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       # taz.de -- Ausländerfeindlichkeit in Südafrika: Zehntausende auf der Flucht
       
       > Immer mehr afrikanische Migranten verlassen Südafrika. Die Grenze zu
       > Simbabwe wird zum wichtigsten Transitpunkt. Auch dort sollen sie nicht
       > bleiben.
       
   IMG Bild: Johannesburg, 30. Juni: Nach Ausschreitungen warten Menschen vor der Botschaft von Malawi, um die Ausreise zu organisieren
       
       Die [1][Massenflucht afrikanischer Migranten aus Südafrika] infolge der
       ausländerfeindlichen Gewalt dort sorgt für Krisen in den Nachbarstaaten
       Simbabwe und Mosambik. In Mosambiks Hauptstadt Maputo sind Tausende
       Malawier gestrandet, die auf eine Transportmöglichkeit in ihre Heimat
       warten. Simbabwe sieht sich mit einem Zustrom von Reisenden aus Südafrika
       am Grenzübergang Beitbridge konfrontiert – der wichtigste Grenzübergang
       nicht nur zwischen den beiden Ländern, sondern im gesamten südlichen
       Afrika.
       
       Beitbridge ist nicht nur ein Handelsknotenpunkt, sondern auch für Waren-
       und Menschenschmuggel berüchtigt. Jetzt ist er gefüllt mit rückkehrenden
       Simbabwern und anderen [2][fliehenden Afrikanern], die über Simbabwe
       weiterreisen wollen. Bis Ende vergangener Woche wurden bereits 35.000
       Grenzübertritte von Repatriierten und Deportierten aus Südafrika
       registriert, melden die Behörden.
       
       Viele davon sind Migranten aus Malawi und Sambia, die sich illegal in
       Südafrika aufhielten und jetzt von dort evakuiert werden. In Simbabwe wird
       nun befürchtet, dass sie sich auf simbabwischem Gebiet niederlassen
       könnten.
       
       Um das zu verhindern, verschärft Simbabwes Regierung ihre Grenzkontrollen.
       „Eine umfassende Überwachungsoperation ist in Gang gesetzt worden“,
       erklärte Nick Mangwana von Simbabwes Informationsministerium. Wer über
       Beitbridge einreist, muss sich einer strengen Kontrolle und Überprüfung
       durch die Migrationsbehörden und die Polizei unterziehen. Grundlage sind
       die Passagierlisten bei staatlich organisierten Repatriierungsaktionen. Für
       Alleinreisende gelten besondere Verfahren.
       
       ## „Eine Bewährungsprobe für Simbabwe“
       
       Auf den Fernstraßen, die von Beitbridge quer durch Simbabwe in
       Nachbarländer führen, sind verstärkte Kontrollen in Kraft. An wichtigen
       Haltepunkten werden Busse und Fahrzeuge überprüft, ebenso an den
       Busbahnhöfen der Hauptstadt Harare. Die Reisenden werden mit den
       Einreisenlisten aus Beitbridge abgeglichen, um sicherzustellen, dass alle
       als „in Transit“ deklarierten Eingereisten auch wieder ausreisen.
       
       Es soll auch darauf geachtet werden, dass Reisegruppen, die aus
       finanziellen Gründen nicht sofort weiterreisen können, überwacht bleiben.
       Und es gibt Kontrollen, damit sich keine illegalen Einwanderer unter die
       registrierten Gruppen von Repatriierten mischen.
       
       „Dies ist eine Bewährungsprobe für Simbabwe“, sagt Kommentator Cosmas
       Tsikai. „Die Regierung behandelt dies als prioritäre Angelegenheit, damit
       daraus nicht eine unkontrollierbare breitere Krise wird.“ Wenn die
       humanitäre Aktion, Rückkehrer aufzunehmen und auch Bürgern von Drittstaaten
       die Durchreise zu gewähren, stattdessen zu einer Welle illegaler Einreisen
       nach Simbabwe führt, wäre dies ein Sicherheitsrisiko.
       
       Menschenrechtsaktivist Patrick Chatukuta hingegen warnt, dass Simbabwe
       durch die strengen Kontrollen seine Verpflichtungen unter der
       UN-Flüchtlingskonvention und der Afrikanischen Flüchtlingskonvention
       brechen könnte. „Simbabwe ist rechtlich verpflichtet, allen Schutz zu
       bieten, die vor Gefahren durch [3][ausländerfeindliche Mobs in Südafrika]
       fliehen“, so Chatukuta.
       
       ## Die Situation dürfte für eine Weile angespannt bleiben
       
       Simbabwe steht an vorderster Front der Flucht von Migranten aus Südafrika,
       weil mehrere Staaten des südlichen Afrika kein Geld haben, um ihre
       Staatsbürger per Charterflug herauszuholen, wie es entferntere Länder wie
       Nigeria und Uganda getan haben. Sie organisieren also Transporte auf der
       Straße, was dann durch andere Länder wie Simbabwe führt.
       
       Die Situation in Beitbridge dürfte noch eine Weile angespannt bleiben.
       Südafrikas Regierung und die Regierung der südafrikanischen Grenzprovinz
       Limpopo haben bei Beitbridge ein Repatriierungszentrum mit einer Kapazität
       von mehreren tausend Menschen errichtet, um die Migranten Richtung Simbabwe
       zu kanalisieren.
       
       Infrastrukturminister Dean Macpherson sagte: „Was vor einer Woche noch
       Busch war, ist jetzt eine Einrichtung, die es dem Innenministerium und der
       Grenzbehörde möglich machen wird, Migranten unter sicheren und ordentlichen
       Umständen bei der Ausreise aus Südafrika behilflich zu sein.“
       
       5 Jul 2026
       
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