „Misstrauensvotum gegen die Bürger“, sagt Banaszak der Rheinischen Post.
       Die Koalition regele die Sonntagsöffnungszeiten von Bäckereien und schicke
       Beschäftigte künftig ab dem ersten Krankheitstag zum Arzt, anstatt
       Antworten auf die Folgen von künstlicher Intelligenz oder den
       Arbeitsplatzabbau in der Industrie zu geben.
       
       Ahnlich sieht es die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie kritisiert das
       Reformpaket scharf. „Misstrauen gegen Beschäftigte und eine Ausweitung des
       Befristungswahnsinns schaffen kein Wachstum“, sagt der Chef der
       zweitgrößten Gewerkschaft in Deutschland, Frank Werneke. Die geplante
       Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag sei Ausdruck einer
       Misstrauenskultur. Zudem sei die Ausweitung des Zeitraums für sachgrundlose
       Befristungen „nicht akzeptabel“.
       
       ## Hausärzte fürchten Überlastung
       
       Die Hausärzte kritisieren die Pläne der Bundesregierung zu
       Krankschreibungen als „absolut katastrophal“. Die Koalition nehme „die
       komplette Überlastung unserer Praxen billigend in Kauf“, sagt der
       Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, dem
       Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die geplante Abschaffung der telefonischen
       Krankschreibung sowie die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag führten
       zu einer „riesigen Bürokratiewelle“ und längeren Wartezeiten für Patienten,
       die dringend medizinische Hilfe benötigten.
       
       Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger begrüßt das Reformpaket der Koalition
       als „überfälligen Kurswechsel“. Das Paket stärke die Wettbewerbsfähigkeit
       und schaffe Vertrauen. Er mahnt aber weitere Schritte an. So seien etwa die
       Beiträge zu den Sozialversicherungen weiterhin zu hoch. Zudem sei eine
       Entlastung der Leistungsträger nicht erkennbar. „Jetzt darf niemand ⁠die
       Handbremse ziehen“, erklärt Dulger.
       
       Auch von Andrea Nahles kam Lob. „Insgesamt, glaube ich, gibt es in dem
       Paket vieles, was (…) erst mal Rückenwind geben kann, um vielleicht auch
       aus einer erstarrten Situation zu kommen“, sagte die Vorstandsvorsitzende
       der Bundesagentur für Arbeit in Lauf bei Nürnberg. Die SPD-Politikerin war
       von 2013 bis 2017 Bundesarbeitsministerin.
       
       2 Jul 2026
       
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