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       # taz.de -- Rüstungsgeschäfte beim Nato-Gipfel: Netanjahu warnt die USA vor Kampfjet-Deals mit der Türkei
       
       > Israels Premier ist beunruhigt, dass Trump der Türkei F-35-Kampfjets oder
       > Triebwerke zusagt. Doch der US-Präsident will die Beziehungen zu Erdoğan
       > verbessern.
       
   IMG Bild: Eine F-35 Lightning II, hier von Polen erworben
       
       afp/dpa | Kurz [1][vor dem Beginn des zweitägigen Nato-Gipfels] hat der
       israelische [2][Ministerpräsident Benjamin Netanjahu] eindringlich vor
       einem Kampfjet-Deal zwischen den USA und der Türkei gewarnt. Er glaube
       nicht, dass Washington Ankara F-35-Kampfjets oder Triebwerke für ihre
       Kampfflugzeuge liefern solle, sagte er im Gespräch des US-Senders Fox News.
       „Das würde das Gleichgewicht der Kräfte im Nahen Osten stören“, führte
       Netanjahu weiter aus. Bislang garantierten Israel und das US-Militär diese
       Balance.
       
       Trump hatte zu dem Rüstungsgeschäft gesagt, er werde den türkischen
       Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vermutlich „sehr glücklich“ machen.
       Experten rechnen damit, dass Trump Erdoğan am Rande des am Dienstag und
       Mittwoch stattfindenden Nato-Gipfels rund 40 F110-Kampfjet-Triebwerke
       zusagt. Die Türkei will sie in Kaan-Tarnkappenflugzeuge aus eigener
       Produktion einbauen. Sie sollen die veraltete F-16-Flotte der türkischen
       Luftwaffe ersetzen.
       
       Erdoğan hatte darüber hinaus mehrfach den Wunsch nach F-35-Maschinen
       geäußert. Dafür wäre allerdings die Zustimmung des US-Kongresses nötig, in
       dem es Widerstand gegen das Rüstungsgeschäft gibt.
       
       ## Widerstand im Kongress
       
       Zuvor hatten Medien berichtet, dass die Regierung von US-Präsident Donald
       Trump den Verkauf von F-110-Triebwerken an die Türkei forciert und sich
       damit über den Widerstand im US-Parlament hinwegsetzt. Gregory Meeks, das
       ranghöchste Mitglied der Demokraten im Auswärtigen Ausschuss des
       Repräsentantenhauses, blockiert einen solchen Verkauf. Ende Juni gab er
       dann bekannt, dass die US-Regierung ihn darüber informiert habe, dass sie
       „unverzüglich“ mit einer formellen Benachrichtigung zu einem
       Rüstungsverkauf in Höhe von mehr als 700 Millionen US-Dollar an die Türkei
       fortfahren werde.
       
       Meeks warf der Regierung vor, eine Überprüfung des Waffenverkaufs durch den
       US-Kongress zu umgehen. Der Demokrat bezeichnete das Vorgehen als „ein
       weiteres zutiefst besorgniserregendes Beispiel für die offene Missachtung
       der Kontrollbefugnisse des Kongresses durch diese Regierung“. Der
       Abgeordnete kritisierte dabei auch, von der US-Regierung keine
       Informationen zu Sicherheitsbedenken wie Ankaras fortwährendem Besitz des
       russischen Raketenabwehrsystems S-400 erhalten zu haben.
       
       ## Trumps gute Beziehungen zu Erdoğan
       
       An diesem Dienstag beginnt im türkischen Ankara der zweitägige Nato-Gipfel.
       US-Regierungskreisen zufolge dürfte es [3][am Rande des Treffens zu
       „Ankündigungen im Milliardenbereich“ kommen]. Unter anderem könnte es dabei
       um den „Kauf von High-End-Waffensystemen von US-Unternehmen“ gehen, stellte
       ein hochrangiger Regierungsbeamter im Vorfeld in Aussicht.
       
       Die F-35 gilt als einer der modernsten Kampfjets der Welt. Er wurde
       ursprünglich von den USA in Zusammenarbeit mit der Türkei und anderen
       Nato-Staaten entwickelt. Die USA schlossen Ankara jedoch 2019 von dem
       Projekt aus, nachdem der Nato-Partner Raketenabwehrsysteme von Russland
       erworben hatte. Trump hat die Beziehungen zu Erdoğan seither jedoch wieder
       verbessert.
       
       7 Jul 2026
       
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