# taz.de -- Rechter Anschlag in Cottbus: Molotowcocktails gegen die „Zelle79“
> Unbekannte haben das alternative Wohnprojekt mit Brandsätzen beworfen.
> Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Mordes.
IMG Bild: Das alternative Wohnprojekt Zelle79 in Cottbus
In Cottbus ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des versuchten Mordes
gegen zwei Tatverdächtige aus dem rechtsextremistischen Spektrum. In der
Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verübten Unbekannte einen Brandanschlag
auf das alternative Wohnprojekt Zelle79. Verletzt wurde niemand. Die
Polizei sucht nach zwei männlichen Personen im Alter zwischen 15 und 20
Jahren, die beide schwarz gekleidet waren. Bereits im Mai und Dezember 2025
kam es [1][zu Anschlägen.]
Um 1.15 Uhr alarmierten Bewohner*innen die Polizei, nachdem zwei
männliche Personen Flaschen mit entzündlichen Inhalten auf das Haus
geworfen hatten. An der Fassade des Hauses sind laut der Bewohnerin Fabi
Buchholz Brandmale zu sehen, ansonsten sei nichts beschädigt worden. Die
Täter hätten in Kauf genommen, dass Menschen verletzt werden oder zu Tode
kommen. „Es ist Sommer, viele hatten die Fenster offen“, so die Bewohnerin.
Aufgrund der nächtlichen Tatzeit stuft die Polizei die Tat als versuchten
Mord ein. „Um die Zeit muss man davon ausgehen, dass die Leute schlafen“,
begründet der Pressesprecher der Polizei Cottbus, Sascha Erler, die
Entscheidung gegenüber der taz. Eine konkrete Bewertung durch die
Staatsanwaltschaft stehe noch aus. Mordkommission und Staatsschutz
ermitteln. Da es sich bei der Zelle79 um ein alternatives Wohnprojekt
handele, sei von einer politisch motivierten Tat auszugehen, so Erler.
## CSD-Aktionswochen in Cottbus
„Es kann nicht sein, dass sich Nazis immer noch so sicher fühlen“, sagt
Buchholz der taz. Dies sei bereits der sechste öffentlich bekannt gewordene
Anschlag. Aktuell finden in Cottbus die CSD-Aktionswochen statt. Deswegen
hatten die Bewohner*innen am Haus eine Regenbogenflagge angebracht,
sowie ein Banner mit dem Slogan „Liebe Cottbuser*innen, wir gendern
trotzdem!“ [2][Ende letzter Woche wurde positiv über einen AfD-Antrag
beschieden, der das Gendern in der Cottbuser Verwaltung untersagt.]
Als Sicherheitsmaßnahme stehe laut Polizei aktuell ein Streifenwagen vor
dem Objekt. „Wir gucken natürlich im Gespräch mit den Bewohnern, wie wir
das Sicherheitsgefühl verbessern können“, so Erler. Er betont aber auch:
„Verhindern lassen wird sich sowas nicht.“ Brandenburgs Innenminister Jan
Redmann (CDU) verurteilt die Anschläge in einer Pressemitteilung. „Wer
Molotowcocktails schmeißt, nimmt Opfer in Kauf“, so der Innenminister am
Donnerstag. Das Wohnprojekt will sich nicht unterkriegen lassen: „Wir
bleiben hier, wir bleiben stark, wir bleiben sichtbar“, so Buchholz.
2 Jul 2026
## LINKS
DIR [1] /Rechtsextremismus-in-Brandenburg/!6173024
DIR [2] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/gender-verbot-in-cottbus-deshalb-duerfen-verwaltung-und-ehrenamt-nicht-gendern-79210168.html
## AUTOREN
DIR Anna Simbürger
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