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       # taz.de -- Die Wahrheit: Das Geldbeuteltier
       
       > Schurken, die die Welt beherrschen wollen – heute: Wolfgang „Zapfhahn“
       > Kubicki.
       
   IMG Bild: Blume der Freiheit: Der überreife FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki Foto: reuters
       
       Freiheit ist kein leeres Wort, es ist ein Wort voller Freiheit! Ein Wort,
       das meint, was es sagt, und sagt, was es meint: die Blume der Freiheit.
       Damit kann dieser Text bereits zum Schluss kommen: Nur der freie Bürger in
       einer freien Welt kann darum ein freier Mensch und ein Kubicki sein!
       
       Frei sein – dieser Schlenker sei zur Verdeutlichung, Wiederholung und
       Sicherstellung noch eingebaut – heißt natürlich mehr, als nur frei sein, es
       heißt auch: liberal sein. Liberal sein wiederum bedeutet mehr, als nur
       liberal zu sein! Es heißt, frei und liberal für die liberale Freiheit wie
       für den freien Liberalismus Partei zu ergreifen, damit auf dem freien Markt
       im freien Wettbewerb mit anderen freien Wettbewerbern am dicken oder dünnen
       Ende – das entscheidet der Markt, wie erwähnt und bewiesen – das beste
       Produkt sich durchsetzt: Wolfgang Kubicki.
       
       Ein Höhepunkt, ein Sieg, ein erster Platz zum ersten Mal in 74 Jahren – von
       ihm errungen und erfochten in einem freien und ungeschützten Wettbewerb
       gegen die Konkurrentin Leutheusser-Schnarr-, nein: Strack-Schnarr-, also:
       Strack-Zimmermann. Ein Triumph, ein Schmeckewöhlerchen für Wolfgang
       Kubicki, der auf dem freien Markt freier Wahlen im freien Wettbewerb um
       diesen freien Platz zuvor kein Mal sich durchsetzen konnte!
       
       ## Kein Schlachterfolg
       
       Zwar hat er Jahrzehnte im schleswig-holsteinischen Landtag und im Bundestag
       verbracht, doch seine Anwesenheit verdankte das Nischenprodukt Kubicki
       keinem einzigen Erfolg in offener Feldschlacht. Sondern den braven
       Helferlein seiner Partei (Hilfestellung für junge Erstleser: die FDP), die
       ihn auf sicheren Listenplätzen festschraubten, sodass ihm wenige Prozent
       genügten, um ins Parlament gespült und geschwipst zu werden und dort fortan
       den Wettbewerb zu preisen.
       
       Angetragene Ämter in einer nach DIN kollegial zu führenden Regierung lehnte
       die regelmäßig in Kiel beziehungsweise Berlin einschlagende Rakete stets ab
       und stellte sie in den Kasten zurück. Das Halbdunkel als Fraktionsführer im
       Landtag und das verborgene Wirken im Wirtschaftsausschuss und anderen
       nützlichen Zirkeln des Bundestages reichte dem talentierten Darsteller
       stets und gab genug Anknüpfungspunkte.
       
       Womit nun wirklich alles gesagt ist! Nur zum Spaß erwähnt sei bloß noch
       Kubickis anderes, zweites Bier, nein Bein in seinem schnurrenden
       Berufsleben, gegründet auf ein Studium der Betriebswirtschaft, um Geld zu
       machen; und danach auch des Rechts, um die Beute sicher zu machen.
       
       So mutierte er zum Rechtsbeistand des milliardenschweren Hanno „Cum-Ex“
       Berger und zum Berater bei der Privatisierung der Mülldeponie Schöneberg,
       wofür er in Kiel 850.000 Mark abzapfte und der Lübecker Geschäftsmann Adolf
       Hilmer als Pächter über 50 Millionen schaufelte, dieweil das Land
       Mecklenburg-Vorpommern die Umweltschäden nüchtern abstottern durfte. Doch
       verstand es der Angeklagte, Blödsinn, wusste Wolfgang Kubicki immer sauber
       zu bleiben – fest steht bloß: Das Vorurteil, die Liberalen seien gegen
       Enteignungen, ist unwahr. Wahr ist das Gegenteil, sie sind für die
       Enteignung von Gemeineigentum.
       
       Damit sind wir nun leibhaftig am Ende. Kubicki, als Politiker wie als
       Anwalt, ist eben Kubicki, einer für sich und, so viel Selbstlosigkeit muss
       sein, ein Kubicki für andere. Ein Politiker mit Ecken und Schrullen, der
       deshalb die anderen Wirtschaftsliberalen, die von der AfD, nicht rundherum
       ablehnt; deshalb auch nicht die im Februar 2020 vorgefallene Wahl seines
       Parteifreunds Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten Thüringens mithilfe
       der AfD. Auch die freien Radikalen von heute brauchen vielleicht eines
       Tages die Nazis wie einst im März 33, als Th. Heuss und seine Kompagnons
       aus Angst vor den Roten braun wurden.
       
       ## Kein leeres Glas
       
       Freiheit ist nun mal kein leeres Glas, also Wort – es steckt Geld darin,
       Triebfeder und Heckmotor des liberalen Politikers und Geschäftemachers.
       Freiheit ist ihm kein obskures Objekt der Begierde, sondern ein zählbares,
       und wer frei für diese seine Freiheit kämpft, ist niemals ein „Spacken“,
       eine „Dumpfbacke“ oder eine „kleine Kanalratte“, die einem bei Kubicki
       einlallen, einfallen!, wenn man recherchiert, wie er andere (andere!)
       nennt!
       
       Mögen die Schritte seiner Partei immer dünner, dunkler und schwankender
       werden, die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
       danebenrutschen, im nächsten Jahr auch Schleswig-Holstein und
       Nordrhein-Westfalen im Graben landen, am Ende steht immer noch fest und
       frei Mallorca da, die Blume des Mittelmeers. Prost!
       
       7 Jul 2026
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Peter Köhler
       
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