# taz.de -- Rechtsextremistin vor Auslieferung: Liebich muss zurück nach Deutschland
> Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich wehrte sich
> vehement gegen ihre Auslieferung. Nun hat das Gericht in Prag
> entschieden.
IMG Bild: Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (M.) wird am Landgericht in Pilsen vorgeführt
dpa | Tschechien darf die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja
Liebich an Deutschland ausliefern. Das Oberlandesgericht in Prag habe die
Beschwerden der 55-Jährigen gegen die Auslieferung abgewiesen, teilte eine
Gerichtssprecherin mit. Sie seien nicht begründet gewesen. Das Gericht
bestätigte damit die Entscheidung der Vorinstanz.
Die tschechischen Behörden würden sich nun innerhalb einer zehntägigen
Frist beim Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt melden, sagte
Oberstaatsanwalt Dennis Cernota von der zuständigen Vollstreckungsbehörde,
der Staatsanwaltschaft in Halle.
Es sei davon auszugehen, dass Liebich in den nächsten zehn Tagen von
Tschechien in die Justizvollzugsanstalt in Chemnitz gebracht werde. Für die
Entscheidung, ob Liebich die Haft dort absitzen oder woanders untergebracht
werde, sei dann die Anstaltsleitung in Chemnitz zuständig.
## Volksverhetzung, üble Nachrede, Beleidigung
Das Landgericht im tschechischen Plzeň hatte bereits Anfang Juni
entschieden, dass Liebich zur Vollstreckung einer Haftstrafe an die
deutschen Behörden übergeben werden soll. Die Rechtsextremistin wurde in
Deutschland wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer
Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung
verurteilt.
Liebich gab an, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen, weil sie
Angst habe, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen. Zudem
stellte sie einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin, die
mit dem Fall befasst war. Beide Beschwerden wurden nun abgewiesen. Dies
geschah in einer nichtöffentlichen Sitzung. Die Entscheidung ist
rechtskräftig.
Liebich bliebe noch, das Verfassungsgericht in Brno anzurufen. Das gilt
indes als unwahrscheinlich. Die endgültige administrative Entscheidung über
die Auslieferung liegt beim tschechischen Justizminister Jeroným Tejc. Der
Jurist und ehemalige Sozialdemokrat wurde von der rechtspopulistischen
Partei ANO des Regierungschefs und Milliardärs Andrej Babiš für den Posten
nominiert.
## Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes
Liebich wurde nach [1][monatelanger europaweiter Fahndung] Anfang April im
tschechischen Krásná bei Aš nahe der Grenze zu Deutschland festgenommen.
Derzeit sitzt die 55-Jährige in Auslieferungshaft im Gefängnis von Plzeň.
Die Bedingungen dort gelten als hart. Untergebracht sind dort mehr als
1.200 Häftlinge, darunter auch Schwerverbrecher.
Die Rechtsextremistin wurde im Juli 2023 – damals noch als Mann mit dem
Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle verurteilt. Nach der Verurteilung
[2][hatte Liebich das Geschlecht von männlich auf weiblich ändern] lassen.
Außerdem wurde der Name von Sven in Marla Svenja angepasst. Kritiker
sprachen von einem [3][Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes].
7 Jul 2026
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