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       # taz.de -- Gewalt durch ICE in den USA: Tödliche Schüsse auf einen Mexikaner in Houston
       
       > ICE-Agenten in Texas erschießen einen Mexikaner in seinem Auto. Sie
       > behaupten, er haben sie anfahren wollen. Örtliche Behörden bezweifeln
       > das.
       
   IMG Bild: Anwohner in Houston haben Blumen an der Stelle niedergelegt, wo Lorenzo Salgado Araujo erschossen wurde
       
       ap | Ein Beamter der [1][US-Einwanderungsbehörde ICE] hat bei einem Einsatz
       in Houston einen Mann erschossen. Der Mann habe am Dienstag versucht, sich
       mit seinem Fahrzeug der Festnahme zu entziehen, teilte die Behörde mit. Das
       US-Heimatschutzministerium erklärte, der Mann sei mexikanischer
       Staatsbürger und habe Anweisungen zum Anhalten ignoriert. Er habe versucht,
       einen Beamten mit seinem Fahrzeug anzufahren. Daraufhin habe der Beamte in
       Notwehr geschossen. Der Mann starb laut den Angaben im Krankenhaus. Beweise
       für ihre Darstellung legten die Behörden bislang nicht vor.
       
       Nach Angaben des Ministeriums, dem die Einwanderungsbehörde ICE untersteht,
       war der Mann ins Visier der Behörden geraten, weil er sich ohne gültige
       Aufenthaltserlaubnis im Land aufgehalten habe. Sein Fahrzeug sei zudem mit
       einem ICE-Fahrzeug zusammengestoßen.
       
       Das FBI-Büro in Houston untersucht nach Angaben von Sprecher Connor Hagan
       den möglichen Angriff auf einen Bundespolizisten. Zudem seien Mitarbeiter
       der Spurensicherung auf Bitte des Heimatschutzministeriums zum Tatort
       entsandt worden, um Beweise zu sichern.
       
       Der Sohn des Getöteten, Ronaldo Salgado, erklärte auf der Plattform
       Facebook, sein Vater sei auf dem Weg zur Arbeit im Baugewerbe gewesen, um
       seine Arbeiter abzuholen, als die Schüsse fielen. Salgado beschrieb seinen
       Vater als hart arbeitenden Mexikaner, der seit fast 35 Jahren in den USA
       lebe und gerade dabei gewesen sei, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. „Mein
       Vater hat das nicht verdient“, sagte er.
       
       ## Forderungen nach unabhängiger Untersuchung
       
       In Houston, der größten Stadt des US-Bundesstaates Texas, kommt es seit dem
       vergangenen Jahr vermehrt zu Einsätzen der Einwanderungsbehörden, die auch
       auf öffentlichen Widerstand stoßen. Der Stadtrat hatte zunächst eine
       Regelung beschlossen, die die Zusammenarbeit mit ICE einschränken sollte,
       nahm diese Entscheidung jedoch zurück, nachdem der republikanische
       Gouverneur Greg Abbott mit der Kürzung von mehr als 100 Millionen Dollar an
       staatlichen Mitteln für die öffentliche Sicherheit gedroht hatte.
       
       Die demokratische US-Abgeordnete Sylvia Garcia forderte auf der Plattform X
       die unabhängige Überprüfung der Darstellung der Bundesbehörden. Alle
       verfügbaren Videoaufnahmen, Kommunikationsdaten und sonstigen Beweismittel
       sollten im Rahmen einer unparteiischen Untersuchung gesichert und geprüft
       werden, erklärte sie. Der demokratische Bürgermeister von Houston, John
       Whitmire, wollte sich zunächst nicht äußern.
       
       Juan Proaño, Geschäftsführer der Organisation League of United Latin
       American Citizens, sagte: „Wir nehmen dem Heimatschutzministerium seine
       Darstellung keineswegs einfach ab.“ Er forderte eine unabhängige
       Untersuchung und die Veröffentlichung aller Videoaufnahmen in dem Fall. Die
       Organisation setzte eine Belohnung von 5.000 Dollar für Informationen zu
       dem Vorfall aus. In dem Viertel, in dem die Schüsse fielen, kam am Abend
       eine kleine Gruppe Demonstranten zusammen und skandierte Parolen gegen ICE.
       
       ## 10.000 Festnahmen in fünf Tagen
       
       Seit Beginn der verstärkten Einwanderungskontrollen der Regierung von
       US-Präsident Donald Trump gab es laut Informationen der AP mindestens acht
       tödliche Schusswaffeneinsätze durch Bundesbeamte.
       
       Frühere Darstellungen von Einwanderungsbehörden wurden später teilweise
       durch Videoaufnahmen relativiert – etwa im Zusammenhang mit dem Tod der
       37-jährigen Renee Good, die bei einem Einsatz in Minneapolis getötet wurde.
       Auch in diesem Fall erklärte das Heimatschutzministerium, Good habe
       versucht, den Beamten mit ihrem Fahrzeug anzufahren. Örtliche Behörden und
       Zeugen widersprachen und erklärten, sie habe lediglich versucht
       wegzufahren; eine Darstellung, die [2][durch Videoaufnahmen unterstrichen]
       wurde.
       
       Allein Ende Juni dieses Jahres nahm ICE nach eigenen Angaben innerhalb von
       fünf Tagen mehr als 10.000 Menschen fest.
       
       8 Jul 2026
       
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