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       # taz.de -- Hochwasservorsorge: Welche Rolle die Zivilbevölkerung spielen kann
       
       > Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut sind die Hilfsgelder verteilt.
       > Organisationen wie die Diakonie Katastrophenhilfe setzen den Fokus nun
       > auf Prävention.
       
   IMG Bild: Die Zivilbevölkerung müsse bei Katastrophen wie im Ahrtal 2021 stärker einbezogen werden, fordert die Diakonie
       
       epd | Die Zivilgesellschaft sollte aus Sicht der Diakonie Katastrophenhilfe
       (DKH) besser in den Katastrophenschutz eingebunden werden. „In Deutschland
       wird die Zivilgesellschaft im Hinblick auf den Schutz vor den Folgen von
       Unwettern immer noch als passive Gruppe wahrgenommen“, sagte der
       Fluthilfekoordinator des evangelischen Hilfswerks, Markus Koth, dem
       Evangelischen Pressedienst (epd). Dabei könnten Bürgerinnen und Bürger sehr
       viel selbst beitragen: „Da gibt es ein Potenzial zu bergen.“
       
       Nach fünf Jahren Arbeit in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen
       und Rheinland-Pfalz infolge der sogenannten Ahrtal-Flut 2021 habe die
       Diakonie Katastrophenhilfe Rheinland-Westfalen-Lippe den Fokus ihrer Hilfe
       auf die Prävention gelegt, berichtete Koth. Dabei arbeite die DKH daran,
       zivile Organisationen mit den behördlichen Strukturen des
       Katastrophenschutzes zu verknüpfen. Das zu nutzen, sei wichtig, weil die
       Herausforderungen für die Zivilgesellschaft zunähmen: „Man denke an die
       [1][Folgen des Klimawandels] oder aber an die Verletzlichkeit von
       Infrastrukturen, wie sie der Stromausfall im Januar in Berlin gezeigt hat.“
       
       ## Die staatlichen Strukturen entlasten
       
       In drei Quartiersprojekten in den nordrhein-westfälischen Städten Erftstadt
       und Eschweiler sowie in der Gemeinde Hönningen an der Ahr in
       Rheinland-Pfalz habe die DKH den Schwerpunkt ihre Arbeit darauf verlagert,
       den Katastrophenschutz [2][mit Hilfe bürgerschaftlichen Engagements zu
       stärken], erklärte Koth. Dabei würden Katastrophenschutz-Anlaufstellen
       aufgebaut. Sie sollen im Katastrophenfall einen warmen Zufluchtsort bieten,
       an dem Menschen etwa mit Strom oder Erster Hilfe versorgt werden können.
       Partner sind unter anderem Kirchengemeinden, Bürgervereine und die lokale
       Wirtschaft.
       
       In Erftstadt etwa gebe es eine Kooperation mit einem Schützenverein, dessen
       Räume für den Katastrophenfall ausgestattet würden, unter anderem mit einem
       Generator, sagte Koth. Im Ahrtal werde mit Unterstützung der DKH eine
       Schutzhütte so hergerichtet, dass sie im Fall einer Flut als Anlaufstelle
       für die Bevölkerung dienen könne. „Wir wollen dabei nicht mit den
       Katastrophenschutzbehörden konkurrieren, sondern vielmehr die staatlichen
       Strukturen entlasten“, betonte Koth.
       
       ## Den Blick nach vorne richten
       
       Die Präventionsprojekte an den drei Standorten sind die letzte Stufe der
       mittlerweile fünfjährigen Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den
       [3][Hochwassergebieten]. Nahezu alle Spendengelder in Höhe von 47,9
       Millionen Euro wurden inzwischen ausgegeben oder sind in den noch laufenden
       Projekten verplant.
       
       Kurz vor dem Jahrestag stellten die mobilen Einsatzteams, die vor Ort in
       der Antragsberatung tätig waren und psychosoziale Angebote schufen, in den
       Flutregionen ihre Arbeit ein. „Wir wollen nun den Blick nach vorne
       richten“, sagte Koth. „Und ich habe das Gefühl: Das ist es, was die
       Menschen in der Region jetzt auch wollen.“
       
       8 Jul 2026
       
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