# taz.de -- Neue Umfrage für Berlin: „Die SPD sollte in die Opposition“
> Linke und Grüne vorne, CDU und SPD ganz hinten. Für den Politologen Nils
> Diederich hat das mit einer allgemeinen Unzufriedenheit mit Schwarz-Rot
> zu tun.
IMG Bild: Für Steffen Krach, Spitzenkandidat der SPD für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, sieht es gerade nicht gut aus
taz: Herr Diederich, [1][der neue Berlintrend des RBB] sieht Linke und
Grüne mit 20 und 19 Prozent vorne. Danach folgt die AfD, erst danach kommen
CDU und SPD. Gibt es in Berlin plötzlich eine Wechselstimmung?
Nils Diederich: Es gibt eine diffuse Wechselstimmung. Die hat viel mit
einer allgemeinen Unzufriedenheit mit dem jetzigen Senat zu tun.
taz: Überraschend ist der deutliche Absturz der CDU auf 17 Prozent. Bei der
Wiederholungswahl 2023 hat die CDU 28,2 Prozent bekommen.
Diederich: Die Union unter Kai Wegner ist nicht mehr attraktiv. Er wird das
Ruder auch nicht mehr herumreißen können.
taz: Die SPD landet mit 13 Prozent auf dem letzten Platz.
Diederich: Die SPD zahlt die Rechnung dafür, dass sie völlig ihr Profil
verloren hat und nur noch als Helfer von Kai Wegner und der CDU gesehen
wird.
taz: Immerhin hat die SPD mit Steffen Krach einen Spitzenkandidaten ins
Rennen geschickt, der nicht für die Koalition mit der CDU steht.
Diederich: Das schlechte Ergebnis der SPD ist nicht das Ergebnis von
Steffen Krach. Es ist das Ergebnis einer SPD, die nicht mehr, so wie
früher, der Gegenpol zur CDU ist.
taz: Die Linke liegt vorne, obwohl ihr die Wählerinnen und Wähler wenig
Problemlösungskompetenz zugestehen.
Diederich: Die Wähler sind sehr verwirrt. Die Wählerschaft ist volatil.
Keine der Parteien hat einen überzeugenden Spitzenkandidaten. Das gute
Ergebnis von Linken und Grünen sollte man angesichts von einem Drittel, die
noch unentschlossen sind, auch nicht überbewerten.
taz: Sollten die Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 20. September ähnlich
ausgehen wie das Ergebnis des Berlintrends, stünde Berlin vor einer
schwierigen Regierungsbildung.
Diederich: Steffen Krach müsste jetzt sagen: Entweder wir regieren oder wir
gehen in die Opposition. Wenn die SPD das nicht tut, wird sie verschwinden.
Bei einem Bündnis Linke/Grüne/SPD oder bei einer Kenia-Koalition wäre sie
nur noch Mehrheitsbeschafferin. So wie früher die FDP.
2 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Uwe Rada
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