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       # taz.de -- Macron auf Staatsbesuch in Syrien: Hoffen auf lukrative Deals
       
       > Der Besuch des französischen Präsidenten in Damaskus ist kein business as
       > usual. Er entkommt einem Anschlag. Seine Delegation will Geschäfte
       > machen.
       
   IMG Bild: Erster Staatsbesuch eines westlichen Staatsoberhaupts: Emmanuel Macron bei Ahmed al-Scharaa
       
       [1][In der Umayyaden-Moschee] in Damaskus stehen zwei goldene Stühle,
       darauf sitzen in weißen Hemden Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa
       und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Letzterer trägt eine
       Sonnenbrille und schreibt ins [2][Gästebuch]: „Ich freue mich, hier zu
       sein, bei diesem lebendigen Zeugnis des Stadtgedächtnisses und der langen
       Jahrhunderte an Geschichte, Religionen und Zivilisationen, die es
       verkörpert.“
       
       Macron ist am Montagabend in Syriens Hauptstadt gelandet. Es ist der erste
       Staatsbesuch eines französischen Präsidenten seit 17 Jahren und der erste
       eines westlichen Staatschefs im „Neuen Syrien“. Nur um Geschichte und
       Kultur geht es bei dem Besuch natürlich nicht. Investoren und Vertreter
       französischer Unternehmen begleiten Macron – sie hoffen auf lukrative
       Deals.
       
       Der Krieg hatte die Wirtschaft des Landes laut Weltbank um rund 83 Prozent
       schrumpfen lassen. Von den 25 Millionen Menschen in Syrien lebten rund 90
       Prozent in Armut – von unter 2 Euro pro Tag. Dann [3][stürzte ein
       Militärbündnis die Machthaber im Dezember 2024], ihr Anführer Ahmed
       al-Scharaa ernannte sich zum Präsidenten.
       
       Neue Minister tourten durch Dubai, Paris und Washington und warben damit,
       Syrien sei „open for business“. Die EU und die USA hoben ihre Sanktionen
       auf, die neue Regierung gab Wechselkurse frei und öffnete den Handel. In
       den ersten sechs Monaten investierten Firmen aus Saudi-Arabien, Katar, den
       Emiraten und der Türkei [4][28 Milliarden US-Dollar.]
       
       ## Großes Investoreninteresse an Syrien
       
       „Trotz aller Herausforderungen ist Syrien derzeit wahrscheinlich der
       weltweit attraktivste Frontier Market, ein aufstrebender Markt mit großem
       Potenzial“, schwärmte Wa’el Alzayat, Geschäftsführer des US-Syria Business
       Council im April.
       
       Europäische und US-amerikanische Unternehmen waren skeptischer. Der
       syrisch-französische Wirtschaftsrat veranstaltete deshalb gleich am Montag
       [5][einen Empfang] für die Regierungsvertreter und Wirtschaftsbosse. In den
       Bereichen Gesundheit, Infrastruktur, Verkehr, Recht und Bildung soll es
       Absichtserklärungen geben, sagte Wirtschaftsrat-Chef Jamaleddine al-Qasimi.
       
       Syriens [6][Investitionsbehörde] wirbt mit Investitionsmöglichkeiten in
       Start-ups, Technologiezonen, nationale Datenbanken, in Einkaufszentren,
       Bäckereien oder Projekte des Verkehrsministeriums.
       
       Zuletzt kaufte die kuwaitische [7][Firma Zain] eine 20-Jahres-Lizenz für
       das Mobilfunknetz in Syrien. Für 747 Millionen US-Dollar kaufte das
       Unternehmen [8][75 Prozent der Anteile] von MTN, einem Unternehmen von Rami
       Makhlouf, einem Cousin von Baschar al-Assad. Sein korruptes
       Geschäftsimperium hatte einen Großteil der Wirtschaft ausgemacht.
       
       Macrons Besuch kam mit einem Knall. [9][Zwei Bomben] explodierten in der
       Nähe des Four Seasons Hotel in Damaskus, wo Macron übernachtet. Sein Büro
       sagte, er habe die Explosionen nicht gehört, die Autokolonne war bereits an
       dem Ort vorbeigezogen, Richtung Präsidentenpalast. Die staatliche syrische
       Nachrichtenagentur berichtete, dass bei den Explosionen 18 Menschen
       verletzt wurden, darunter 4 Polizisten. Laut Syriens Innenministerium
       wurden die Sprengsätze in einem Mülleimer und einem geparkten Auto
       deponiert.
       
       Macrons Besuch sollte die Stabilität Syriens hervorheben. Zwar ist das Land
       sicherer als unter Assad, und die Zahl der getöteten Zivilist*innen ist
       drastisch gesunken. Doch radikalislamistische Gruppen sind weiter aktiv.
       Vergangene Woche tötete eine Bombe in einem Damaszener Café 9 Menschen und
       verletzte 20. Minderheiten wie Alawit*innen, Kurden*Kurdinnen und
       Drusen*Drusinnen fürchten um ihre Sicherheit. Sie waren von brutalen
       Gewaltakten radikaler Gruppen und von Teilen der neuen Regierungstruppen
       betroffen. Der sunnitische Interimspräsident Ahmed al-Scharaa wiederum
       [10][ist Islamisten nicht radikal genug].
       
       7 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.facebook.com/asharqnews/photos/%D8%B2%D8%A7%D8%B1-%D8%A7%D9%84%D8%B1%D8%A6%D9%8A%D8%B3-%D8%A7%D9%84%D9%81%D8%B1%D9%86%D8%B3%D9%8A-%D8%A5%D9%8A%D9%85%D8%A7%D9%86%D9%88%D9%8A%D9%84-%D9%85%D8%A7%D9%83%D8%B1%D9%88%D9%86-%D9%85%D8%B3%D8%A7%D8%A1-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D8%AB%D9%86%D9%8A%D9%86-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D8%A7%D9%85%D8%B9-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D9%85%D9%88%D9%8A-%D9%81%D9%8A-%D8%AF%D9%85%D8%B4%D9%82-%D8%A8%D8%B1%D9%81%D9%82%D8%A9-%D9%86%D8%B8%D9%8A%D8%B1/1094263923362419/
   DIR [2] https://cbnlb.com/archives/12798
   DIR [3] /Machtwechsel-in-Syrien/!6051434
   DIR [4] https://sana.sy/en/presidency/2274879/
   DIR [5] https://sana.sy/en/economic/2327789/
   DIR [6] https://invest.gov.sy/Home/InvestmentMap
   DIR [7] https://zain.com/en/press-release/zain-syria
   DIR [8] https://www.reuters.com/world/middle-east/zain-kuwait-secures-licence-operate-mobile-phone-network-syria-sources-say-2026-06-30/
   DIR [9] https://www.reuters.com/world/middle-east/explosions-heard-damascus-reasons-unknown-witness-says-2026-07-07/
   DIR [10] /Attentatsversuch-auf-Praesidenten-Syriens/!6154294
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Julia Neumann
       
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