# taz.de -- Zuschüsse für Wärmepumpen und Co.: Regierung will Förderung klimafreundlicher Heizungen senken
> Schwarz-Rot will die Unterstützung beim Heizungstausch zurückfahren. Ein
> Personenkreis kann dann mehr Zuschuss bekommen als bisher – aber nur
> kurz.
IMG Bild: Die Förderung für den Austausch fossiler Heizungen soll sinken
Die Bundesregierung will die Zuschüsse für den Einbau klimafreundlicher
Heizungen drastisch kürzen. Die Förderung soll bis zum Jahr 2030 um 2,1
Milliarden Euro zurückgefahren werden. Das geht aus einer Vorlage für die
Sitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses hervor.
In Zukunft sollen Haushalte mit einem Jahreseinkommen ab 50.000 Euro
maximal eine Förderung von 6.600 Euro bekommen. Heute sind es 16.500 Euro.
Haushalte mit bis zu 30.000 Euro Jahreseinkommen könnten zwar 2026 und 2027
etwas mehr an Zuschüssen erhalten, langfristig soll aber auch für sie die
Förderung sinken.
Die [1][Ampel-Regierung] hatte ihr Heizungsgesetz mit einer gestaffelten
Förderkulisse flankiert. Wer eine klimafreundliche Heizung – in der Regel
eine Wärmepumpe – in sein Haus einbaut, kann bislang unter bestimmten
Voraussetzungen bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten erhalten. Diese sind
allerdings bei 30.000 Euro gedeckelt.
Die bisherige Förderung besteht aus verschiedenen Bausteinen. 30 Prozent
der Gesamtkosten bekommen alle Modernisierer:innen, unabhängig von
Einkünften. Bei einem Haushaltseinkommen bis zu höchstens 40.000 Euro
gewährt der Staat einen weiteren Zuschuss von 30 Prozent. Außerdem gibt es
einen sogenannten Klimabonus von weiteren 20 Prozent, wenn der Austausch
einer fossilen Heizung schnell erfolgt. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse
für besonders effiziente Anlagen. Die Boni können aber nicht alle addiert
werden, [2][die Förderung beträgt maximal 21.000 Euro, also 70 Prozent der
Kosten].
## Was sich jetzt ändert
Mit der Änderung der Richtlinie „Bundesförderung für effiziente Gebäude –
Einzelmaßnahmen“ will die Bundesregierung die Zuschüsse bis zum Jahr 2030
in mehreren Schritten herunterfahren. Sie will die Förderhöchstgrenze
sofort nach dem Neustart der Förderung auf 28.000 Euro herabsetzen, danach
um 750 Euro alle sechs Monate. Der Klimabonus soll mit Beginn der
Neuregelung alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte sinken und schließlich
ganz verschwinden. Der Effizienzbonus wird gestrichen.
Geplant ist eine stärkere soziale Staffelung der Zuschüsse. Haushalte mit
einem Einkommen bis zu 30.000 Euro im Jahr sollen zusätzlich einen Bonus
von 40 Prozent bekommen. Wer als Haushalt bis zu 40.000 Euro verdient,
erhält noch 30 Prozent und bis 50.000 Euro Jahreseinkommen 10 Prozent.
Wer als Haushalt bis zu 30.000 Euro verdient, kann 2026 einen Zuschuss von
maximal 22.400 Euro erhalten, also mehr als jetzt. Das schmilzt bis 2030
schrittweise auf 15.400 Euro. Menschen mit vergleichsweise niedrigen
Einkommen haben allerdings oft Probleme, von Banken Kredite für die nötige
Vorfinanzierung zu bekommen. Ob es hierfür eine Lösung geben soll, ist
unklar. Neu ist ein Kinderbonus, durch den die Förderschwelle für
Haushaltseinkommen sinkt. Bei einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro etwa
wird eine Familie mit Kind behandelt, als hätte sie Einnahmen von 40.000
Euro.
Trotz der stärkeren sozialen Staffelung lehnen Naturschutzverbände wie der
WWF die Kürzung der Zuschüsse ab. „Eine sozialere Förderung kann nicht als
Feigenblatt für den Abbau wirksamer Klimapolitik dienen“, sagte Sebastian
Breer, Gebäudeexperte beim WWF Deutschland. „Wenn die Fördermittel
insgesamt schrumpfen und gleichzeitig die gesetzlichen Klimaschutzstandards
aufgeweicht werden, bedeutet das die Abrissbirne für die Klimaziele im
Gebäudesektor.“
Kurz vor Bekanntwerden der Kürzungspläne hatte sich die schwarz-rote
Koalition auf [3][Änderungen beim neuen Heizungsgesetz verständigt.]
Darüber berät am Mittwoch der Wirtschaftsausschuss des Bundestags. Die
Bundesregierung will den Weiterbetrieb von Gas- und Ölheizungen über das
Jahr 2045 hinaus erlauben. Dann dürfen Händler für sie zwar nur noch
Biobrennstoff verkaufen. Kritiker:innen fürchten aber, dass diese
Regelung dazu führt, dass fossile Heizungen im großen Stil weiterbetrieben
werden.
Dagegen begrüßte das Unternehmen Enpal, Marktführer bei der Installation
von Wärmepumpen, die Kürzung. „Mit der Entscheidung zur Förderung gibt es
die Planungssicherheit, die die Branche braucht“, hieß es.
## Empörung bei Grünen und Linken
Für „verantwortungslos“ hält der grüne Bundestagsabgeordnete und
Energieexperte Alaa Alhamwi die Kürzung der Heizungsförderung. „Die
Bundesregierung hat den Menschen eine verlässliche Heizungsförderung bis
2029 versprochen“, sagte er. „Wer dieses Versprechen jetzt aufweicht und
Kürzungen in den Raum stellt, sorgt für massive Verunsicherung.“
Auch die Linkspartei kritisiert die Regierung. Damit gerate nach dem
Heizungsgesetz auch die zweite zentrale Säule der Wärmewende ins Wanken,
sagte die klimapolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag,
Violetta Bock. Statt Planungssicherheit zu schaffen, bremse Schwarz-Rot den
klimafreundlichen Heizungstausch massiv aus. „Positiv ist, dass die
Förderboni für Menschen mit geringen Einkommen ausgeweitet werden“, sagte
sie. „Das ist ein wichtiger Fortschritt, der ohne den Druck aus der
Opposition, Öffentlichkeit und Verbänden wohl kaum erreicht worden wäre.“
Insgesamt falle die Bilanz jedoch ernüchternd aus. „Wer heute beim
Klimaschutz spart, zahlt morgen umso mehr für verfehlte Klimaziele.“
7 Jul 2026
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Anja Krüger
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