# taz.de -- ++ Nachrichten im Ukrainekrieg ++: Trump telefoniert mit Putin und Selenskyj
> Zum 250. Geburtstag der USA gratulieren sowohl Selenskyj als auch Putin
> dem amerikanischen Präsidenten per Telefon. Kommt es zu einer Lösung in
> der Ukraine?
IMG Bild: Zum 250. Unabhängigkeitstag der USA: Die Kolossalstatue „Mutter Heimat“ erstrahlt in US-Farben
## Trump führt Telefongespräche mit Putin und Selenskyj über Lage in der
Ukraine
afp | [1][Vor dem Nato-Gipfel in Ankara] haben sowohl Kremlchef Wladimir
Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit
US-Präsident Donald Trump telefoniert. Trump und Putin hätten mit Blick auf
Trumps Teilnahme an dem Gipfel kommende Woche „über die Frage einer Lösung
in der Ukraine“ gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri
Uschakow laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Samstag. Selenskyj
erklärte nach seinem Telefonat mit Trump, es bestehe „die Aussicht, den
Krieg zu beenden“. Die Ukraine griff unterdessen am Samstag Russland massiv
mit Drohnen an.
Putin habe in dem Telefonat „die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld“ in der
Ukraine skizziert, „wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst
vorrücken“, erklärte Uschakow. Trump und Putin hätten in dem 85-minütigen
Gespräch auch Themen wie Iran und die Golfregion erörtert. Zuvor hatte
bereits Selenskyj mitgeteilt, dass er mit Trump telefoniert habe. Anlass
beider Telefonate sei der [2][250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA]
gewesen, teilten Moskau und Kyjiw mit. Selenskyj erklärte im Onlinedienst
X, er und Trump hätten in dem „sehr guten Telefonat“ den Krieg in der
Ukraine erörtert. Sie hätten „über die aktuelle Lage an der Front sowie
unsere diplomatischen Bemühungen gesprochen. Es besteht die Aussicht,
diesen Krieg zu beenden, und die Entschlossenheit der USA ist
entscheidend“, betonte der ukrainische Präsident.
Trump und er hätten vereinbart, „die Gespräche während des Nato-Gipfels in
Ankara fortzusetzen“, fügte er hinzu. Zu dem Gipfel in der türkischen
Hauptstadt werden am Dienstag und Mittwoch Staats- und Regierungschefs aus
32 Staaten erwartet, darunter Trump und [3][Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU)].
## Peking: China und Russland halten im Juli gemeinsame Marineübung in
Qingdao ab
afp | China und Russland wollen nach Angaben aus Peking noch im Juli ihre
jährlichen gemeinsamen Militärmanöver abhalten. Die Marineübung „Joint Sea
2026“ werde in den „Gewässern und im Luftraum“ vor Qingdao stattfinden,
einem wichtigen Militärhafen und Badeort im Osten Chinas, teilte das
Verteidigungsministerium in Peking am Sonntag mit. Anschließend würden
„einige Einheiten“ beider Seiten eine gemeinsame Seepatrouille in nicht
näher genannten Gebieten des Pazifischen Ozeans ausführen.
Die Erklärung enthielt keine Einzelheiten zum Umfang der
chinesisch-russischen Manöver. Diese zielten dem Ministerium zufolge darauf
ab, „gemeinsam auf sicherheitspolitische Herausforderungen zu reagieren und
den Frieden und die Stabilität in der Region zu wahren“. Die Übungen werden
zwei Monate nach einem Besuch des russischen Staatschefs Wladimir Putin in
China abgehalten. Putin hatte bei der Visite erklärt, die bilateralen
Beziehungen hätten ein „beispiellos hohes Niveau“ erreicht. Sein
chinesischer Kollege Xi Jinping pries seinerseits die „unerschütterliche“
Partnerschaft mit Moskau.
## Pistorius: Keine geheimen Infos an AfD wegen Nähe zu Putin
dpa Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will verhindern, dass die
AfD im Fall einer Regierungsbeteiligung an geheim eingestufte Informationen
kommt – und begründet das mit der Nähe der Partei zu Russland. „Die Nähe zu
Putin ist nicht zu übersehen. Die Vermutung, dass es Geld aus Russland
gibt, steht ebenfalls im Raum“, sagte er der Bild am Sonntag. Sensible
Informationen dürften nicht in die falschen Hände geraten, betonte der
SPD-Politiker. „Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wem wir Zugang
zu geheim eingestuften Informationen geben können. Das tun wir schon jetzt.
Dazu sind wir verpflichtet, weil es um die Sicherheit unseres Landes geht.“
Zum Szenario, dass die AfD im September in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal
die absolute Mehrheit holen könnte, sagte der Minister: „Ich mache mir als
Demokrat über einen solchen möglichen Wahlausgang allergrößte Sorgen. Die
AfD lässt keinen Zweifel daran, was sie mit unserer Demokratie vorhat. Von
daher wäre das ein sehr, sehr schlechtes Zeichen.“ In mehreren
Bundesländern sind die Landesverbände der Partei vom Verfassungsschutz als
gesichert rechtsextrem eingestuft. Gefragt, was er einem Soldaten sagen
würde, der die AfD unterstützt, antwortete er: „Ich würde ihm sagen:
Überlegen Sie sich das gut im Sinne unserer Demokratie. Aber es ist am Ende
Ihre Entscheidung, wen Sie wählen.“
## Nordkoreanische Medien: Xi will „solide und stabile“ Beziehung zu
Nordkorea aufbauen
afp | Chinas Präsident Xi Jinping ist nordkoreanischen Medienberichten
zufolge zu einer Zusammenarbeit mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
bereit, um die bilateralen Beziehungen in Richtung einer „langfristigen,
soliden und stabilen“ Entwicklung zu lenken. Xi habe sich in einer
Mitteilung vom 1. Juli bei Kim für dessen Glückwünsche zum 105. Jahrestag
der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas bedankt, berichtete die
staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas (KCNA) am Sonntag. Xi habe
erklärt, Kims Botschaft spiegele die „tiefen und herzlichen Gefühle“ des
nordkoreanischen Führers, der regierenden Arbeiterpartei und des
nordkoreanischen Volkes gegenüber China wider.
