# taz.de -- Das WM-Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Enttäuschung über die taz
> Gianni Infantino feiert noch einmal den starken Auftritt der DFB-Elf bei
> der WM. Dass seine Worte in Deutschland Widerhall gefunden haben, freut
> ihn.
IMG Bild: Nachdenken über die taz: Gianni Infantino während irgendeines WM-Spiels
## 5. Juli 2026
In diesen Tagen frage ich mich, ob es nicht doch ein Fehler war, meine
Tagebuchaufzeichnungen dieser kleinen Zeitung aus Berlin zum Abdruck zur
Verfügung zu stellen, die meine Texte bis zu diesem Tag so gut betreut hat.
Vielen Dank an dieser Stelle allen betreuenden Redakteuren!
Nun musste ich erfahren, dass sich die Zeitung bei einem Social-Media-Post
des Bundeskanzlers bedient hat, um die Erfolge seiner Regierungsmannschaft
zu feiern. „Was für ein Reformpaket! Mit eurem Einsatz und Teamgeist habt
ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch!“
Mit ähnlichen Worten hatte der deutsche Kanzler, der so gerne genauso gut
mit Donald Trump befreundet wäre, wie ich es schon immer bin, das Spiel der
Deutschen bei der Niederlage gegen Paraguay gefeiert. Ich finde es traurig,
wie diese Zeitung, die mir in den vergangenen Wochen so sehr ans Herz
gewachsen ist, plötzlich die Politik einwechselt, wo es doch eigentlich um
Fußball geht.
Jetzt muss ich mich fragen, ob bei der taz etwa andere Regeln gelten als
bei der Fifa, wo wir Tag und Nacht alles dafür unternehmen, um dafür zu
sorgen, [1][dass Fußball und Politik nicht miteinander zu sehr vermengt
werden]. Mein Freund Donald Trump wird unsere Bemühungen in dieser Hinsicht
sicher ebenso gerne bestätigen wie Wladimir Putin, der mir sogar einmal
einen Orden dafür verliehen hat, dass ich immer alles dafür unternehme, um
die Politik aus dem Sport heraushalten.
Aus Deutschland wird mir zudem berichtet, dass sich viele Menschen darüber
gewundert haben, wie der Mitarbeiter des Bundeskanzlers, der die Posts in
dessen Namen abgesetzt hat, nur auf die Idee gekommen ist, das Spiel, das
für meine deutschen Freunde das Turnieraus bedeutet hat, mit derart warmen
Worten zu bedenken. Da muss ich in aller Bescheidenheit anmerken, dass sich
dieser engagierte Mensch wohl daran orientiert hat, was ich zu dem Auftritt
der DFB-Elf auf meinem Instagram-Kanal geschrieben habe.
[2][Dort heißt es]: „Der viermalige Weltmeister setzte sich in einer stark
besetzten Gruppe durch und sorgte mit unvergesslichen Leistungen und
dramatischen Momenten dafür, dass diese WM noch besonderer wurde. Eure
Reise endete zwar in einem packenden Elfmeterschießen, doch es war uns eine
Ehre, euch als Teil dieser Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft dabei zu haben.“
Mit ein wenig Stolz habe ich danach zur Kenntnis genommen, dass meine Worte
die Inspirationsquelle für einen offiziellen Regierungsaccount geworden
sind. Umso trauriger macht es mich, wie die taz, die ein wenig auch meine
Zeitung geworden ist, mit ihrer plagiierten Headline gegen fundamentale
Prinzipien der Fifa verstößt. Sie müsste sich nicht wurden, wenn [3][eine
unabhängige Ethikkommission] in diesem Fall Ermittlungen aufnehmen würde,
und kann sich glücklich schätzen, dass es eine solche nicht mehr gibt.
5 Jul 2026
## LINKS
DIR [1] /Das-WM-Tagebuch-des-Fifa-Praesidenten/!6192371
DIR [2] https://www.instagram.com/p/DaVybEUCIKF/?img_index=1
DIR [3] /Fifa/!6189816
## AUTOREN
DIR Gianni Infantino
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