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       # taz.de -- Entwicklungsorganisationen warnen: Kürzungen bei Entwicklungsgeldern haben hohen Preis
       
       > Die Gelder für deutsche Entwicklungszusammenarbeit werden weiter gekürzt.
       > Hilfswerke befürchten mehr Armut, Hunger und Tote.
       
   IMG Bild: Ein Bündnis aus 15 Hilfsorganisationen protestiert vor dem Bundeskanzleramt gegen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit
       
       kna | Die Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe
       haben nach Ansicht des katholischen Hilfswerks Misereor einen hohen Preis.
       „In Ländern mit hoher Armutsquote werden Menschen sterben und Hunger und
       vermeidbare Krankheiten zunehmen, ebenso Konflikte und Kriege, weil
       Hilfsprogramme und Entwicklungsprojekte enden“, sagte Hauptgeschäftsführer
       Andreas Frick der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.
       
       „Wer in dieser Lage kürzt, [1][spart kurzfristig im Bundeshaushalt] – zahlt
       aber langfristig politisch, humanitär und gesellschaftlich einen hohen
       Preis“, fügte Frick hinzu. Auch andere Hilfswerke kritisieren die geplanten
       Kürzungen.
       
       Das Bundeskabinett will an diesem Montag den Haushalt für 2027 beschließen.
       Weitere Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit sind wahrscheinlich.
       Seit 2023 wurde der [2][Etat des Entwicklungsministeriums um fast 20
       Prozent gekürzt]. Die im Auswärtigen Amt angesiedelten Mittel für
       humanitäre Hilfe halbierte die Bundesregierung gegenüber 2024 auf rund eine
       Milliarde Euro.
       
       Fast zwei Dutzend Hilfswerke, darunter Misereor, protestieren gegen die
       Kürzungen. Sie warnen in einem Dossier vor den Folgen. Bis 2030 könnten
       insgesamt 9,4 bis 22,6 Millionen vermeidbare Todesfälle nicht verhindert
       werden, darunter rund fünf Millionen Fälle bei Kindern unter fünf Jahren.
       
       ## Vor allem Kinder leiden unter Krisen
       
       „Gerade jetzt, wo Krisen und Notlagen weltweit zunehmen, greifen die
       vorgesehenen Mittel spürbar zu kurz“, warnte auch die Organisation [3][Save
       the Children] am Montagmorgen. Die Einschnitte stünden im klaren
       Widerspruch zum massiv steigenden Bedarf: „Derzeit sind rund 239 Millionen
       Menschen weltweit auf humanitäre Unterstützung angewiesen, doch aufgrund
       fehlender Mittel kann nur weniger als die Hälfte von ihnen erreicht
       werden.“
       
       Vor allem Kinder litten unter der Ausweitung der Krisen, ergänzte
       Geschäftsführer Florian Westphal: „Sie brauchen dringend Lebensmittel,
       [4][Trinkwasser und Gesundheitsversorgung], ein sicheres Zuhause und
       Bildung. Mit weiteren Kürzungen würden zahlreiche Kinder im Stich
       gelassen.“ Als eine der größten Volkswirtschaften der Welt müsse
       Deutschland sich „für mehr internationales Engagement einsetzen, anstatt
       sich einer rückwärtsgewandten Rotstift-Politik anzuschließen“.
       
       [5][Venro], der Dachverband vieler Organisationen in
       Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe, fügte hinzu, die
       Bundesregierung agiere mit ihren Kürzungsplänen gegen die Wünsche der
       Bevölkerung. Denn aktuelle Umfragen zeigten, dass die große Mehrheit der
       Deutschen mehr Engagement wollten.
       
       In einer Forsa-Umfrage von 2025 zum Beispiel hätten sich 77 Prozent der
       Befragten dafür ausgesprochen, dass sich die Bundesregierung für die
       Bekämpfung des Hungers in der Welt engagiert. Und im April 2026 habe sich
       die große Mehrheit der Befragten einer [6][pollytix-Umfrage] gewünscht,
       international mehr in Bildung, Infrastruktur, Frieden und nachhaltiges
       Wachstum zu investieren, so Venro weiter: „Wir sehen eindeutig: Die
       Bevölkerung will diese Kürzungen nicht.“
       
       6 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Das-bisschen-Haushalt/!6193493
   DIR [2] /Haushaltsentwurf-2027/!6193537
   DIR [3] https://www.savethechildren.de/?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=Brand+%7C+Search+%7C+DA-SEA+%7C+%3D0.D.BAUSG.TXT&utm_id=176562756&gad_source=1&gad_campaignid=176562756&gclid=EAIaIQobChMI4727l_u9lQMVSJdQBh34oDIdEAAYASAAEgJ91PD_BwE
   DIR [4] /Der-bekannteste-Umweltaktivist-Iraks/!6184690
   DIR [5] https://venro.org/presse/detail/entwicklung-und-humanitaere-hilfe-im-haushalt-2027-die-bevoelkerung-will-diese-kuerzungen-nicht
   DIR [6] https://pollytix.de/neue-studie-sicht-der-bevoelkerung-auf-entwicklungszusammenarbeit/
       
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