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       # taz.de -- 250. Geburtstag der USA: Papst Leo XIV. besucht Lampedusa
       
       > In den Vereinigten Staaten wird pompös der 250. Unabhängigkeitstag
       > gefeiert. Der erste US-Papst trifft derweil Geflüchtete auf Lampedusa.
       > Eine Botschaft an Donald Trump?
       
   IMG Bild: „Benvenuto, Papa Leone“ – Werbung für den Papst-Besuch auf Lampedusa
       
       dpa | Mit einem Besuch auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa
       [1][will Papst Leo XIV. heute an das Schicksal von Migranten erinnern]. Das
       Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken bleibt zwar nur knapp
       dreieinhalb Stunden auf der kleinen Insel. Seine Visite wird jedoch auf
       Lampedusa als Zeichen der Solidarität mit Menschen gesehen, die auf der
       Flucht über das Mittelmeer ihr Leben riskieren – oder bereits verloren
       haben.
       
       Lampedusa gilt seit vielen Jahren als einer der Brennpunkte der
       Migrationsbewegung aus Afrika nach Europa. Jedes Jahr wagen Zehntausende
       Menschen die gefährliche Fahrt auf meist kleinen, überfüllten und oftmals
       auch nicht für die raue See geeigneten Booten über das zentrale Mittelmeer.
       
       ## Zehntausende Tote und Vermisste im Mittelmeer
       
       Die Route über diesen Teil des Mittelmeers gilt nach Angaben der
       Internationalen Organisation für Migration (IOM) noch immer als die
       tödlichste Migrationsroute auf dem Weg nach Europa. Seit 2014 registrierte
       die Organisation dort mehr als 26.000 Tote und Vermisste.
       
       Auch wenn die Zahl der Ankünfte auf Lampedusa in den vergangenen beiden
       Jahren zurückgegangen ist, bleibt [2][die Insel ein Symbol der europäischen
       Migrationskrise]. Sie liegt nur rund 130 Kilometer von der
       nordafrikanischen Küste entfernt und ist damit oft die erste Anlaufstelle
       für Boote von dort. Bilder von ramponierten Booten im Hafen und dem
       überfüllten Aufnahmezentrum prägten in den vergangenen Jahren immer wieder
       internationale Schlagzeilen.
       
       ## Leo will Zeichen setzen
       
       Vor diesem Hintergrund will der Papst seinen Besuch bewusst als Zeichen des
       Gedenkens und der Solidarität gestalten. Trotz der vielen Todesopfer auf
       der Fluchtroute sei Lampedusa für diejenigen, die die Überfahrt überlebten,
       ein Ort der Rettung, sagte der Erzbischof von Agrigent, Alessandro Damiano.
       „Lampedusa steht seit jeher für Aufnahme und Gastfreundschaft.“
       
       Zum Auftakt besucht Leo den Friedhof der Insel, wo er an die Menschen
       erinnern will, die auf der Überfahrt ums Leben gekommen sind. Anschließend
       fährt er zum Denkmal Porta d’Europa, das seit Jahren als Mahnmal für
       Migration und Menschenrechte gilt. Später feiert Leo unter freiem Himmel
       eine Messe.
       
       Besonders symbolträchtig ist der Besuch am Molo Favaloro. Das ist der
       Landungssteg, an dem entweder die Migrantenboote aus eigener Kraft ankommen
       oder wo etwa nach Schiffbrüchen auf hoher See aufgelesenen Migranten von
       Hilfsschiffen oder den Behörden an Land gebracht werden. Künftig soll der
       Kai nach Leos Vorgänger Papst Franziskus benannt werden.
       
       Franziskus hatte Lampedusa im Sommer 2013 [3][als erstes Reiseziel seines
       Pontifikats] besucht und die Insel damit früh zu einem Symbol seines
       Einsatzes für Migranten gemacht. Immer wieder forderte er, deren Würde in
       den Mittelpunkt politischen Handelns zu stellen. Leo will nun am Molo
       Favaloro eine Gedenktafel mit der Aufschrift „Molo Papa Francesco – ein Ort
       der Ankunft, der Hoffnung und der Menschlichkeit“ segnen und danach
       Migranten treffen.
       
       ## US-Papst feiert 250. Geburtstag der USA auf Flüchtlingsinsel
       
       Der Besuch des ersten US-Papstes fällt auf den 250. Unabhängigkeitstag der
       Vereinigten Staaten. Während dort am Samstag der „Fourth of July“ groß
       gefeiert wird, steht für Leo – als Robert Francis Prevost in Chicago
       aufgewachsen – auf Lampedusa das Schicksal von Migranten im Mittelpunkt.
       
       Trump warnte seine Landsleute derweil vor kommunistischem Gedankengut und
       beschwor ein Amerika der Gläubigen. „Man kann Kommunist sein oder Patriot“,
       sagte der Republikaner vor Anhängern im US-Bundesstaat South Dakota. Trump
       verwendet den Begriff Kommunismus seit einiger Zeit häufiger, um auch linke
       innenpolitische Gegner und deren Positionen zu attackieren.
       
       Zugleich zeichnete Trump in seiner Rede vor der Kulisse des berühmten Mount
       Rushmore am Vorabend des Unabhängigkeitstags das [4][Bild von den USA als
       Nation, die sich auf Gott berufe]. Trump sagte: „Unsere Rechte“ seien von
       Gott verliehen worden, „der uns erschaffen hat.“
       
       Die zeitliche Überschneidung wird von Beobachtern auch als mögliches Signal
       verstanden. [5][Zwischen dem Papst und US-Präsident Donald Trump gab es in
       der Vergangenheit wiederholt Differenzen], insbesondere in der
       Migrationspolitik. Leo hatte sich bereits kritisch zur restriktiven
       US-Einwanderungspolitik geäußert und mehrfach die Würde und den Schutz von
       Migranten betont.
       
       In einer Videobotschaft im Rahmen einer Preisverleihung in Philadelphia am
       Freitag an ihn sagte Leo, dass die USA zum Symbol für Freiheit wurden, weil
       das Land immer wieder Einwanderern und deren Kindern ermöglichte, seine
       Zukunft mitzugestalten.
       
       4 Jul 2026
       
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