Xi erklärte laut KCNA, er sei bereit, die zuständigen Sektoren und Regionen
beider Seiten bei der Umsetzung „der wichtigen gemeinsamen Vereinbarung,
die wir erzielt haben, anzuleiten und die Beziehungen zwischen China und
der Demokratischen Volksrepublik Korea zu einer langfristigen, soliden und
stabilen Entwicklung zu führen“. Im vergangenen Monat hatte Xi Kim in
Nordkorea besucht. Beide Staatenlenker verkündeten danach, ihre
Zusammenarbeit zu vertiefen. Kim hatte zuvor das Treffen in Pjöngjang als
„historische Gelegenheit“ bezeichnet und seinerseits erklärt, Nordkorea
wolle die Beziehungen zu China weiter stärken.
Nordkorea hatte jüngst seine Verteidigungszusammenarbeit mit Russland
verstärkt. Pjöngjang schickte Soldaten und Munition in die Ukraine, um
Russlands Invasion zu unterstützen. China ist allerdings nach wie vor
Nordkoreas größter Wirtschaftspartner.
## Pistorius will „unter 1000“ Soldaten zum Dienst in Litauen verpflichten
rtr | Für die Stationierung einer [4][Bundeswehrbrigade in Litauen] muss
nach Einschätzung von Verteidigungsminister Boris Pistorius eine
nennenswerte Soldatenzahl verpflichtet werden. „Ich rede von unter 1.000“,
sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag. „Wir haben eine
Herausforderung bei den Mannschaftsdienstgraden und bei Spezialisten. In
den Fällen kann es am Ende zu einer Verpflichtung kommen.“ Bislang habe die
Bundeswehr die Mehrzahl der Dienstposten mühelos mit Freiwilligen besetzen
können. Der Aufbau der Bundeswehrbrigade mit rund 4.800 Soldaten und 200
zivilen Beschäftigten soll nach früheren Angaben 2027 abgeschlossen sein.
Dies soll Litauen Sicherheit vor einer russischen Bedrohung geben.
Angesichts der Umfragewerte der AfD und der Möglichkeit einer
AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt im Herbst sagte Pistorius, ein
solcher Wahlausgang mache ihm allergrößte Sorgen. Er bejahte die Frage, ob
er größte Bauchschmerzen hätte, einem AfD-Minister geheime Informationen zu
übermitteln. „Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wem wir Zugang
zu geheim eingestuften Informationen geben können“, sagte der
Verteidigungsminister. Die Nähe der AfD zum russischen Präsidenten
Wladimir Putin sei nicht zu übersehen. Informationen dürften nicht in die
falschen Hände geraten. „Das liegt auf der Hand, dass das nicht passieren
darf.“
Vor dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel kündigte Pistorius weitere
Finanzhilfen für die Ukraine an, aus EU-Krediten und einem neuen
Fördertopf. „Da reden wir über insgesamt 70 Milliarden Euro.“ Der deutsche
Anteil werde „mit Sicherheit der größte Einzelbetrag“ sein. Eine Lieferung
des deutschen Marschflugkörpers Taurus halte er nicht für nötig: „Ich
glaube nicht, dass die Ukraine den Taurus noch braucht.“
## Selenskyj lobt Erfolge der ukrainischen Marine
dpa | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die
Marinestreitkräfte seines Landes für militärische Erfolge beim Kampf gegen
Russland auf dem Schwarzen Meer gelobt. „Jedes reine Herz auf der Welt
erwartet von der Ukraine nur eines – dass wir diese russischen Mistkerle
besiegen“, zitierte ihn die Agentur Unian aus einer Ansprache vor
Marineoffizieren und Kadetten in der Hafenstadt Odessa. Trotz geringer
Mittel und fehlender Kriegsschiffe habe sich die Ukraine auf dem Schwarzen
Meer behauptet. Dazu habe die ukrainische Marine gemeinsam mit anderen
Teilen der Streitkräfte Außerordentliches geschafft. „Russland hat das
Schwarze Meer verloren“, behauptete Selenskyj.
Mit zahlreichen Aktionen beweise die Ukraine, „dass das Schwarze Meer und
das Asowsche Meer für Russland ganz sicher kein Ort der Ruhe sein werden“.
Tatsächlich hat die Ukraine der russischen Marine in über vier Jahren Krieg
schwere Schläge zugefügt, angefangen mit der [5][Versenkung des
Raketenkreuzers „Moskwa“, dem Flaggschiff der russischen
Schwarzmeerflotte]. Mit vielen Angriffen gegen russische Kriegsschiffe im
Kriegshafen von Sewastopol auf der Krim wurde die russische Marine
gezwungen, sich in den Ostteil des Schwarzen Meeres zurückzuziehen. Kiew
hat für diese Angriffe spezielle Seedrohnen entwickelt – kleine, schnelle
Boote mit einer Sprengstoffladung.
5 Jul 2026
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