# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Durchlüften ist immer eine gute Idee
> Es tönt vom Kellerbunker bis in den Innenhof: Der Musiksommer bietet
> nicht nur Soundclashs, sondern auch emotionale Anker im Rahmen der Kyiv
> Biennale.
IMG Bild: Hilft beim „Durchlüften“: Nana Benz du Togo
Auch wenn die Rückkehr des Sommers wohl vorläufig keine ganz krasse Hitze
mitbringen wird: [1][„Durchlüften“] ist immer eine gute Idee – selbst wenn
man sich dafür in den nach wie vor absurd anmutenden Nachbau des
Stadtschlosses begeben muss. Dort beginnt am 9. Juli wieder die
gleichnamige Reihe, kuratiert von Melissa Perales. Die stammt ursprünglich
aus Chicago und bereichert seit den 1990er Jahren hiesige Klangnischen,
etwa im Schokoladen.
Über die nächsten vier Wochenenden bringt Melissa Perales klanglichen
Eklektizismus und produktive Genre-Clashs aus aller Welt in den Innenhof
des Humboldtforums (bei freiem Eintritt). Etwa am 10. Juli den
elektrosouligen Auftritt von Nana Benz du Togo: Von Bässen und Polyrhythmen
in minimalistischem Gewand angetrieben, liegt der Fokus doch auf
eindrucksvollem Gesang.
Wild wird es sicher auch beim Punk-Kollektiv Seppuku Pistols (18. Juli),
das sich im Nachgang der Fukushima-Katastrophe gefunden hat. [2][Pęki
Momés] (23.7.) präsentiert dagegen charmant-verspulten Dreampop.
(9.7.–1.8., [3][donnerstags bis samstags], 19–24 Uhr).
Am 10. Juli bietet sich noch einmal die Gelegenheit, einen Besuch bei der
bis zum 13. September in Berlin (einem von mehreren Exil-Standorten)
[4][gastierenden Kyiv Biennale] mit einem Konzertbesuch zu verbinden. Bei
„A Bird That Cannot Land“, dem aktuellen Kapitel der nomadischen Biennale,
präsentiert das [5][KW Institute for Contemporary Art] Perspektiven auf die
Frage, wie und wo sich im Kontext von Krieg und Entfremdung Zugehörigkeit
erleben lässt.
Die Klangkünstlerin Katarina Gryvul und der ukrainische Architekt und
Musiker Ihor Tsymbrovsky treten ebenfalls am 10. Juli auf. Letzterer wird
unter anderem Songs seines kultisch verehrten, an nur einem Tag
aufgenommenen Album „Come, Angel“ (1995) präsentieren, auf dem seine
androgyne Stimme tatsächlich recht engelsgleich klingt (10. 7., 19 und 21
Uhr).
Ebenfalls nomadisch unterwegs, wenn auch vor allem in Berlin, ist [6][der
Kiezsalon]. Teil des Vergnügens bei dieser Konzertreihe ist, Live-Musik an
Orte zu erleben, die dafür nicht unbedingt gemacht sind. Ab 16. Juli
gastiert man erstmals in der Akademie der Künste am Pariser Platz – und
zwar im Kellerbunker und auf der Dachterrasse.
Ähnlich breit ist das musikalische Spektrum an drei Abenden mit je zwei
Konzerten. Am 16. Juli bringt die italienische Komponistin Francesca
Marongiu munter-verspielte Ambientmusik mit. Am 17. Juli tritt die
Violinistin Sarah Neufeld auf, die schon mit dem Bell Orchestra, Arcade
Fire und dem Saxofonisten Colin Stetson gearbeitet hat.
Am 18. Juli folgt die Premiere einer besonderen Kollaboration: die
legendäre Klangkünstlerin Limpe Fuchs, die ihre Musikinstrumente auch aus
Naturmaterialien bastelt, und der Künstler Grischa Lichtenberger, bekannt
für experimentelle Elektronik sowie immersive multimediale Installationen,
stellen ihre Zusammenarbeit vor. (16.–18.7., 21 Uhr).
9 Jul 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.humboldtforum.org/de/programm/event/festival/durchlueften-2026-163412/
DIR [2] /Debuetalbum-von-Peki-Momes/!6132149
DIR [3] https://www.humboldtforum.org/de/programm/event/festival/durchlueften-2026-163412/
DIR [4] https://www.kw-berlin.de/de/projekte/kyiv-biennial-konzertwoche
DIR [5] https://www.kw-berlin.de/de/
DIR [6] https://www.eventbrite.com/cc/kiezsalon-at-the-akademie-der-kunste-pariser-platz-4832407
## AUTOREN
DIR Stephanie Grimm
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