# taz.de -- Beschluss von Schwarz-Rot: Drastische Einsparung bei der Informationsfreiheit
> Die Koalition will Anfragen an Staat und Behörden beschneiden. Das sei
> der schwerste Angriff auf staatliche Transparenz, kritisiert die
> Initiative „Frag den Staat“.
IMG Bild: Das Recht auf Informationszugang soll offenbar deutlich eingeschränkt werden
kna/taz | Die Bundesregierung will das Recht auf Informationsfreiheit
einschränken. In den Beschlüssen der Koalition heißt es schöngefärbt, man
wolle das IFG „weiterentwickeln und an die aktuellen Herausforderungen
anpassen“. Und das unter Wahrung des Rechtes. Tatsächlich sind aber eine
ganze Reihe von Einschränkungen geplant.
In [1][den Beschlüssen des Koalitionsausschusses], die [2][am Donnerstag in
Berlin vorgestellt] wurden, heißt es, dass Auskunftsrechte künftig auf
natürliche Personen beschränkt werden soll, die ein berechtigtes Interesse
an einer Auskunft nachweisen können. Bisher war dieser Nachweis nicht
nötig. Nicht-EU-Bürger:innen sollen komplett vom Auskunftsrecht
ausgeschlossen werden. Falls doch Auskünfte erteilt werden, sollen darin
die Namen von Mitarbeitenden in Zukunft geschwärzt werden. Und schließlich
sollen die Gebühren für eine Auskunft erhöht werden können.
[3][Das Informationsfreiheitsgesetz regelt die Auskunftsrechte, die Bürger
gegenüber Bundesbehörden] und anderen staatlichen Einrichtungen haben. Auch
in einigen Bundesländern gibt es solche Gesetze. Sie geben der Bevölkerung
das Recht, staatliche Stellen nach amtlichen Informationen zu fragen.
Bislang mussten Antragsteller nicht begründen, warum sie Informationen
abfragen. Schon jetzt beinhaltet das Gesetz zahlreiche Ausnahmen vom Recht
auf Informationszugang, zum Beispiel, wenn personenbezogene oder
sicherheitsrelevante Daten betroffen sind.
Änderungen könnte es nun auch bei Anfragen geben, die mit den Bereichen
kritische Infrastruktur, Spionageabwehr, Terrorismusbekämpfung und
wissenschaftliche Forschung zu tun haben. Hier sieht der
Koalitionsausschuss einen „besonderen Schutzbedarf“, dem man „in Zeiten
einer komplexen Bedrohungslage von innen und außen“ Rechnung tragen wolle.
Außerdem könnten die Gebühren für Anfragen steigen. Diese wolle man im
Einklang mit dem Kostendeckungsprinzip anpassen, so der
Koalitionsausschuss. Das könnte bedeuten, dass Antragsteller künftig
sämtliche Kosten tragen müssten, die durch eine Anfrage entstehen.
## „Das wäre eine Rolle rückwärts“
„Das ist der schwerste Angriff auf staatliche Transparenz in der Geschichte
der Bundesrepublik“, kritisiert die Initiative [4][Frag den Staat], die
sich auf solche Anfragen spezialisiert hat, [5][in einer Mitteilung]. SPD
und Union würden damit das Informationsfreiheitsgesetz faktisch abschaffen
wollen, heißt es weiter. „Damit brechen sie nicht nur ihr eigenes
Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, sondern beschädigen die Presse- und
Informationsfreiheit massiv.“
Auch Oliver Wiedmann von Mehr Demokratie e. V., kritisiert, dass die
Koalition das IFG „massiv beschneiden“ wolle: „Im Koalitionsvertrag war
noch von einer Reform mit einem Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger die
Rede. Nun droht eine massive Verschlechterung der Bürgerrechte. Das wäre
eine Rolle rückwärts.“
Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD sich auf eine Reform des
Gesetzes geeinigt. In den Verhandlungen hatte die Union seinerzeit eine
Abschaffung gefordert. Das war am Widerstand der SPD gescheitert. Zur
Reform hieß es im Koalitionsvertrag, das Informationsfreiheitsgesetz solle
mit einem Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung reformiert
werden.
2 Jul 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.bundesregierung.de/resource/blob/2196306/2445592/bc8e5e160d879f0bdd593121a96a45d2/2026-07-02-koaausschuss-data.pdf?download=1
DIR [2] /Koalitionsausschuss-legt-Ergebnisse-vor/!6192803
DIR [3] /Kolumnist-hat-sich-verliebt/!6181936
DIR [4] https://fragdenstaat.de/
DIR [5] https://fragdenstaat.de/artikel/policy/2026/07/spd-und-union-planen-abschaffung-des-ifg/
## AUTOREN
DIR Gereon Asmuth
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