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       # taz.de -- Vor dem Jahrestag des OEZ-Anschlags: Angehörige fühlen sich in Deutschland nicht sicher
       
       > Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag in München fühlen sich
       > Hinterbliebene unsicher. Der Hauptgrund: die AfD, Alltagsrassismus und
       > Hetze.
       
   IMG Bild: Hasan und Sibel Leyla vor dem Denkmal, das am Olympia-Einkaufszentrum an ihren Sohn Can und die acht anderen Opfer erinnert
       
       dpa | Zehn Jahre nach [1][dem rassistischen Anschlag mit neun Toten] beim
       Olympia-Einkaufszentrum in München fühlen sich Hinterbliebene unsicher in
       Deutschland. „Wir hören jeden Tag die Hetze von der AfD, von den
       Politikern, über Migranten, über Muslime, dass wir nicht zu diesem
       Stadtbild gehören, dass wir nicht hierhergehören“, sagte Sibel Leyla, deren
       14-jähriger Sohn Can am 22. Juli 2016 getötet wurde. „Wie sollen wir uns
       hier in diesem Land oder in dieser Stadt wohlfühlen und sicher fühlen?“ Sie
       habe immer den Gedanken, dass ihrer Familie etwas zustoßen könne. „Mit
       diesem Wissen leben wir weiter.“
       
       Dabei begreifen sich Familien wie die Leylas als Teil von München und
       Deutschland. „Wenn ich denke, dass wir immer noch uns erklären müssen, dass
       wir zu dieser Stadt oder zu diesem Land gehören, das ist einfach
       schmerzhaft“, so Leyla, die vor allem junge Menschen dazu aufruft, nicht
       still zu sein, sondern auf die Straße zu gehen. „Wir müssen einfach eine
       Haltung zeigen gegen Rassismus!“
       
       Bei dem Anschlag erschoss ein 18-Jähriger in einem Schnellimbiss und der
       Umgebung acht Jugendliche und eine erwachsene Frau, dann tötete er sich
       selbst. Weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittlungsbehörden sprachen
       erst von einem Amoklauf, stuften die Tat [2][drei Jahre später aber doch
       als rassistisch motiviert ein.]
       
       ## Als „Amoklauf verharmlost“
       
       Die Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt kritisiert, die Tat sei
       lange „als unpolitischer Amoklauf verharmlost“ worden. Erst nach
       anhaltendem Druck der Angehörigen und Unterstützerinnen und Unterstützer
       seien unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage auch
       weitere Behörden die Tat als rechtsterroristisches und rassistisches
       Attentat eingeordnet hätten. Bis heute gebe es offene Fragen, mit denen man
       sich auseinandersetzen müsse.
       
       An einer Gedenkfeier am Tatort am 22. Juli will auch Bundespräsident
       Frank-Walter Steinmeier teilnehmen. Zum Tatzeitpunkt um 17.51 Uhr ist nach
       Angaben der Stadt zudem eine Schweigeminute geplant.
       
       10 Jul 2026
       
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