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       # taz.de -- Gemäß Gaza-Friedensplan: Hamas löst ihre De-facto-Regierung auf
       
       > Die Hamas gibt ihre zivile Verwaltung im Gazastreifen ab. An ihren
       > bewaffneten Strukturen hält sie aber fest. Nun soll eine neue
       > Technokratenverwaltung kommen.
       
   IMG Bild: Ismail al-Thawabta, Generaldirektor des von der Hamas geführten Regierungsmedienbüros (r.), spricht während einer Pressekonferenz
       
       afp/dpa | Die islamistische Hamas im Gazastreifen kündigt die Auflösung
       eines Komitees an, das bislang als De-facto-Regierung die zivile Verwaltung
       koordiniert hat. Das teilte die Hamas auf einer Pressekonferenz in Gaza
       mit. Demnach sollen die Aufgaben an eine mit unabhängigen Technokraten
       besetzte neue Verwaltung übergeben werden. Die Mitarbeiter blieben weiter
       im Dienst.
       
       Der Vorsitzende des Krisenstabs der Regierung, Mohammed al-Farra, habe
       seinen Rücktritt eingereicht, teilte ein Hamas-Vertreter am Montag der
       Nachrichtenagentur AFP mit. Mit der Auflösung des Krisenstabs solle die
       Übergabe der Verwaltungs- und Regierungsgeschäfte an das Nationale Komitee
       für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) erleichtert werden.
       
       Das Komitee mit 15 palästinensischen Fachleuten wurde von dem von
       US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen und geleiteten „Friedensrat“
       eingesetzt. Laut den US-Plänen soll es vorübergehend die Verwaltung des
       Gazastreifens übernehmen, bis die Palästinenserbehörde unter Präsident
       Mahmud Abbas ein Reformprogramm aufgestellt hat.
       
       ## Hamas gibt nur ein bisschen Macht ab
       
       Die Ankündigung bedeutet [1][keinen vollständigen Machtverzicht der Hamas].
       Sie signalisiert zwar ihre Bereitschaft, die zivile Verwaltung abzugeben,
       lehnt aber eine bedingungslose Entwaffnung ab. Ob damit eine neue
       Verwaltung ihre Arbeit überhaupt aufnehmen kann, bleibt unklar. Ebenso
       offen ist, welchen Einfluss die Hamas im Hintergrund ausüben wird und wer
       die Verantwortung für die Sicherheitsstrukturen übernehmen soll.
       
       Eine Entwaffnung der Hamas ist bislang die zentrale Bedingung dafür, dass
       eine neue Verwaltung eingesetzt werden kann. Für den Wiederaufbau [2][des
       weitgehend zerstörten Gazastreifens] mit seinen rund zwei Millionen
       Einwohnern wäre eine solche Verwaltung für Geberstaaten und internationale
       Organisationen eher akzeptabel als eine Hamas-Herrschaft.
       
       ## Hamas gründete Parallelverwaltung im Gazastreifen
       
       Nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen 2007 entstand eine
       Parallelverwaltung zur international anerkannten Palästinensischen
       Autonomiebehörde (PA) in Ramallah. Während die politische und militärische
       Führung der Hamas strategische Entscheidungen trifft, kümmerte sich das
       „Komitee zur Überwachung und Koordinierung der Regierungsarbeit“ um die
       zivile Verwaltung, also um Ministerien, Behörden, kommunale
       Dienstleistungen, den öffentlichen Dienst und eine Koordinierung der
       inneren Sicherheit. Faktisch fungierte es als Regierung, die jedoch
       international nicht anerkannt wurde.
       
       Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7.
       Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag
       töteten die Islamisten 1.221 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als
       Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine
       Militäroffensive in dem Palästinensergebiet. In den zwei sich
       anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben [3][mehr als 70.000
       Palästinenser] getötet.
       
       6 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
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