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       # taz.de -- Jemens Rolle im Irankrieg: Huthis drohen Saudi-Arabien
       
       > Ein Flugzeug landet im jemenitischen Sanaa und bricht kurz darauf mit
       > Huthi-Rebellen an Bord nach Teheran auf. Die Huthis und Iran machen
       > mobil.
       
   IMG Bild: Geben sich kämpferisch: Die Huthis, hier bei einer Versammlung in Sanaa am 18. April
       
       Während die USA und Iran um ihr Waffenstillstandsabkommen ringen, machen
       [1][in Jemen die Huthis] mobil gegen saudische Infrastruktur. Am
       vergangenen Freitag landete ein iranisches Flugzeug auf dem Flughafen von
       Sanaa. Drei Stunden später startete es wieder: An Bord hatte es eine
       offizielle Delegation der Huthis. Die Maschine landete kurze Zeit später in
       Teheran, um an der Beisetzung des getöteten obersten Führers Irans, Ali
       Chamenei, teilzunehmen.
       
       Es war der erste Direktflug aus Iran, der seit 2015 in Sanaa landete. Denn
       seitdem blockiert Saudi-Arabien die jemenitischen Flug- und Seehäfen, um
       die schiitischen Huthi-Rebellen militärisch von Nachschub abzuschneiden.
       Die Huthis erklärten, der Flug habe die saudische Blockade durchbrochen.
       Kampfflugzeuge einer von Saudi-Arabien angeführten Koalition hatten während
       der Landung des Flugzeuges in Sanaa über dem Flughafen gekreist, zogen sich
       dann aber zurück.
       
       Die international anerkannte Regierung Jemens wiederum erklärte, das
       Flugzeug gehöre der iranischen Revolutionsgarde an, die unter US-Sanktionen
       stehe, und habe den jemenitischen Luftraum verletzt; sie forderte eine
       internationale Untersuchung der Ladung.
       
       Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition reagierte scharf. Auf jeden
       Versuch, das Königreich anzugreifen oder die Souveränität Jemens zu
       verletzen, werde mit „beispielloser Entschlossenheit und Gewalt“ reagiert.
       
       ## Huthis und Iran sprechen mit einer Stimme
       
       Innerhalb weniger Stunden eskalierte die Rhetorik. Huthi-Führer drohten von
       Teheran aus Saudi-Arabien direkt. Aktivisten und der Gruppe nahestehende
       Plattformen brachten die Idee ins Spiel, Anlagen der saudischen
       Erdölfördergesellschaft Aramco und saudische Schiffe im Roten Meer
       anzugreifen.
       
       Die Eskalation lässt sich nicht vom wachsenden Druck im eigenen Land
       trennen. Die Wirtschaftskrise in den von den Huthis kontrollierten Gebieten
       hat sich verschärft: Staatsgehälter bleiben seit Jahren unbezahlt, die
       Kaufkraft sinkt weiter und Hunger sowie Stagnation breiten sich aus. Die
       Lebenshaltungskosten sorgen innerhalb der jemenitischen Gesellschaft für
       Spannung. Vor diesem Hintergrund tragen Drohungen gegen einen äußeren Feind
       dazu bei, interne Wut abzubauen, die Aufmerksamkeit umzulenken und
       Saudi-Arabien zu Zugeständnissen zu drängen.
       
       Adnan al-Jabrani, ein Experte für Huthi-Angelegenheiten, sagte, das
       Eindringen des Flugzeugs in den jemenitischen Luftraum spiegele eine neue
       Phase wider. Iran arbeite daran, ein neues regionales Gleichgewicht
       durchzusetzen und die Verbindungen innerhalb der sogenannten Teheraner
       Achse zu verstärken.
       
       [2][Der UN-Sondergesandte für Jemen, Hans Grundberg,] versucht weiterhin,
       die ins Stocken geratene Verhandlungen zwischen den Huthis, Saudi-Arabien
       und anderen jemenitischen Parteien wiederzubeleben. Die jüngste Eskalation
       erschwert die Rückkehr an den Verhandlungstisch, doch noch sind die
       Dialogkanäle offen. Sowohl Riad als auch seine Rivalen wissen, dass eine
       neue Eskalation die Kosten weiter in die Höhe treiben würde.
       
       ## Huthis drohen mit Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab
       
       [3][Die jemenitische Regierung] scheint unterdessen ihre Streitkräfte neu
       zu organisieren. Verteidigungsminister Taher al-Aqeeli sagte in einem
       Interview, dass die Kampfbereitschaft steige und sich die Koordination
       zwischen den Regierungstruppen verbessert habe.
       
       „Die Streitkräfte sind in der Lage, ohne Bedenken eine Schlacht gegen die
       Huthis zu führen“, sagte er. Währenddessen drohen die Huthis, die Meerenge
       von Bab al-Mandab für den saudischen Schiffsverkehr zu sperren, sollte
       Saudi-Arabien nicht die Blockade Jemens aufheben. Die Meerenge verbindet
       das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Eine Sperrung hätte schwerwiegende
       Folgen für den Öltransport aus der Golfregion.
       
       7 Jul 2026
       
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