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       # taz.de -- Baltische Staaten bei Merz: Drei kleine Partner und ihr großer Bruder
       
       > Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara statten Regierungsvertreter der
       > baltischen Staaten Kanzler Merz einen Besuch ab. Es geht um mehr als
       > Solidarität.
       
   IMG Bild: Besuch der drei Regierungsvertreter der baltischen Staaten im Kanzleramt
       
       Es sind nur noch wenige Tage, bis die Staats- und Regierungschefs der
       Nato-Staaten sich zum Gipfel in Ankara einfinden werden. Ganz oben auf der
       Agenda der Mitglieder des Militärbündnisses steht die russische
       Vollinvasion in der Ukraine, die seit 2022 tobt und deren Ende nicht in
       Sicht ist. Der Krieg beschränkt sich längst nicht mehr nur auf ukrainisches
       oder russisches Territorium. [1][Hybride und elektronische Kriegsführung
       sind Teil der Militärstrategien und wirken sich auch auf Nato-Staaten aus.]
       
       Drei Länder, die besonders betroffen sind, sind [2][Lettland], Litauen
       [3][und Estland]. Die Regierungsvertreter der baltischen Staaten sind kurz
       vor dem Nato-Gipfel nach Berlin gereist, um Bundeskanzler Friedrich Merz zu
       treffen. „Es ist ein Zeichen des gemeinsamen Vertrauens“, sagte Merz in
       Berlin. Und rühmte sich erneut nicht nur für dieses Format in seiner
       Außenpolitik, sondern auch für seine Initiativen mit den E5
       (Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen und Deutschland) oder E3
       (Deutschland, Frankreich und Großbritannien). Oder für den Einsatz der
       Bundeswehr in der Nato.
       
       Erst am Montag war Verteidigungsminister Boris Pistorius nach Estland
       gereist zu einer offiziellen Zeremonie für das deutsch-niederländische
       Korps. Merz also in bester Laune und in seinem Element als Außenkanzler.
       
       Und dann geht es ganz schnell um Geld und Investitionen. „Wir haben
       vergangenes Jahr beim Nato-Gipfel in Den Haag entschieden, dass wir 5
       Prozent der Wirtschaftsleistung für Sicherheit und Verteidigung ausgeben.
       Jetzt geht es darum, dies in Fähigkeit umzusetzen“, sagten sowohl Merz als
       auch die drei Staatenvertreter. Wenn die Nato-Länder nicht auf dieses Ziel
       hinarbeiten würden, dann würde Putin das Militärbündnis nicht ernst nehmen.
       Bereits vor dem Gipfel wurde bekannt, dass die Ukraine mehr als 70
       Milliarden Euro Militärhilfe in 2026 und 2027 bekommen soll, darauf
       einigten sich die Nato-Mitgliedsländer.
       
       ## Russischen Aggressor ernst nehmen
       
       Zum Großteil ist man sich also einig in der Nato. Allerdings sind etwa
       Spanien oder auch Italien zunehmend nicht bereit oder in der Lage, mehr in
       Verteidigung zu investieren. Der litauische Präsident Gitanas Nausėda macht
       eine klare Ansage. „Alle Staaten müssen mitmachen“, sagte er mehrfach in
       Berlin. „Europa muss mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit
       übernehmen“. Und das jetzt, über die Jahre hinweg und dauerhaft.
       
       Zudem bestärkte Nausėda eine Entscheidung Litauens, eine
       Verfassungsänderung in die Wege zu leiten, die die Stationierung von
       Nuklearwaffen möglich machen kann. „Falls der Bedarf entsteht“, wie Nausėda
       betonte. Kanzler Merz äußerte sich nicht konkret zu dem Vorhaben, aber
       sieht auch die besondere Bedrohungslage durch Russland und Belarus in den
       baltischen Staaten. Doch der Schritt zeigt natürlich, wie ernst der
       russische Aggressor von [4][Litauen, Lettland und Estland] genommen wird.
       
       Kristen Michal, Premierminister, Estlands fand ebenfalls klare Worte: „Die
       Sicherheit im baltischen Raum ist die Sicherheit für Europa“. Und: „Die
       Ukraine ist unsere dringlichste Angelegenheit“. Für ihn heißt das, die
       Ukraine braucht mehr militärische Mittel und Unterstützung. Estland bringt
       mindestens rund 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts konkret für die
       Ukraine derzeit auf, und es soll und kann perspektivisch mehr werden.
       Sicherheit könne nur über militärische Fähigkeiten gewährleistet werden und
       Abschreckung gelingen. Natürlich sei klar, dass die hohen Investitionen
       auch zu Einschnitten für die Bevölkerung führen, aber der Preis, nicht in
       Frieden zu leben, sei deutlich höher.
       
       Michal reagierte auch auf die Schließung einer Bahnstrecke, die von
       Russland nach Estland führt. Man sei deswegen nicht deutlich besorgter also
       zuvor. Er empfahl: Man solle keine voreiligen Schlüsse ziehen. Geschlossen
       wurden von russischer Seite unter anderem Bahnstrecken, die nur wenig
       genutzt worden waren. Aber: „Wir müssen den Druck auf Moskau
       aufrechterhalten.“
       
       3 Jul 2026
       
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   DIR Tanja Tricarico
       
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