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       # taz.de -- Spanien und der US-Präsident: Sánchez lässt Trump auflaufen
       
       > Nach massiver Kritik an Spanien äußert sich der US-Präsident gegenüber
       > Madrid plötzlich handzahm. Der linke Ministerpräsident Sánchez bleibt
       > unbeirrt.
       
   IMG Bild: US-Präsident Donald Trump (hinten) verzieht beim Nato-Gipfel das Gesicht beim Blick auf Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez
       
       Die spanische Tageszeitung El País kommt aus dem Staunen nicht heraus: „Der
       Weg von Liebe zu Hass und umgekehrt dauert in Donald Trumps Leben kaum ein
       paar Stunden“, fasst das wichtigste spanische Blatt das Schauspiel
       zusammen, das der US-Präsident in Sachen Spanien auf dem Nato-Gipfel in
       Ankara bot. Zuerst schimpfte und beleidigte er, so gut er konnte, um dann
       auf dem Rückflug gar die Regierung von Spaniens sozialistischem
       [1][Ministerpräsidenten Pedro Sánchez] zu loben.
       
       Noch am Morgen beschimpfte der US-Präsident die Spanier, als „schlechte
       Leute“ und als aussichtslosen Fall. „Wir wollen keine Geschäfte mehr mit
       Spanien machen. Ich möchte, dass das ein Ende hat. Spanien ist ein
       [2][schrecklicher Nato-Partner]. [3][Sie beteiligen sich nicht, sie zahlen
       nicht]. Ich will nichts mehr mit Spanien zu tun haben. Bitte brechen Sie
       jeglichen Handel mit Spanien ab, auch Besuche“, wütete Trump im Beisein von
       Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
       
       Trump ordnete gar seiner Regierung an, eine Liste mit Produkten zu
       erstellen, um gegen das Land auf der Iberischen Halbinsel einen
       Wirtschaftskrieg vom Zaun zu brechen. Es war der x-te Wutanfall des
       Republikaners angesichts der erneuten Weigerung Madrids, den
       Rüstungshaushalt auf die von Trump geforderten und von den anderen
       Nato-Partnern akzeptierten 5 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes zu
       erhöhen. Es bleibe bei 2,1 Prozent, erklärte Sánchez auf einer
       Pressekonferenz, und dennoch käme Spanien seinen Verpflichtungen nach.
       
       Das Land ist tatsächlich an 17 Auslandsmissionen mit 3.000 Soldaten und
       Soldatinnen, Flugzeugen, Panzern und Kriegsschiffen beteiligt. Ob baltische
       Staaten, Mittelmeer, Rumänien und bald schon Finnland – überall weht die
       rot-gelbe Fahne vor Kasernen.
       
       ## Ministerpräsident Sánchez reagiert selbstbewusst
       
       „Anfang Juni war Spanien der Nato-Verbündete mit den drittmeisten im Rahmen
       von Nato-Missionen und -Operationen eingesetzten Soldaten“, rechnete
       Sánchez auf seiner Pressekonferenz vor. „[4][Wir haben unseren Teil
       erfüllt]; wir haben die für 2026 gesteckten Fähigkeitsziele erreicht“,
       beendete er das Thema, um dann ganz direkt auf Trump zu sprechen zu kommen.
       
       Er habe sich mit dem US-Präsidenten unter vier Augen getroffen. „Es ging um
       Fußball und die Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten. Ein
       informelles, lockeres Gespräch, in dem es absolut keine Spannungen gab,
       ganz im Gegenteil. Es wurden nur freundliche Worte gewechselt“, berichtet
       Sánchez. Er nennt Trump damit indirekt einen Maulhelden, der sich im
       direkten Kontakt nicht traut, zu den nur wenig zuvor gemachten massiven
       Vorwürfen und Beleidigungen zu stehen.
       
       Noch ein paar Stunden später, auf dem Rückflug von der Türkei nach
       Washington, kam dann der totale Schwenk. „Ich muss zugeben, dass ich
       Probleme mit Spanien hatte und immer noch habe, aber heute hat Spanien sich
       vollkommen rehabilitiert“, erklärte Trump vor überraschten Journalisten.
       „Spanien war heute sehr großzügig. Sie haben einer erheblichen
       Zahlungsforderung zugestimmt, und hätten sie das nicht getan, hätten wir
       gar nicht mit ihnen gesprochen“, fügte er hinzu.
       
       Auf was sich Trump – für den Beziehungen vor allem Geschäfte sind – damit
       bezieht, weiß keiner. Und Madrid schweigt sich bisher aus. Ist es einer der
       vielen plötzlichen präsidentiellen Stimmungswechsel oder der verzweifelte
       Versuch, seinen Wutausbruch in einen Erfolg umzumünzen, [5][nachdem ihn
       Sánchez auf einer Pressekonferenz hatte auflaufen lassen]? Bei Trump ist
       alles möglich.
       
       9 Jul 2026
       
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