# taz.de -- Nato-Gipfel in Ankara: Feuerwerk der Rüstungsausgaben
> Zum Nato-Gipfel präsentieren die Länder ihre Leistungsschau bei den
> Ausgaben für Verteidigung. Sie wollen vor allem einen beeindrucken:
> Trump.
IMG Bild: US-Präsident Donald Trump (r.) mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte während eines Treffens auf dem Nato-Gipfel
Es ist ein Feuerwerk an beeindruckenden Zahlen, die das Militärbündnis
anlässlich des Nato-Gipfels in Ankara veröffentlichte. Fünf Nato-Staaten
werden im laufenden Jahr voraussichtlich das Ziel der Allianz erreichen,
3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben.
Und nicht nur das: Litauen, [1][Estland,] Lettland, Polen und Griechenland
sind sogar weit über der Marke. Vor allem die baltischen Staaten, die rund
5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in Rüstung investieren. Deutschland
liegt den Prognosen zufolge bei 2,69 Prozent, die USA sind bei 3,17
Prozent. Die europäischen Nato-Mitglieder und Kanada dürften in diesem Jahr
insgesamt 2,53 Prozent ihres BIP für die Verteidigung aufwenden.
Die Zahlen sind nicht nur eine Selbstvergewisserung ihres eigenen Auftrags,
den sie sich beim Nato-Gipfel 2025 in Den Haag selbst gegeben haben.
Demnach soll 3,5 Prozent des BIP bis 2035 erreicht werden. Zuvor lag sie
bei 2 Prozent. Die Leistungsschau soll vor allem eine Person beeindrucken:
US-Präsident Donald Trump. Polternd hatte dieser die europäischen
Nato-Staaten aufgefordert, ihre Ausgaben deutlich zu erhöhen. Immer wieder
droht er damit, US-Truppen abzuziehen, Waffenlieferungen nicht einzuhalten.
Den Liebesentzug kontern die Nato-Mitgliedsländer nun mit höheren Ausgaben.
Auch in der Hoffnung, Trump zu besänftigen, aber vor allem, um die eigene
Sicherheitsarchitektur zu stärken.
Im Fokus steht die russische Vollinvasion in der Ukraine und die damit
verbundene Bedrohungslage für die Nato. Insbesondere die angrenzenden
Länder, wie [2][etwa die baltischen Staaten] oder Polen und Rumänien,
hatten in den vergangenen Wochen verstärkt mit Drohnenvorfällen zu tun.
Mitte Mai musste ein Nato-Kampfjet eine Drohne abschießen, die in den
estnischen Luftraum eingedrungen war. [3][Auch in Lettland gab es einen
solchen Fall.] In Rumänien traf eine Drohne ein Wohnhaus.
## Nato-Gipfel im Zeichen der Ukraine
Es handelt sich dabei auch um ukrainische Drohnen, die eigentlich Kurs auf
strategische Ziele in Russland nehmen, aber von sogenannten Jammern
abgelenkt werden und somit in Nato-Territorium eindringen. Der Kreml
behauptet immer wieder, insbesondere die baltischen Staaten würden der
Ukraine ihren Luftraum zur Verfügung stellen. Diese weisen diese
Behauptungen zurück und machen andererseits Russland dafür verantwortlich,
die ukrainischen Drohnen absichtlich vom Kurs abkommen zu lassen.
Mit dieser besonderen Gemengelage sehen sich die Nato-Länder auch in Ankara
konfrontiert. Am Mittwoch geht es vor allem um die Ukraine. Bereits am
Dienstagabend hatte sich Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Ankara zu einem bilateralen Gespräch
getroffen. Etwa eine halbe Stunde lang sprachen sie über die Lage in der
Ukraine, die internationalen Hilfen für das Land und die nächsten Schritte
im Abwehrkampf gegen Russland, wie aus Delegationskreisen zu hören war.
Selenskyj wiederholte demnach die Bitte, die Ukraine stärker bei der
Luftabwehr zu unterstützen, und betonte, wie wichtig Flugkörper für das
Patriot-Abwehrsystem seien. Merz sicherte zu, auch die europäischen Partner
zu mehr Unterstützung zu motivieren. Zudem machte Merz noch einmal ein
verstärktes deutsches Interesse an der Beteiligung beim Wiederaufbau des
Landes und an Beschaffungsmaßnahme deutlich.
In Ankara geht es vor allem auch [4][um konkrete Rüstungsdeals]. Bereits am
Dienstag unterzeichneten die Ukraine und Estland, die Niederlande und
Dänemark verschiedene Drohnenabkommen. Es geht dabei um die gemeinsame
Produktion, die Entwicklung von neuen Verteidigungstechnologien und den
Austausch von Wissen.
Sowohl Kyjiw als auch Moskau setzen Drohnen im Krieg ein. Etliche
Nato-Länder bestätigen der Ukraine, dass sie im Drohnenbau, deren
Entwicklung und auch bei der Abwehr gegnerischer Drohnen auf höchstem
Niveau arbeiten. In Lettland etwa sind ukrainische Spezialist:innen
bereits im Land, um sich über entsprechende Technologien auszutauschen. Der
ukrainische Präsident Selenskyj hatte in den vergangenen Wochen ähnliche
Abkommen mit sechs Ländern abgeschlossen, darunter Katar und die
Vereinigten Arabischen Emirate sowie Litauen und Lettland.
8 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Tanja Tricarico
DIR Sabine am Orde
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